FAZ 29.09.2026
15:22 Uhr

Auswertung von Aufzugsfahrten: Frankfurt kennt keine Sommerpause


Europas Frühaufsteher leben in Wien und die Nachteulen in Manchester: Fahrstühle werden nicht überall zu den gleichen Zeiten genutzt. Der Hersteller Kone hat dazu überraschende Erkenntnisse gewonnen.

Auswertung von Aufzugsfahrten: Frankfurt kennt keine Sommerpause

Der Fahrstuhl-Hersteller Kone hat fast zwei Millionen Aufzugsfahrten aus 18 europäischen Städten ausgewertet und dabei bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Nutzungsgewohnheiten festgestellt. Einige Ergebnisse entsprechen den Erwartungen: Europas Überstunden-Hauptstadt etwa ist London – dass für die hohen Gehälter, die in den dortigen Bankentürmen und Anwaltskanzleien gezahlt werden, besonderer Einsatz verlangt wird, kann man sich denken. Barcelona fällt durch lange Mittagspausen auf, das lässt sich mit der landestypischen Siesta erklären. Dass in Rom ausgerechnet an Sonntagen früher aufgestanden wird als in anderen europäischen Städten, mag mit dem in Italien vielleicht doch noch überdurchschnittlich stark verbreiteten Kirchgang zusammenhängen. Die deutschen Ergebnisse allerdings sind schwerer zu deuten. Hamburg ist die Stadt der Samstags-Nachtschwärmer – das passt zur Reeperbahn und überhaupt zu Sankt Pauli, aber warum schwärmen die Feierlustigen dort nur samstags aus und nicht öfter, wie im deutlich kleineren Manchester? Frankfurt darf sich mit dem Titel „Europas ganzjährig aktive Stadt“ schmücken – aktiv klingt gut, der Mangel an saisonalen Schwankungen stimmt dann aber doch bedenklich. Im Sommer und zu Weihnachten sollten sich auch die Frankfurter eine Pause gönnen. Aber noch bemitleidenswerter sind zweifellos die Münchner: Ihre Aufzugsnutzung ist offenbar in allen Kategorien „Europäischer Durchschnitt“. Anders gesagt: München ist mittelmäßig.