FAZ 12.09.2026
09:05 Uhr

(+) „The Uprising“ im Kino: Brennt London? Ja, es brennt!


Paul Greengrass erzählt in „The Uprising“ von einem Bauernaufstand im 14. Jahrhundert, der beinahe die englische Monarchie gestürzt hätte. Ein bisschen mehr Geschichtskenntnis hätte ihm nicht geschadet.

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Wat Tyler ist eine der Schlüsselfiguren der englischen Geschichte. Im Sommer 1381 führte er den größten Volksaufstand an, den das Land je erlebt hat, und drang an der Spitze von Tausenden Bauern aus Ost- und Südengland über die London Bridge in die Hauptstadt ein. Das Rebellenheer stürmte den Tower, tötete mehrere Mitglieder des Kronrats und zwang Richard II., ihm die Rücknahme der jüngst erlassenen Kopfsteuer und die Aufhebung der Leibeigenschaft im gesamten Königreich zuzusichern. Einen Tag später, am 15. Juni, wurde Tyler während eines Wortwechsels mit dem vierzehnjährigen König von dessen Begleitern getötet. Die Amnestie, die Richard den Rebellen versprochen hatte, nahm dieser bald wieder zurück, die meisten Anführer wurden hingerichtet, die zugesagten Konzessionen vom Parlament kassiert. Englands Bauern blieben Leibeigene.

Keine privaten Verwicklungen, keine Zickereien: Im Krimi „In Wahrheit – Die Liebe und der Tod“ kann sich das Ermittlerduo ganz auf einen Stalkingfall konzentrieren.

Moritz Weber zeigt, dass Frédéric Chopins sexuelle Identität jahrzehntelang verfälscht wurde. Man sagt ihm bis heute Affären mit Frauen nach. Doch Belege gibt es nur für seine Liebe zu Männern.

Was widerfuhr einem 1926 geborenen Deutschen? Siegfried Lenz hat die für seinen Jahrgang typischen schrecklichen Erfahrungen machen müssen. Und doch ist ihm einiges erspart geblieben. Und nicht alles hat er erzählt.

Feuilletonkorrespondent in Berlin.

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