FAZ 10.05.2026
19:42 Uhr

Adele Neuhauser im Fragebogen: „Gerade macht mir das Rauchen wieder Spaß“


Als „Bibi Fellner“ hat sie 15 Jahre lang im Wiener „Tatort“ ermittelt: Im Stil-Fragebogen spricht Adele Neuhauser über abergläubische Angewohnheiten, alkoholfreies Bier und verrät, was sie im Smalltalk niemals anspricht.

Adele Neuhauser im Fragebogen: „Gerade macht mir das Rauchen wieder Spaß“

Einmal noch wird sie Bibi Fellner sein, die ehemalige alkoholabhängige Sittenpolizistin, inzwischen Majorin und bei der Wiener Mordkommission. Ende 2026, nach zwei letzten Folgen, ist Schluss für eines der beliebtesten „Tatort“-Duos, für Bibi Fellner, dargestellt von Adele Neuhauser, und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). Die österreichische Schauspielerin wurde 1959 in Athen geboren. Sie entstammt einer Künstlerfamilie, ihr Vater war Architekt, ihr Großvater Maler, die Großmutter arbeitete für die Wiener Werkstätten. Nach ihrer Schauspielausbildung ging sie zunächst ans Theater, seit den späten Siebzigerjahren drehte sie zunehmend auch Serien und Filme. Eine ihrer bekanntesten Rollen war die der Julie Zirbner in der ORF-Produktion „Vier Frauen und ein Todesfall“. Nach 15 „Tatort“-Jahren sei es nun Zeit für neue Abenteuer, sagt Adele Neuhauser. Zu den neuen Abenteuern gehört auch ein weiterer Krimi, der Zweiteiler „Mama ist die Best(i)e“. Das ZDF zeigt das bitterböse Familienporträt am 18. Mai und vorab in der Mediathek. Was essen Sie zum Frühstück? Am liebsten Porridge. Da habe ich das Gefühl, ich bin gut genährt, und es ist etwas Warmes mit frischem Obst. Dazu einen Braunen, ohne Kaffee gibt es keinen guten Start in den Tag. Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein? Eigentlich kaufe ich immer weniger ein, weil ich alles reduzieren möchte. Am liebsten gehe ich in Vintage-Läden, weil ich dort andere Sachen sehe als bei den großen Ketten. Besonders mag ich „Das Neue Schwarz“ im ersten Wiener Bezirk. Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank? Mein Taufkleid, ich wurde ja griechisch-orthodox getauft. Das habe ich unlängst erst wieder entdeckt. Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst? Das ist schon sehr, sehr lange her. Ich schreibe aber sehr gerne mit der Hand, zwar so gut wie keine Briefe mehr, aber sonst fast alles: Notizen, Ideen, Anmerkungen. Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt? Das waren viele. Unlängst habe ich mit einer Freundin über ein Buch gesprochen, das ein wunderschönes Kapitel über die Liebe enthält. „Eine Geschichte der Welt in 10 1/2 Kapiteln“ von Julian Barnes. Das halbe Kapitel ist ein wahnsinnig schönes Kapitel, eben über die Liebe. Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen? Ich bin ein Nachrichten-Junkie, leider. Das würde ich mir angesichts der Weltlage am liebsten ein bisschen abgewöhnen. Doch es bringt ja nichts, man muss trotzdem auf dem Laufenden bleiben. Ich höre vor allem Ö 1, das ist mein Lieblingssender. Da höre ich die Nachrichten übers Handy, zeitversetzt in der Mediathek. Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema? Es hängt von der Situation ab. Wenn ich bei einer Vernissage bin, dann bin ich natürlich geneigt, über den Künstler zu sprechen und über den Zugang zu ihm, wie man auf diesen Künstler gestoßen ist, was er uns erzählt. Wenn ich auf einer Party eingeladen bin, dann lasse ich mich von den anderen Gästen inspirieren. Nur über das Wetter spreche ich nicht. Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint? Ich bin sehr nah am Wasser gebaut, ich weine sogar, wenn ich lache. Zuletzt geweint habe ich bei einem Filmklassiker von Claude Lelouch, einem meiner Lieblingsfilme, den ich immer wieder gerne ansehe: „Ein Mann und eine Frau“. Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant spielen einfach zum Weinen schön. Sind Sie abergläubisch? Nicht hundertprozentig, aber ich vermeide trotzdem bestimmte Sachen: nicht unter einer Leiter durchgehen oder am Theater nicht pfeifen oder auf der Bühne essen. Vor Kurzem habe ich in einer Jackentasche einen Glücksbringer gefunden, wie man sie vermehrt zu Silvester bekommt. Da habe ich mir gedacht, den muss ich gut verwahren. Ist ja auch gefährlich, den einfach so ungeschützt in der Jackentasche zu haben. Worüber können Sie lachen? Über alles oder zumindest über sehr viel. Ich bin eine „Lachwurzen“, und ich blödel einfach gerne. Ihr Lieblingsvorname? Da würde ich jetzt einfach meine Enkelkinder nennen, Anouk und Bela. Machen Sie eine Mittagspause? Wir haben wenig Zeit für Mittagspausen, und mich dann für einen Powernap zurückzuziehen, das schaffe ich nicht. Dafür bin ich zu unruhig, das geht nicht. In welchem Land würden Sie gerne leben? Wo Frieden herrscht, wo gute Menschen sind, meine Freundinnen und Freunde. Am liebsten auch da, wo meine Familie ist. Aber „leider“ – bitte in Anführungszeichen! – lebt mein Sohn in Berlin und ich in Wien. Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank? Alkoholfreies Bier. Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier? Ich habe ein Auto und bewege es kaum. Und ich frage mich, warum ich es eigentlich habe, aber es gibt mir so ein gewisses Gefühl der Freiheit, der Unabhängigkeit. Das möchte ich mir trotz klimatechnischer Fragen, die wir uns immer wieder stellen müssen, nicht nehmen lassen. Dennoch fahre ich hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Was ist Ihr größtes Talent? Offenheit. Herzlichkeit. Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist? Rauchen. Und ja, ich habe schon öfters aufgehört. Jetzt gerade macht es aber wieder Spaß. Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen? Man kann ihn schon fast als historisch bezeichnen: Ich hätte gerne Bruno Kreisky getroffen, um mit ihm über die jetzige Situation der Welt zu sprechen. Es würde mich interessieren, was er dazu zu sagen hätte. Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr? Ich trage wenig Schmuck, möchte aber gerne häufiger Ohrringe tragen. Meine Schwägerin ist Mallorquinerin, und ohne Schmuck fühlt sie sich nicht vollständig. Ich kann das verstehen. Schmuck macht etwas mit ihr. Und bei meiner Uhr habe ich erst kürzlich die Batterie erneuern lassen. Ich trage sie trotzdem nicht. Haben Sie einen Lieblingsduft? Ich mag herbe Düfte. Ich finde, die passen gut zu mir. Ein bisschen zitronig. Zurzeit trage ich Fig Infusion von Essential Parfums. Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis? Eigentlich sind alle Ferien mit meiner Familie schön. So wie auch die letzten mit den Enkelkindern, eine Woche in Dänemark. Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt? Ich bin gerne ins „Porgy & Bess“ gegangen. Das ist ein Jazzclub in Wien, den ich sehr, sehr mag, und in dem ich auch immer wieder tolle Konzerte gesehen habe. Aber ich war schon sehr lange auf keinem Konzert mehr. Was fehlt Ihnen zum Glück? Dass es endlich mit den kriegerischen Tätigkeiten ein Ende hat und die Menschen nicht mehr leiden müssen. Was trinken Sie zum Abendessen? Alkoholfreies Bier. Ich mag eines besonders, Jakobsgold. Aber dasfinde ich nirgendwo, ich krieg's nur ab und an.