FAZ 21.05.2026
06:50 Uhr

(+) Strategisches Denken: Wo die deutsche Außenpolitik hinter der Zeit zurückbleibt


Berlin formuliert Außenpolitik oft als Wunschliste. Zwei Wissenschaftler fordern eine neu ausgerichtete Diplomatie, die schon eine andere Ausbildung brauche.

(+) Strategisches Denken: Wo die deutsche Außenpolitik hinter der Zeit zurückbleibt

Deutschlands Strategiefähigkeit lässt sich leicht kritisieren: Berlin lasse ein klares Leitbild vermissen, welche Rolle es in dieser neuen, von Machtpolitik getriebenen Welt spielen möchte, so ein immer wieder erhobener Vorwurf von Deutschlands westlichen Partnern. Die Außenpolitik sei zu sehr von Werten statt von Interessen getrieben. Der moralisierende Blick auf die Realitäten der internationalen Beziehungen verspiele außenpolitischen Kredit, weil er so weltfremd wirke wie Berlins Glaube an die Überlegenheit der regelbasierten Ordnung.

Japan hat sich über Jahrzehnte als pazifistische Nation verstanden. Nun erlaubt die Regierung den Export tödlicher Waffen. Was politisch für Streit im Land sorgt, kann der Beginn eines neuen Exportbooms werden.

Mit einem neuen Kontrollsystem für wichtige Lieferketten droht China ausländischen Unternehmen und sichert sich gegen die Rivalität mit den USA ab. Deutschland und Europa stecken in der Zwickmühle.

Jung, dynamisch, digital – so präsentiert sich das kommunistische Vietnam, viele deutsche Unternehmen investieren kräftig. Doch längst nicht alles läuft rund in Deutschlands wichtigstem Handelspartner in Südostasien.

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