FAZ 04.06.2026
11:57 Uhr

(+) Zum Tod von Marjane Satrapi: Die Schöpferin von „Persepolis“ ist gestorben


Niemand war für die Wahrnehmung der Comicwelt in den letzten beiden Jahrzehnten wichtiger als Marjane Satrapi. Jetzt ist sie völlig unerwartet im Alter von 56 gestorben.

(+) Zum Tod von Marjane Satrapi: Die Schöpferin von „Persepolis“ ist gestorben

Marjane Satrapi schien ein Schoßkind des Glücks zu sein. Einmal, weil sie gleich zweimal aus dem diktatorisch-islamistisch beherrschten Iran herausgekommen war: zunächst als fünfzehnjährige Schülerin 1984 nach Österreich, in die Freiheit für eine junge Frau geschickt von den Eltern, und dann noch einmal zehn Jahre später, nachdem sie mit dem Abitur an einer französischen Schule in Wien in die Heimat zurückgekommen war, um dort zu studieren. Schoßkind des Glücks auch deshalb, weil die Geschichte, die sie über Kinder- und Jugendzeit zu erzählen hatte, zu einem der erfolgreichsten Comics der jüngeren Vergangenheit wurde. „Persepolis“ heißt er, erschienen ist er auf Französisch in vier Bänden von 2000 bis 2003, 2004 auch in Deutschland und fast überall auf der Welt (natürlich offiziell nicht in Iran). Danach war die Erzählgattung Comic eine andere.

Tief unter dem Gran-Sasso-Massiv, abgeschirmt von mächtigen Felsschichten, suchen Forscher nach Neutrinos und Dunkler Materie. Dort lernen sie, wie schwer es ist, kosmische Signale von irdischem „Noise“ zu trennen.

Die Reizüberflutung digitaler Medien lenkt vom Lesen ab. Bei vielen Kindern misslingt dadurch der Leseeinstieg und ihre Bildungschancen sinken. Doch Rettung ist in Sicht: in Form der lange unterschätzten Comics.

In „Inside Russia’s system of torture“ zeigt Danylo Mokryk, was die Russen Menschen in besetzten Gebieten antun. Wer fordert, die Ukrainer sollten sich endlich ergeben, sieht hier, was dann folgt.

Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Literatur" und „Literarisches Leben“.

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