Es ist die dritte große Munch-Ausstellung in Deutschland binnen eines Jahres: nach Chemnitz und Dresden nun Hamburg. Kein Jubiläumsanlass, nur kunsthistorisches Interesse am seinerzeitigen Schreckensmann des Fin de Siècle, der heute längst breiteste Publikumsgunst gewonnen hat. Die Bewunderung seiner Kollegen galt ihm schon zu Lebzeiten: Munchs Wirkung zählt zu den prägendsten im zwanzigsten Jahrhundert, und so ist es nur konsequent, dass ihm wie schon in Dresden auch in Hamburg eine Kollegin an die Seite gestellt wird: nach Paula Modersohn-Becker jetzt Maria Lassnig. Das Werk dieser beiden Malerinnen profitiert von der Nachbarschaft zu dem von Munch – einerseits natürlich durch dessen Popularität, vor allem aber durch die Erkenntnis, wie viel die Künstlerinnen seinem Vorbild verdankten. Und was sie daraus machten.
