FAZ 11.03.2026
21:52 Uhr

1:1 gegen Arsenal: Ausgerechnet Havertz verdirbt Leverkusen den Sieg


Der frühere Leverkusener Kai Havertz wird bei seiner Einwechslung mit Applaus in der BayArena empfangen und avanciert dann mit seinem verwandelten Strafstoß zum Spielverderber.

1:1 gegen Arsenal: Ausgerechnet Havertz verdirbt Leverkusen den Sieg

Rückkehrer Kai Havertz hat einen möglichen Überraschungssieg von Bayer Leverkusen gegen den FC Arsenal verhindert. Der deutsche Nationalspieler traf nach langer Bayer-Führung spät per Foulelfmeter und rettete den Londonern ein Unentschieden. Zuvor hatte Malik Tillman Noni Madueke leicht touchiert. Die von Kasper Hjulmand trainierten Leverkusener trennten sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League 1:1 (0:0) vom englischen Tabellenführer. „Ich bin froh, dass ich angetreten bin und getroffen habe. Es tut mir natürlich leid für die Leverkusener, aber ich habe mich gefreut“, sagte Havertz bei DAZN: „Wir sind glücklich, dass wir am Ende noch das Unentschieden geschafft haben.“ Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena überzeugte Bayer 04 mit großem Engagement und einer stabilen Defensive und hätte fast gewonnen. Robert Andrich brachte Bayer in der 46. Minute in Führung. Havertz’ Tor fiel in der 89. Minute. Der frühere Leverkusener war zuvor eingewechselt worden. Arsenal hatte in der Ligaphase der Königsklasse als einziges Team alle acht Spiele gewonnen. „Das ist schon sehr, sehr wenig“, sagte Andrich bei DAZN über die Entstehung des Elfmeters. Der Video-Assistent kassierte den Pfiff von Schiedsrichter Umut Meler aber nicht ein. Das Remis fühle sich „so ein bisschen enttäuschend an“, sagte Andrich: „Aber nächste Woche haben wir noch eine Chance.“ Beim Rückspiel schon am kommenden Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Prime Video) in der britischen Hauptstadt ist nun alles offen. Zuvor steht am Samstag für Leverkusen das Heimduell mit dem FC Bayern München (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) auf dem Programm. Arsenal sei „vielleicht die beste Mannschaft Europas“ und „natürlich der große Favorit“, hatte Hjulmand vor der Partie gesagt. Verstecken wollte er sich mit seinem Team aber nicht. Hjulmand hatte gefordert, „frei“ und „mit Mut“ zu spielen. Und tatsächlich kamen die Leverkusener recht gut in die Partie. Erste Abschlüsse von Christian Kofane und Ibrahim Maza waren zwar nicht genau genug. Doch sie zeigten Bayers Drang, wann immer möglich, nach vorn zu spielen. Dass das auch schnell schiefgehen kann, zeigte sich in der 19. Minute. Arsenal konterte zügig und präzise und wäre fast in Führung gegangen. Leverkusen hatte Glück, dass der harte Schuss von Gabriel Martinelli nach einem schönen Spielzug nur an die Latte klatschte. Bayer griffig in den Zweikämpfen Die große Chance sollte lange die einzige Gelegenheit für die Gäste bleiben. Arsenal hatte zwar etwas mehr Ballbesitz als die Werkself, wusste damit aber recht wenig anzufangen. Bayer 04 stand gut in der Defensive und präsentierte sich griffig in den Zweikämpfen. Wille und Einsatzbereitschaft stimmten. Für neutrale Zuschauer hätte die Begegnung durchaus unterhaltsamer sein können. Bayer-Coach Hjulmand dürfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft aber zufrieden gewesen sein. Mal griff sein Team früh an, mal ließ es sich fallen und verteidigte in einem engen Block. In den zweiten Durchgang startete Bayer 04 mit noch mehr Power und belohnte sich schnell. Zehn Sekunden nach Wiederanpfiff scheiterte Martin Terrier per Kopf noch an Arsenal-Keeper David Raya. Die anschließende Ecke nutzte Robert Andrich zur Führung. Der von Abwehrspieler Jarell Quansah geschickt freigeblockte Kapitän ließ die Leverkusener Fans mit einem Kopfballtor jubeln. Vor der Partie waren die starken Arsenal-Ecken und offensiven Blocks der Gunners ein großes Thema gewesen. Nun traf Bayer auf genau diese Art. Havertz von Bayer-Fans mit Applaus empfangen Auch nach dem Rückstand gelang es Arsenal kaum, den Druck zu erhöhen. Startrainer Mikel Arteta trieb seine Mannschaft wild gestikulierend an und versuchte, mit Einwechslungen auf das Spiel einzuwirken. Der Spanier brachte unter anderem Havertz, der auch von den Leverkusener Fans mit viel Applaus empfangen wurde. Der Offensivmann war als Zehnjähriger zu Bayer gewechselt und dort zum Nationalspieler gereift. Nun kehrte er erstmals seit seinem Abgang 2020 für ein Pflichtspiel in die BayArena zurück – und traf sein früheres Team mit dem Elfmetertor in der Schlussphase. Zuvor hatte Malik Tillmann im Strafraum gegen Noni Madueke leicht gefoult.