Dlf 02.04.2026
23:13 Uhr

Israel - Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hält Ausweitung der Todesstrafe für Irrweg


Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Beck, hält die Ausweitung der Todesstrafe in Israel für einen Irrweg. Der frühere Grünen-Abgeordnete sagte, die Todesstrafe sei grundsätzlich nicht mit der Menschenwürde vereinbar.

Israel - Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hält Ausweitung der Todesstrafe für Irrweg
Beck sagte im Deutschlandfunk, er hoffe, dass israelische Gerichte ihre Anwendung kippten. Gleichzeitig kritisierte Beck die Aussage des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Castellucci, wonach es in keinem deutschen Partnerstaat die Todesstrafe geben dürfe. Beck sieht hier doppelte Standards. Denn neben Israel sei die Todesstrafe in zahlreichen assoziierten Ländern gesetzlich verankert, etwa in Algerien, Ägypten und den USA.
Am Montag hatte Israels Parlament das umstrittene Gesetz mit knapper Mehrheit gebilligt. Es sieht Exekutionen für Palästinenser vor, die Israelis aus terroristischen Motiven töten - nicht aber für Israelis, die Palästinenser töten. Der Menschenrechtsbeauftrage, Castellucci, sprach von einem diskriminierenden Gesetz, mit dem sich Israel außerhalb unseres Wertesystems stelle. Dies nannte der israelische Botschafter in Deutschland, Prosor, "arrogante Belehrungen".
Diese Nachricht wurde am 03.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.