FAZ 12.03.2026
10:03 Uhr

149 Tote in Moskau: Lebenslange Haft für Attentäter auf Crocus City Hall


Am 22. März 2024 töteten vier Männer im Moskauer Konzertsaal Crocus City Hall 149 Menschen. Sie stammten aus Tadschikistan – aber Moskau sah die Täter in der Ukraine.

149 Tote in Moskau: Lebenslange Haft für Attentäter auf Crocus City Hall

Vier Männer aus Tadschikistan sind von einem Gericht in Moskau zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie hatten nach Überzeugung des Gerichts 2024 in einer Konzerthalle nahe Moskau 149 Menschen getötet und mehr als 600 weitere verletzt. Elf ebenfalls angeklagte Komplizen erhielten das gleiche Strafmaß. Bei dem Attentat am 22. März 2024 waren bewaffnete Männer in die Crocus City Hall im Moskauer Vorort Krasnogorsk eingedrungen und hatten dort das Feuer auf die Besucher eröffnet. Im Anschluss setzten sie das Gebäude in Brand. Es war der schwerste Anschlag auf russischem Boden seit mehr als 20 Jahren. Der „Islamische Staat Provinz Khorasan“, ein afghanischer Ableger der syrisch-irakischen Terrormiliz, reklamierte die Tat für sich. Dennoch hieß es in der Anklage, die Islamisten hätten den Anschlag im „Interesse der obersten Führung der Ukraine“ begangen und ihr Vorgehen mit den ukrainischen Geheimdiensten koordiniert. Die Ukraine bestritt jede Beteiligung an dem Attentat, während der „Islamische Staat“ die alleinige Planung und Ausführung für sich beanspruchte.