FAZ 28.05.2026
06:50 Uhr

(+) IW-Analyse: EU zahlt weniger als 15 Prozent US-Zoll


Die EU hat sich auf die Umsetzung des Zollabkommens mit den USA geeinigt. Amerika erhebt weiterhin 15 Prozent Zölle auf alles. Aktuelle Berechnungen zeigen jedoch, dass die EU bislang bedeutend weniger zahlen musste.

(+) IW-Analyse: EU zahlt weniger als 15 Prozent US-Zoll

Samina Sultan, Expertin für europäische Wirtschaftspolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW), fällt ein klares Urteil über die jüngste EU-US-Einigung: „Kein großer Erfolg – aber er sichert Europa ein gewisses Maß an Stabilität.“ Sie sieht die EU als Verliererin der Einigung: „Die EU kommt den USA weit entgegen, indem sie ihre Zölle auf viele US-Importe auf null senkt, während die USA seit August 2025 grundsätzlich 15 Prozent Zoll erheben.“ Ihrer Ansicht nach konnte US-Präsident Donald Trump das Abkommen nur durchsetzen, „weil Europa sicherheitspolitisch von den USA abhängig ist“.

Deutschland ist mit seiner Bewerbung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Es hätte gute Argumente dafür gegeben. Doch der Völkerbund steckt in einer tiefen Krise und braucht eine grundlegende Reform.

Schon länger sorgen sich die Europäer, dass Washington ihnen den nuklearen Schutz entzieht. Nun rückt Norwegen künftig unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs – doch das französische Arsenal ist klein und die Kosten sind hoch.

Japan hat sich über Jahrzehnte als pazifistische Nation verstanden. Nun erlaubt die Regierung den Export tödlicher Waffen. Was politisch für Streit im Land sorgt, kann der Beginn eines neuen Exportbooms werden.

Redakteurin in der Wirtschaft

Schlagworte: