FAZ 28.05.2026
06:50 Uhr

(+) Venezuela: Comeback eines gescheiterten Ölstaats


Venezuelas Ölindustrie liegt nach mehr als zwei Jahrzehnten Sozialismus am Boden. Langsam kehren die westlichen Konzerne zurück. Am möglichen Erfolg des ölreichsten Landes der Welt wollen alle teilhaben.

(+) Venezuela: Comeback eines gescheiterten Ölstaats

Eine der Lieblingsparolen von US-Präsident Donald Trump ist „Drill, Baby Drill“. Dem Aufruf, so viel Öl und Gas wie möglich zu bohren, folgen in Venezuela immer mehr Ölkonzerne aus den USA, Europa oder Brasilien. Seit der Entmachtung und Verhaftung von Ex-Machthaber Nicolás Maduro durch eine US-Militäroperation Anfang Januar erlebt das Land einen bemerkenswerten Wettlauf um die sich abzeichnenden Optionen. Maduros ehemalige Stellvertreterin Delcy Rodriguez empfängt inzwischen als „Interimspräsidentin“ im Wochentakt die Spitzen internationaler Ölkonzerne aus dem Westen.

Deutschland ist mit seiner Bewerbung für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Es hätte gute Argumente dafür gegeben. Doch der Völkerbund steckt in einer tiefen Krise und braucht eine grundlegende Reform.

Schon länger sorgen sich die Europäer, dass Washington ihnen den nuklearen Schutz entzieht. Nun rückt Norwegen künftig unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs – doch das französische Arsenal ist klein und die Kosten sind hoch.

Japan hat sich über Jahrzehnte als pazifistische Nation verstanden. Nun erlaubt die Regierung den Export tödlicher Waffen. Was politisch für Streit im Land sorgt, kann der Beginn eines neuen Exportbooms werden.

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