Dlf 10.09.2026
13:13 Uhr

Deutsche Bahn - Konzernchefin Palla: Sanierung des Schienennetzes wird länger dauern


Die Generalsanierung wichtiger Bahnstrecken wird nach Aussage von Bahnchefin Evelyn Palla länger dauern als derzeit geplant. Demnach ist das Sanierungskonzept überarbeitet worden, weil sich gezeigt habe, dass vier solcher Sanierungen pro Jahr zu viel seien.

Deutsche Bahn - Konzernchefin Palla: Sanierung des Schienennetzes wird länger dauern
Sie rechne in Zukunft mit zwei, bei besonderen technischen Notwendigkeiten auch drei Generalsanierungen pro Jahr. Das überarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden. Genaue Jahreszahlen wollte Palla nicht nennen. 
Die Bahn hatte im zweiten Halbjahr 2024 mit den Generalsanierungen begonnen. Das Konzept sah im Kern mehrmonatige Vollsperrungen vor, damit nicht im laufenden Betrieb saniert werden muss. Das Bauvolumen sollte dafür höher sein, die Strecken grundlegend auf Vordermann gebracht werden. Zum Versprechen gehörte auch, dass die Strecken dann deutlich weniger störanfällig sind und über mehrere Jahre Baufreiheit herrscht. 

Bisheriger Plan: Generalsanierungen 2036 abschließen 

Für die Generalsanierungen wurden rund 40 Strecken ausgewählt. Ursprünglich war das Ziel, Anfang der 2030er Jahre all diese Sanierungen abgeschlossen zu haben. Zuletzt war dann von 2036 die Rede. Mit der neuen Strategie könnte es sein, dass die Sanierungen nicht mehr innerhalb der 2030er Jahre abgearbeitet werden können. 
Als Gründe für die Anpassung des Konzepts nannte Palla neben Erfahrungen aus den ersten Großbaustellen auch die Frage, wie viel Geld im Sondervermögen des Bundes für alle Generalsanierungen in Summe zur Verfügung stehen wird. "Wir werden die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen anpassen", sagte Palla. Zudem sei zuletzt deutlich geworden, dass vier große Sanierungen die Kapazitäten im gesamten Netz zu sehr verringern. 

Palla: Umleiterstrecken vor Sanierung besser vorbereiten

Wichtig sei auch, dass die sogenannten Umleiterstrecken vor Beginn einer Generalsanierung angemessen ertüchtigt seien für zeitweise deutlich mehr Verkehr. Bei der Sanierung der Infrastruktur sei es insgesamt wichtig, künftig die Bereiche Bauen und Fahren besser in Balance zu bringen. "Wir müssen besser priorisieren, wir müssen Bauen und Fahren besser verzahnen", sagte Palla.
Diese Nachricht wurde am 10.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.