Die Sonne ging gerade unter, als es am Dienstag voriger Woche am Rand von Bergheim-Rheidt plötzlich mehrfach blitzte und knallte. Kurz darauf stiegen aus dem Umspannwerk des Netzbetreibers Amprion Rauchwolken in den Abendhimmel auf. In der Anlage war es durch gezielte Sabotage zum Erdschluss gekommen, also zu einer Verbindung mehrerer Hochspannungsleitungen mit dem Erdboden. Ein Zeuge hielt die dystopische Szene mit seinem Smartphone fest. Die Bilder werden wohl am Jahresende in keinem Rückblick fehlen, wenn es um die verstörende Sabotageserie geht, die Deutschland in der ersten Septemberwoche in Atem hielt. Bergheim-Rheidt steht für beides: Für die Stabilität des Stromnetzes, aber auch dafür, wie verwundbar es ist, weil es sich einfach attackieren lässt. Die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, sind groß.
