2018, zur Halbzeit der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump, prägte ein Berater der Demokratischen Partei, Aaron Huertas, einen Begriff, der seitdem in amerikanischen Debatten kursiert und inzwischen auch in britischen Medien angekommen ist: reaktionärer Zentrismus. In Deutschland ist er so gut wie unbekannt; manche werden ihn wohl auch gleich als asymmetrischen Kampfbegriff – reaktionär sind immer nur die anderen! – ablehnen. Doch trifft er präzise eine Dynamik, die auch den Umgang mit der AfD, insbesondere nach den Schockwahlen in Sachsen-Anhalt, charakterisiert. In den Vereinigten Staaten haben inzwischen viele verstanden, wie Stimmen aus der vermeintlich per definitionem immer moderaten Mitte de facto den Rechtsextremismus stärken können. Vielleicht lassen sich die in Amerika beobachteten Fehler in Europa noch vermeiden.
