FAZ 09.05.2026
17:51 Uhr

3:1 gegen Leverkusen: Stuttgart schüttelt frühen Rückstand schnell ab


Nach dem 1:3 in Stuttgart muss sich Bayer Leverkusen wohl mit der Europa League begnügen. Bei den Schwaben überzeugt der Sturm mit Demirovic und Undav, der seine kleine Torflaute beendet.

3:1 gegen Leverkusen: Stuttgart schüttelt frühen Rückstand schnell ab

Für Bayer 04 Leverkusen war die Rückkehr auf Rang vier am vergangenen Samstag beim 4:1-Triumph über RB Leipzig nur eine Episode. Eine Woche später war der rheinische Glanz verblasst, so dass allein der VfB Stuttgart beim 3:1-Erfolg über die Werkself brillierte. Voller Spielfreude kehrten die Schwaben auf den begehrten Champions-League-Rang vier zurück. Die 1:0-Führung der Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand durch Garcia aus der ersten Minute hielt nur kurz, ehe der überragende VfB-Angreifer Ermedin Demirovic das 1:1 schoss (5. Minute). Maximilian Mittelstädt erhöhte per Foulelfmeter auf 2:1 (45.+7), und Deniz Undav besiegelte mit seinem Treffer zum 3:1 (58.) zum 3:1 den nie gefährdeten Stuttgarter Sieg. (58.). Ob der besseren Tordifferenz verglichen mit den punktgleichen Hoffenheimern besitzen die Schwaben allerbeste Aussichten, nach einem Jahr Champions-League-Pause in die Königsklasse zurückzukehren. Bayer dagegen fiel nach einer insgesamt schwachen Leistung auf Rang sechs zurück und besitzt nur noch minimale Aussichten, sich auf den letzten Drücker doch noch für die Champions League zu qualifizieren. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth war entsprechend mehr als nur wohlgelaunt, als er die Leistung des VfB bewerten sollte. „Es war eine unserer zwei besten Saisonleistungen“, sagte er, „die andere war beim 4:1-Hinrundensieg in Leverkusen. Wir haben es mehr gewollt als der Gegner und haben es auch mehr gekonnt.“ Ganz anders war die Gemütslage des Leverkusener Kapitäns Robert Andrich. Der geradlinige Berliner stellte unverhohlen fest, „dass wir einfach nicht gut genug waren“. Siebzig Prozent der „zweiten Bälle“ seien beim Gegner gelandet. „Stuttgart war von Anfang an einfach besser.“ Für den VfB war es am Samstag die womöglich letzte Chance, auf den begehrten vierten Platz zurückzukehren. Für Bayer 04 war es auf den ersten Blick die ideale Gelegenheit, die eigene Pole-Position im Dreikampf mit den punktgleichen Stuttgartern und Hoffenheimern auszubauen. Und so legten sie auch los. Sollte jemand zu spät in das mit 60.000 Zuschauern wie immer ausverkaufte Stuttgarter Stadion gekommen sein, hätte er oder sie ruckzuck zwei Treffer verpasst. Garcia trifft nach 34 Sekunden Den von Garcia für Leverkusen, als nach Hendricks‘ Ballverlust gegen Maza der Ivorer Kofane den Ball so passgenau vor die Füße bekam, dass er den mitgelaufenen Garcia freispielen konnte, der nach 34 Sekunden umstandslos das 1:0 mit einem Schuss vorbei an Torhüter Nübel erzielte. Die Schwaben aber zeigten sich keineswegs schockiert, sondern konterten den Bayer-Coup wenig später, als Leweling den Ball an Mittelstürmer Demirovic weiterleitete, der im Doppelpass mit Nartey zum 1:1 ausglich. Das Stuttgarter Publikum nahm begeistert Anteil an einem vom VfB spektakulär gestalteten Duell, in dem es um viel ging und die VfB-Fans einen Foulelfmeter forderten, als Stiller bei einem Duell mit dem Leverkusener Innenverteidiger Tapsoba im Bayer-Strafraum zu Boden sank, ohne indes gefoult worden zu sein. Immer wieder Demirovic Inzwischen war die Stuttgarter Dominanz so bedrohlich geworden, dass Demirovic, der wuchtigste VfB-Angreifer, nach Führichs Vorarbeit noch einmal frei zum Schuss kam, den aber sein Widersacher Tapsoba voller Energie zum Eckball abwehren konnte (24.). Kurz vor der Pause besaß der Bosnier noch eine kapitale Gelegenheit, aber Flekken parierte den Schuss aus der Drehung famos (44.). Der VfB ging dann doch noch kurz in der ersten Halbzeit durch einen Foulelfmeter 2:1 in Führung. Der Hannoveraner Schiedsrichter Schröder sah mit Hilfe des Video Assistant Referees (VAR) beim Blick auf das Fernsehbild, dass Tapsoba den unwiderstehlichen Demirovic im Leverkusener Fünfmeterraum über sein rechtes Bein stolpern ließ. Den Strafstoß nutzte Mittelstädt zur gerechten 2:1-Pausenführung für die aktiveren und entschlossener anmutenden Schwaben (45.+7). Bayer war nun gefordert, aktiver zu werden, um seine Champions-League-Chance nicht schon am vorletzten Spieltag aufs Spiel zu setzen. Stattdessen schien der VfB schon in der 46. Minute nach Demirovics Treffer auf 3:1 erhöht zu haben. Bei näherem Hinsehen des VAR stellte sich aber heraus, dass Undavs Schuss zuvor aus einer Abseitsposition resultierte. Also zählte Demirovics zweiter Treffer nicht. Was aber nichts an der Stuttgarter Überlegenheit änderte. Konsequenterweise war nun Deniz Undav an der Reihe, seinen neunzehnten Bundesligatreffer in dieser Saison zu erzielen. Der zweitbeste Schütze nach dem uneinholbaren Harry Kane wuchtete sich in eine Flanke von Jamie Leweling und vollstreckte zum 3:1 (58.). Was nun Leverkusen? Bayer, das schon das Hinspiel 1:4 verloren hatte, wirkte spätestens jetzt angeknockt. Der Spiellaune des auf Champions-League-Niveau spielenden und auf den Champions-League-Rang vier zurückgekehrten VfB hatte die eine Woche nach der Gala gegen Leipzig rundum enttäuschende Mannschaft nichts mehr entgegenzusetzen. Der Sieger vom Samstag muss seine Champions-League-Reife indes am kommenden Samstag noch einmal beweisen – beim Auswärtsspiel in Frankfurt.