Dlf 09.04.2026
15:30 Uhr

Iran-Krieg - Bundesregierung nimmt Gespräche mit Teheran wieder auf - Merz Kritisiert Israel für Militärschläge


Die Bundesregierung nimmt nach den Worten von Kanzler Merz wieder direkte Gespräche mit der Führung im Iran auf. Es gehe darum, dass Deutschland einen eigenen Beitrag leiste, sagte Merz mit Blick auf die zuletzt von den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe.

Iran-Krieg - Bundesregierung nimmt Gespräche mit Teheran wieder auf - Merz Kritisiert Israel für Militärschläge
Merz betonte, es öffne sich jetzt "ein Zeitfenster für eine Verhandlungslösung", die Lage sei aber noch "fragil". "Die Ankündigung einer maßlosen Eskalation, die in den letzten Tagen im Raum stand, ist damit zunächst einmal abgewendet", sagte Merz mit Blick auf die Drohung von US-Präsident Trump, die iranische Zivilisation auszulöschen. Zwar gebe es jetzt eine Chance auf Frieden, dieser sei aber noch lange nicht erreicht. "Allein die letzten 24 Stunden haben gezeigt, wie fragil die Waffenruhe in der Region ist, wie unklar die Lage auch in der Straße von Hormus bleibt und wie weit die Positionen der Beteiligten noch auseinander liegen."
Deutschland wolle nach einem möglichen Friedensschluss auch dabei helfen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten, wenn es dafür ein Konzept gebe.

Merz kritisiert Israels Militärschläge im Libanon

Kritik kam von Merz an der israelischen Kriegsführung im Libanon. Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis, sagte der CDU-Politiker - aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden des Libanon. "Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen", sagte Merz. "Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu beenden."
Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch in seiner Auseinandersetzung mit der Hisbollah-Miliz zahlreiche Ziele im Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 182 Menschen getötet. 
Anders als der Iran sehen Israel und die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen. Der Iran erwägt angesichts des Großangriffs auf die verbündete Hisbollah nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars aus der Feuerpause auszusteigen.
Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.