FAZ 06.05.2026
12:02 Uhr

(+) Trump und die USA: Woher kommt die Lust am Faschismus-Vorwurf?


Die Faschismus-Frage ist im politischen und akademischen Diskurs allgegenwärtig. Ist sie mehr als der hilflose Versuch, politische Verunsicherung durch historische Begriffe zu bändigen?

(+) Trump und die USA: Woher kommt die Lust am Faschismus-Vorwurf?

Wir kennen die Frage „Ist das Faschismus“ aus Artikeln, Interviews sonder Zahl, es gibt ein Bedürfnis nach ihr, nach Antworten auf sie, und wenn ein Interviewter auf die Frage sagt, sie sei nicht sinnvoll, aber möglicherweise sei dies oder jenes, wonach gefragt wird, „Faschismus“, wird die Headline lauten: „Vielleicht ist es Faschismus!“ Irgendwas treibt die Fragenden an; die Leute verwenden das Wort gern. Daraus muss man keine Folgerungen die politischen Einstellungen derer, die gerne das Wort benutzen, betreffend, ziehen. Kommunikation ist nicht nur bestimmt durch das, was Leute sagen wollen oder meinen, sagen zu wollen, sondern auch durch den Wunsch, bestimmte Wörter unterzubringen.

Soll man neue Autoritarismen als Faschismus bezeichnen? Oder besser von „Faschisierung“ sprechen? Eine Kontroverse um den Faschismusbegriff dreht sich um die Frage, wie aktuelle Krisen politisch angemessen zu begreifen sind.

Ein großes Herz: Dem amerikanischen Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt zum achtzigsten Geburtstag.

Das Vorgespräch vor der mündlichen Examensprüfung steht in der Kritik: Es öffnet Tür und Tor für strukturelle Diskriminierung und hat seine Wurzeln in der NS-Justizausbildungsordnung von 1934.

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