FAZ 07.05.2026
14:23 Uhr

Brisanter Medienbericht: Saudi-Arabien widersetzt sich Trumps „Project Freedom“


Nur wenige Tage nach Beginn setzte Trump sein „Project Freedom“ in der Straße von Hormus schon wieder aus. Wie ein Medienbericht nun offenlegt, hatte es wohl Drohungen aus Saudi-Arabien gegeben.

Brisanter Medienbericht: Saudi-Arabien widersetzt sich Trumps „Project Freedom“

Die von Donald Trump angekündigte Mission, Schiffe sicher durch die Straße von Hormus zu führen, ist offenbar auf massiven Widerstand Saudi-Arabiens, des wichtigsten arabischen Alliierten der USA, gestoßen. Der amerikanische Präsident hatte das Vorhaben „Project Freedom“ am Sonntag verkündet und am Dienstag eine Kehrtwende vollzogen. Das Vorhaben werde „auf Ersuchen Pakistans und anderer Länder“ ausgesetzt, gab Trump an. Die Pause werde außerdem wegen der „enormen militärischen Erfolge“ seines Landes und „großen Fortschritte“ in den diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges mit Iran gemacht. Wie der Sender NBC nun berichtet, hat Trump anscheinend verschwiegen, dass sein Rückzug auf große Gegenwehr Saudi-Arabiens folgte. Unter Berufung auf zwei amerikanische Regierungsmitarbeiter hieß es, die Führung in Riad habe damit gedroht, dem amerikanischen Militär die Erlaubnis zu entziehen, die Prinz-Sultan-Luftwaffenbasis sowie den saudischen Luftraum zu nutzen. Beides gilt als wichtig für den Einsatz am Golf. Auch ein Telefonat Trumps mit dem saudischen Kronprinzen und faktischen Herrscher Muhammad Bin Salman habe die Meinungsverschiedenheit nicht aus der Welt schaffen können. NBC berichtete weiter, Alliierte der USA am Golf seien von dem Vorstoß überrascht worden und darüber verärgert gewesen. In einem späteren Medienbericht hieß es, auch Kuwait habe seinen Luftraum für das Vorhaben gesperrt. Riad will keine neue Runde im Irankrieg Regionale Quellen, die NBC zitierte, versuchten die Angelegenheit herunterzuspielen und dem Eindruck entgegenzutreten, es herrsche Streit oder Verärgerung. Tatsächlich herrscht aber Frustration über Trump unter seinen Alliierten am Golf.  Sie hatten versucht, den amerikanischen Präsidenten davon abzubringen, einen Krieg gegen Iran zu beginnen. Jetzt fürchten sie einen übereilten Ausstieg. Saudi-Arabien hatte zunächst eine harte Linie vertreten. Gut vernetzte Beobachter in der Region hatten übereinstimmend erklärt, Riad habe auf eine entschiedene Schwächung Irans gedrungen. Saudischer Widerstand gegen das „Project Freedom“ wäre aber laut Einschätzung mehrerer Beobachter plausibel, weil die Führung jetzt keine neue Runde in der militärischen Konfrontation mehr will. Die saudischen Ölexporte sind von der Sperrung der Straße von Hormus nicht so stark betroffen, weil das Königreich über alternative Routen verfügt. Eine neue Eskalation würde indes die Gefahr bergen, dass die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen in den Krieg eingreifen und mit ihren Drohnen und Raketen auch das Rote Meer bedrohen.