Dlf 20.09.2026
17:11 Uhr

Newsblog - Linke gewinnt in Berlin - Grüne wollen mitregieren


+++ Die Linke hat die Wahl in Berlin laut Hochrechnungen gewonnen. +++ Der Präsident des Zentralrats der Juden, Schuster, hat SPD und Grüne aufgefordert, der Linken nicht zu einer Regierungsmehrheit zu verhelfen. +++ Grünen-Chef Banaszak knüpft Gespräche mit der Linken an ein "klares Statement gegen Antisemitismus". +++

Newsblog - Linke gewinnt in Berlin - Grüne wollen mitregieren
"Wie kann man sich um 18 Uhr hinstellen und sagen, dass es so weitergeht wie bisher?", fragte Schwerdtner im ZDF. Die Linke werde schon am kommenden Wochenende mit den Gewerkschaften auf die Straße gehen und weiter dagegen demonstrieren.

+++ Nach Ansicht des Grünen-Spitzenkandidaten Graf muss der Berliner Volksentscheid aus dem Jahr 2021 zur Enteignung großer Wohnungskonzerne nun umgesetzt werden.

"Wir haben natürlich einen Auftrag, auch die Regierung hat einen Auftrag, diesen Volksentscheid umzusetzen", sagte Graf.

+++ Der Zentralrat der Juden zeigt sich besorgt angesichts des absehbaren Wahlsiegs der Linken in Berlin.

Die Partei sei im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen, erklärte Zentralratspräsident Schuster. Er appelliere an SPD und Grüne, der Partei nicht ins Rote Rathaus zu verhelfen.

+++ Die Spitzenkandidatin der Linken und Wahlsiegerin Elif Eralp hat angekündigt, in einer Koalition die Enteignung von Wohnungsunternehmen durchsetzen.

"Wir müssen vergesellschaften, den Volksentscheid umsetzen und die Spekulation aus Berlin verdrängen", sagt sie im ARD-Fernsehen. Die SPD, ein möglicher Bündnispartner, lehnt eine Vergesellschaftung ab.

+++ Der SPD-Co-Vorsitzende Klingbeil will als Konsequenz aus den Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin das Regierungshandeln auf den Prüfstand stellen.

"Wir müssen als Bundesregierung analysieren, warum es diese große Unsicherheit im Land gibt", sagt Klingbeil im ARD-Fernsehen. Einer Personaldebatte über seine Person und Co-Chefin Bas erteilt er eine Absage.

+++ Die Linke hat laut ARD-Hochrechung Stimmen von den Grünen und der SPD gewonnen und vor allem Nichtwähler mobilisiert.

Zudem hätten überdurchschnittlich viele junge Menschen die Linke gewählt, heißt es bei infratest-dimap.

+++ SPD-Generalsekretär Klüssendorf: "Einfache Antworten haben stark gezogen"

Das Ergebnis in Berlin nannte Klüssendorf "extrem enttäuschend". Er sagte im ZDF, die Bundesregierung müsse sich insgesamt hinterfragen. Man könne bei den Reformen nicht mit dem Kopf durch die Wand.

+++ Grünen-Parteichef Banaszak knüpft Gespräche mit Linken an ein "klares Statement gegen Antisemitismus".

Banaszak erklärte im ARD-Fernsehen, man strebe Gespräche mit Linken und SPD an, zeige sich aber insgesamt gesprächsbereit. Mit Blick auf Wahlgewinner Linke sagte er, man erwarte eine klare Haltung gegen Antisemitismus.

+++ Die Linke liegt in der erstem Hochrechnung bei 24,8 Prozent.

Die Hochrechnung von infratest dimap von 18:28 Uhr: Linke 24,8 - CDU 20,0 - AfD 15,7 - Grüne 15,0 - SPD 12,0 - BSW 5,0.
Die Hochrechnung von Forschungsgruppe Wahlen sieht die Linke noch deutlicher vorne.

+++ CDU-Spitzenkandidat Evers spricht von "gemischten Gefühlen".

Evers erklärte auf der Wahlparty seiner Party, das Ergebnis in Berlin sei kein Grund zur Freude. Die CDU habe sich aber erfolgreich gegen einen Abwärtstrend gestemmt. Für die Ausgangslage sei es ein ordentliches Ergebnis.

+++ AfD-Spitzenkandidatin Brinker: "Werden wichtige Rolle in der Opposition spielen"

Brinker sagte im ARD-Fernsehen, man könne künftig viele Themen auf die Tagesordnung zu bringen.

+++ Kanzler Merz hält CDU-Abschneiden in Berlin für "ordentlich".

Merz trat nach der Sitzung des Parteipräsidiums vor die Presse. Im Gegensatz zum Abschneiden der CDU in Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich der Kanzler mit dem Ergebnis in Berlin zufriedener.
Den Liveblog zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern gibt es hier.

+++ SPD-Spitzenkandidat Krach: "Katastrophales Ergebnis"

Krach räumte eine deutliche Niederlage der Sozialdemokraten ein. Er sprach von einer Zäsur für die Partei. Man habe es nicht geschafft, die Menschen in Berlin zu erreichen.
Alle Beiträge unseres Newsblogs zur Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin finden Sie hier.
Diese Nachricht wurde am 20.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.