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16.09.2026
19:11 Uhr
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RWE stockt bei Netzbetreiber Amprion auf 58 Prozent auf +++ Europas größter Hausgerätehersteller BSH bekommt einen neuen Chef +++ Infineon verkauft für mehr als eine Milliarde Dollar +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

RWE stockt bei Netzbetreiber Amprion auf 58 Prozent aufDer Energiekonzern RWE hat seine Beteiligung an Deutschlands zweitgrößtem Hochspannungsnetzbetreiber Amprion von 55 auf rund 58 Prozent aufgestockt. RWE habe weitere drei Prozent der Anteile an der Beteiligungsgesellschaft M 31 erworben, die mit knapp drei Viertel an Amprion beteiligt ist. RWE halte damit auch die Mehrheit an M31, erklärte der Essener Konzern am Mittwochabend. „Der weitere Ausbau der Beteiligung unterstreicht die Bedeutung von Amprion für das RWE-Portfolio“, hieß es in der Mitteilung. RWE werde Amprion aber weiterhin nur anteilig bilanzieren, das Unternehmen gelte nach den gesetzlichen Entflechtungsvorschriften weiterhin als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber.RWE profitiert davon, dass immer mehr Amprion-Investoren angesichts der in den nächsten Jahren anstehenden Milliarden-Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des 11.000 Kilometer langen Übertragungsnetzes gerne aussteigen würden. Erst im Juli hatte RWE seine Amprion-Beteiligung über die Übernahme von M31-Anteilen von 20 auf 55 Prozent aufgestockt. „Das regulierte Netzgeschäft wird zur dritten Säule von RWE neben den Investitionen in erneuerbare und flexible Erzeugung“, hatte Vorstandschef Markus Krebber damals gesagt.Das Konsortium M31, das 74,9 Prozent an Amprion hält, gehörte lange einer Vielzahl eher kleinerer Investoren, darunter die Ärztliche Beteiligungsgesellschaft AEBG, hinter der fünf Pensionskassen der Ärzteschaft stehen. Auch mehrere Versicherer sind engagiert. Von wem RWE die weiteren Anteile gekauft hat, blieb zunächst offen. Die restlichen 25,1 Prozent von Amprion liegen bei RWE Alkaios, einem Joint Venture von RWE mit dem Finanzinvestor Apollo.
Europas größter Hausgerätehersteller BSH bekommt einen neuen ChefMatthias Metz werde den Vorsitz der Geschäftsführung bei der Münchner Bosch-Tochter zum Monatsende nach vier Jahren aufgeben und das Unternehmen verlassen, teilte die BSH Hausgeräte GmbH am Mittwoch mit. Sein Nachfolger kommt aus dem eigenen Haus: Rudolf Klötscher, der seit mehr als drei Jahren als Vertriebschef fungiert und für Europa und die Entwicklungsländer zuständig war, werde Metz' Posten übernehmen.Er stehe „für eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges“, erklärte BSH. Klötscher ist vier Jahre älter als Metz. BSH hatte zuletzt unter der schwachen Baukonjunktur und der wachsenden heimischen Konkurrenz in China gelitten.Auch Marketing-Chef Alexander Dony, der das China- und Nordamerika-Geschäft unter sich hat, wird ausgetauscht. Mirko Aksentijevic, bisher Leiter der Region Europa, zieht an seiner Stelle in die Geschäftsführung ein. Für das China-Geschäft und die Region Nordamerika ist dann Klötscher verantwortlich.
Infineon verkauft für mehr als eine Milliarde DollarDer Münchner Halbleiterhersteller Infineon hat für 1,12 Milliarden Dollar einen Teil seines Speichergeschäfts an die taiwanesische Winbond Electronics Corporation verkauft. Die Transaktion umfasst nach Angaben von Infineon ein Portfolio von Speichern und Produkten für Kunden in den Bereichen Automotive, Industrie und Infrastruktur.Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen streben die Parteien den Abschluss der Transaktion in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 an. Für Peter Schiefer, Präsident der Automotive-Division von Infineon, bietet die Transaktion allen Beteiligten einen großen strategischen Mehrwert. Infineon könne das Portfolio und die Kapitalallokation noch stärker auf die zentralen Wachstumstreiber ausrichten.Infineon wird weiterhin spezialisierte Speicherlösungen anbieten. Diese Technologien bleiben nach Unternehmensangaben ein wichtiger Bestandteil für Anwendungen in den Bereichen Automotive, Industrie, Infrastruktur, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Dazu gehöre auch ein breites Angebot hochzuverlässiger Speicherlösungen für Weltraummissionen.
Baywa-Sanierung auf der Zielgeraden Die Sanierung der Baywa AG verlangt erhebliche Zugeständnisse der Zeichner einer 100 Millionen Euro schweren Hybridanleihe. Nach der neuen Sanierungsvereinbarung erhalten sie nur zwei Prozent ihres Kapitals zurück und müssen auf die Zinsen vollständig verzichten. Das gab der notleidende Agrarkonzern am Mittwoch in München bekannt. Zudem ist nach den Unternehmensangaben der zweite Anlauf zur finanziellen Restrukturierung der Baywa auf der Zielgeraden. 267 der 268 Gläubiger hätten dem im Sanierungsplan vorgesehenen Verzicht auf rund 1,5 Milliarden Euro bereits grundsätzlich zugestimmt; nur ein Kreditgeber verweigerte sich dem Eckpunktepapier für die um zwei Jahre bis 2030 verlängerte Rettung. Das bisherige Sanierungskonzept war gescheitert, weil die Geschäfte der Wind- und Solarparkgesellschaft Baywa r.e. schlechter liefen als geplant und ihr Verkauf gescheitert war. Im Juni erklärte sich die beiden Großaktionäre – die Beteiligungsgesellschaften der bayerischen und der österreichischen Genossenschaftsbanken – bereit, ihren Baywa-Anteil von zusammen gut 67 Prozent an einen Treuhänder zu übertragen. Die Gläubigerbanken wiederum wollen 700 Millionen Euro Baywa-Kredite in ein „Nachranginstrument“ umwandeln.
Allianz versichert fahrerlose Waymo-Taxis in EuropaDie Allianz will die fahrerlosen Taxis von Waymo als Versicherer und Dienstleister bei ihrem Markteintritt in Europa begleiten. Der Münchner Versicherungskonzern werde die entstehende Robotaxi-Flotte über seine Tochter Allianz Partners versichern und mögliche Schäden regulieren, teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Weitere Dienstleistungen, etwa bei der Bergung von Fahrzeugen, seien angedacht. Darüber hinaus wollen die Allianz und die Tochtergesellschaft des Google-Konzerns Alphabet gemeinsam zur Sicherheit autonomer Fahrzeuge, Schadentrends und Risiken forschen. Autonomes Fahren ist für die Versicherungsbranche Neuland. Lange war etwa umstritten, inwieweit die Hersteller für mögliche Unfälle mit Robotaxis selbst haften müssten. Zwar dürften sie weniger Schäden verursachen, deren Regulierung aber viel teurer werden. „Autonome Mobilität und künstliche Intelligenz zählen zu den bedeutendsten Veränderungen, die unsere Branche in den kommenden Jahren prägen werden“, sagte Allianz-Partners-Chef Tomas Kunzmann. Es gehe darum, den Passagieren stets ein Gefühl der Sicherheit zu geben.Waymo hatte Ende August angekündigt, autonom fahrende Taxis in München auf die Straße zu bringen. Es wäre der erste Schritt der Expansion nach Europa. Der kommerzielle Betrieb solle Ende 2027 aufgenommen werden. Testfahrten seien bereits für den Herbst geplant. In den USA sind fahrerlose Waymo-Autos bereits in einer Reihe von Städten unterwegs. In Deutschland testet die Volkswagen-Tochtergesellschaft Moia ihr Robotaxi in Hamburg, andere Städte sollen folgen.
KI-Start-up Langdock verlegt Sitz nach DeutschlandDas schnell wachsende Berliner KI-Start-up Langdock verlegt seinen juristischen Hauptsitz aus den USA zurück nach Deutschland. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf die beiden Co-Chefs Lennard Schmidt und Judith Dada berichtet, wandelt das Unternehmen seine US-Muttergesellschaft in eine europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) um.Die Entscheidung gilt als ungewöhnlicher Schritt gegen den vorherrschenden Trend, bei dem viele europäische Gründer ihre Unternehmenssitze vor allem wegen des Zugangs zu Wagniskapital in die Vereinigten Staaten verlagern. Außerdem werden in den USA geringere Steuern auf Gewinne fällig. Ausschlaggebend für die Rückkehr nach Europa seien neben strategischen Gründen auch Rechtsrisiken: US-Gesetze wie der Cloud Act und der Patriot Act, die Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff auf Kundendaten erlauben, schafften zunehmend Vorbehalte bei Unternehmenskunden, so das „Handelsblatt“.Langdock bietet Unternehmenskunden datenschutzkonforme Zugänge zu Sprach- und Bildmodellen verschiedener KI-Anbieter an. Nach Angaben des Start-ups nutzen bereits mehr als 13.000 Unternehmen die Plattform, darunter Konzerne wie Merck und Trumpf. Das erst vor drei Jahren gegründete Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben profitabel und erzielte zuletzt einen wiederkehrenden Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro.Mit dem Umzug verbindet das Führungsteam zudem weitreichende Ausbaupläne: Langdock will mittelfristig zu einem europäischen Cloud- und KI-Infrastrukturanbieter („Hyperscaler“) heranwachsen und damit die geforderte digitale Souveränität Europas stärken. Noch in diesem Jahr soll dafür ein erstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb gehen, in das das Start-up zwischen 10 und 15 Millionen Euro investieren will.
SK Hynix erwägt Chipproduktion in Intel-Werk in den USADer südkoreanische Chiphersteller SK Hynix führt Insidern zufolge Gespräche mit dem US-Konzern Intel über eine erstmalige Produktion von Speicherchips in den USA. Dabei werde unter anderem erwogen, dass SK Hynix einen Teil von Intels geplanter Fabrik im US-Bundesstaat Ohio anmietet, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine andere Möglichkeit sei ein Joint Venture mit Intel und großen Cloud-Konzernen, die an einer gesicherten Versorgung mit Speicherchips interessiert sind, berichteten zwei der Personen.Ein Abschluss wäre ein großer Erfolg für die Regierung von US-Präsident Donald Trump, die den Druck auf Chiphersteller erhöht, angesichts der steigenden Nachfrage durch Künstliche Intelligenz in den USA zu fertigen. Eine große Hürde könnte jedoch der potenzielle Widerstand der Regierung in Seoul sein.Für SK Hynix wäre eine Fertigung in den USA trotz deutlich höherer Kosten attraktiv, da der Konzern unter dem Druck von Kunden und der US-Regierung steht. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte mit Zöllen von bis zu 100 Prozent gedroht, sollten sich Unternehmen aus Südkorea und Taiwan nicht zu mehr Produktion in den USA verpflichten. Intel wiederum könnte durch einen solchen Schritt seine seit Jahren geplante milliardenschwere Fabrik in Ohio finanziell entlasten. Eigentlich hätte diese Anfang 2025 die Produktion aufnehmen sollen, nun ist der Start der beiden Anlagen für 2030 und 2031 anvisiert. Die Regierung in Seoul könnte sich den Insidern zufolge jedoch gegen einen Transfer von Spitzentechnologien wie HBM-Speicherchips sperren, da diese als nationale Kerntechnologie gelten.SK Hynix teilte mit, man prüfe verschiedene Maßnahmen, es sei aber noch nichts entschieden. Intel lehnte eine Stellungnahme ab, erklärte aber, dass man die Investitionen in Ohio zur Vorbereitung des Standorts fortsetze. Das südkoreanische Handelsministerium sagte, eine solche Entscheidung liege im Ermessen des Unternehmens. Sollte es sich jedoch um eine „nationale Schlüsseltechnologie“ handeln, unterläge das Vorhaben einer Prüfung gemäß dem Gesetz zum Schutz industrieller Technologien.
Chefs von Nvidia und Meta lehnen koordinierte langsamere KI-Forschung abJensen Huang, der Vorstandsvorsitzende des KI-Konzerns Nvidia, hält neue Sicherheitsvorschriften für Künstliche Intelligenz für unnötig. Er argumentiert, dass die Marktkräfte den Unternehmen helfen würden, sicher innovativ zu sein. „Wir brauchen keine neuen Gesetze – wir brauchen keine neuen Vorschriften“, sagte Huang während einer Veranstaltung des Softwareunternehmens Salesforce, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet. Huang fügte demnach hinzu, dass es eine „falsche Wahl“ sei, in der Entwicklung von KI entweder auf Sicherheit oder auf Geschwindigkeit zu setzen, und bekräftigte damit einen Standpunkt, den er schon zuvor vertreten hatte. „Man kann definitiv beides gleichzeitig haben“, sagte er im Gespräch mit Salesforce-Chef Marc Benioff. „Man geht es in dem Tempo an, bis man sicher ist, dass man etwas auf den Markt bringt, das der Markt zu schätzen weiß. Die Marktkräfte sind bereits vorhanden.“Huang hat sich damit in die neu aufgeflammte Diskussion darüber eingeschaltet, wie gefährlich KI ist und wie mit den Risiken umgegangen werden sollte. Für Aufsehen sorgte in der vergangenen Woche ein ehemaliger Anthropic-Mitarbeiter, der warnte, die Menschheit selbst sei in Gefahr. Wenige Tage später kündigte der Anthropic-Chef Dario Amodei an, unabhängige Prüfer in sein Unternehmen zu holen. Er regte außerdem an, die KI-Entwicklung zu verlangsamen. Open-AI-Chef Sam Altman und Elon Musk äußerten sich daraufhin ähnlich. Der amerikanische Präsident Donald Trump beschimpfte die Tech-Unternehmen sodann und wies den Vorschlag neuer Regulierung zurück.Auch der Meta-Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg mischte sich nun erstmals in die neue KI-Debatte ein. Er erklärte, dass KI-Forschungslabore auf unabhängige Gutachter und Berater zurückgreifen sollten, um die Sicherheit der Modelle zu gewährleisten. „Die Einbindung entspricht den bewährten Praktiken der Branche“, schrieb Zuckerberg in einem Beitrag auf X.Zuckerberg wies dabei auch darauf hin, dass Meta eigenständig beschlossen habe, die Arbeit am KI-Tool „Muse“ zu verlangsamen, anstatt andere Unternehmen aufzufordern, zunächst ebenfalls ihre eigenen Fortschritte zu überprüfen. „Meta hat die Veröffentlichung von Muse um mehrere Monate verschoben, um den Fokus auf Sicherheit und Schutz zu legen“, schrieb er. „Wir haben nicht von allen anderen verlangt, dies zu tun, bevor wir es selbst tun würden. Wir haben es einfach als Teil unserer täglichen Arbeit getan, weil es eindeutig das Richtige für die Menschen und für uns war.“
OpenAI will KI mit Konkurrenten selbst regulierenDas US-Technologieunternehmen Open AI will gemeinsam mit den Konkurrenten Anthropic und Google Regeln für Künstliche Intelligenz (KI) festlegen. Dafür solle eine Selbstregulierungsorganisation geschaffen werden, erklärte Open AI am Dienstag. Hintergrund sind Warnungen aus der Branche, die Technologie könne unkontrollierbar werden.Vorbild ist den Angaben zufolge die private Aufsichtsorganisation Finra, die im Auftrag der Börsenaufsicht SEC den Wertpapierhandel in den USA beaufsichtigt. Mehrere frühere Mitarbeiter von KI-Unternehmen hatten wegen der Risiken Alarm geschlagen.
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahmDer Zugverkehr in weiten Teilen der zentralen und nördlichen Niederlande ist am Morgen durch Sabotage an den Gleisanlagen zum Erliegen gebracht worden. Nach Angaben des Netzbetreibers ProRail legten bislang unbekannte Täter auf verschiedenen Streckenabschnitten Rohre über die Gleise. Insgesamt seien an 30 Stellen solche und ähnliche Materialien entdeckt worden.Es sei klar, dass die Rohre \"dort vorsätzlich abgelegt\" wurden, sagte eine Sprecherin von ProRail der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Dadurch habe das Computersystem der Bahn Signale bekommen, wonach die Gleise an den betroffenen Stellen belegt und nicht befahrbar seien.Der niederländische Regierungschef Rob Jetten bezeichnete die Sabotageakte als \"lebensgefährlich\". Sie ziele darauf ab, \"die Gesellschaft zu destabilisieren\", sagte Jetten laut ANP. Er könne sich aber bislang nicht dazu äußern, ob es sich um Terrorismus handele oder nicht. Dafür müssten die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abgewartet werden.Laut Polizei wurden nach der Räumung der Gleise am Morgen an mehreren der Stellen erneut Materialien entdeckt, die zu Störungen hätten führen können. Der Bahnverkehr sei dennoch bis gegen Mittag weitgehend normalisiert worden, hieß es von ProRail.Der Zugverkehr war am Morgen rund um Zwolle zeitweise komplett zusammengebrochen. Auch zwischen Utrecht und Gouda sowie zwischen Apeldoorn und Deventer verkehrten keine Züge. Die Probleme hätten sich aber als kontrollierbar erwiesen: An den betroffenen Bahnhöfen sei es \"etwas voller als sonst\" gewesen, sagte die ProRail-Sprecherin. (dpa-AFX)
DeepL rüstet Sprach-KI auf: Echtzeit-Übersetzung mit eigener Stimme Das Kölner KI-Startup DeepL baut seine Technologie zur Sprachübersetzung in Echtzeit deutlich aus. Mit neuen Sprachmodellen für die Anwendung \"DeepL Voice\" will der deutsche KI-Vorreiter nicht mehr nur gesprochene Wörter übersetzen, sondern auch den individuellen Klang der Stimme sowie Tonfall, Sprechtempo und Emotionen über Sprachgrenzen hinweg bewahren. Damit will sich das Kölner Unternehmen gegen die Konkurrenz von US-Technologiekonzerne wie Microsoft, OpenAI und Google behaupten. Bislang lieferte die vor gut einem Jahr gestartete Lösung vor allem Untertitel in Videokonferenzen. Nun rückt die direkte Voice-to-Voice-Übersetzung ins Zentrum: Eine neu vorgestellte Desktop-App für Windows und Mac klinkt sich nahtlos in Plattformen wie Zoom, Microsoft Teams und Google Meet ein. Sprecher können in über 30 Sprachen übersetzt werden; die Funktion \"Speaker Match\" erhält die Stimmidentität dabei zunächst in 14 Sprachen aufrecht.\"Über die Stimme zeigen wir, wer wir sind. Sie transportiert weit mehr als nur Worte\", sagte Gründer und CEO Jarek Kutylowski der Deutschen Presse-Agentur (dpa). \"Ziel ist, dass man sich zurücklehnen kann und vergisst, dass überhaupt eine KI-Übersetzungslösung dazwischensteht\", sagte Kutylowski. Wenn etwa jemand aufgeregt oder hastig spreche, solle dies auch im übersetzten Tonfall spürbar werden.Der Fokus des Kölner KI-Spezialisten liege klar auf Firmenkunden: \"Für Unternehmen geht es nicht nur darum, an einzelnen Stellen eine E-Mail oder ein Meeting zu übersetzen. Es geht darum, ein größeres System aufzubauen, das Dokumente und Sprache einheitlich handhabt und die unternehmensspezifische Terminologie über alle Kanäle hinweg konsistent übernimmt.\"DeepL hatte zuletzt im Mai mit einem angekündigten Stellenabbau Schlagzeilen gemacht. Kutylowski hatte damals angekündigt, dass das Personal um 250 Stellen reduziert wird - rund ein Viertel der Belegschaft. Hintergrund seien die veränderten Arbeitsabläufe in der KI-Ära gewesen. Das 2017 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeiter und zählt über 200.000 Geschäftskunden. Zu den Geldgebern gehören renommierte Wagniskapitalgeber wie Benchmark, IVP und Index Ventures. (dpa)
SpaceX gewinnt ersten Kunden für Rücktransport aus dem AllDas US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat für sein neues Geschäftsfeld Starfall den ersten Kunden gewonnen. Das auf die Integration von Weltraumfracht spezialisierte Unternehmen Space Cargo habe einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, erklärte dessen Chef Nicolas Gaume der Nachrichtenagentur Reuters. Die Mission sei für das Jahr 2028 an Bord des ersten kommerziellen Fluges des neuen SpaceX-Raumschiffs Starship geplant. Starfall ist ein Dienst für den Rücktransport von Produkten und anderer Fracht aus der Erdumlaufbahn.Das in Luxemburg ansässige Unternehmen Space Cargo werde sein \"BentoBox\"-System in der Starfall-Kapsel unterbringen. Damit positioniere sich Space Cargo als Integrator im SpaceX-Programm und plane, künftig weitere solcher Missionen zu buchen, so Gaume. \"Mit unseren derzeitigen Systemen transportieren wir 200 Kilogramm, aber mit Starship und Starfall werden wir Nutzlasten von Kunden im Tonnenbereich befördern – und genau das ist unser Ziel\", fügte er hinzu.Der Rücktransport aus dem All gilt als Zukunftsmarkt, etwa für die Pharmaforschung oder die Herstellung von Glasfaserkabeln unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Der Weltraumkonzern des Milliardärs Elon Musk tritt dabei in Konkurrenz zu kleineren Anbietern wie Varda Space aus den USA oder dem deutschen Start-up ATMOS Space Cargo. Das Starship-Programm von SpaceX ist jedoch seit Jahren im Verzug. Der erste kommerzielle Flug im Jahr 2028 deutet darauf hin, dass die Rakete in den kommenden Jahren zunächst für interne Missionen wie den Transport von Starlink-Satelliten eingesetzt wird. (Reuters)
KI von Mistral soll Total Energies bei Erkundung neuer Öl- und Gasvorkommen helfenDer französische Mineralölkonzern Total Energies setzt bei der Erkundung fossiler Förderstätten auf Künstliche Intelligenz (KI). Er gab am Dienstag in Paris eine dreijährige Partnerschaft mit dem französischen KI-Unternehmen Mistral bekannt, die mit einer Investition von mehr als 100 Millionen Euro verbunden ist. Ziel sei, eine neue Generation von KI-Spitzenmodellen zu entwickeln, um die Geowissenschaftler des Konzerns „bei der Exploration, Charakterisierung und Erschließung von Öl- und Gaslagerstätten zu unterstützen“.Exploration und Lagerstättenplanung gehörten zu den Bereichen, in denen KI „den größten Mehrwert für unsere Aktivitäten“ schaffen könne, erklärte Total-Energies-Chef Patrick Pouyanné. Geowissenschaftliche Daten eines gesamten Jahrhunderts – kombiniert „mit dem Fachwissen unserer Teams und den Kompetenzen von Mistral“ – sollten die Entwicklung einer neuen Generation von Tools ermöglichen, „die unsere Experten bei der Analyse komplexester Daten und bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützen“. Geplant ist dem Energiekonzern zufolge die Einrichtung eines gemeinsameseines gemeinsamen Forschungslabors. Die KI-Modelle sollen dann nicht nur Szenarien für die Erschließung neuer Förderstätten liefern, sondern auch für „die Optimierung und Verlängerung der Lebensdauer bestehender Projekte“. Die Partnerschaft unterstreiche zudem das Engagement von Total Energies, „zur Entwicklung eines leistungsstarken europäischen digitalen Ökosystems beizutragen“, erklärte Pouyanné.
Musk lässt Wettbewerbsklage gegen Apple fallenTech-Milliardär Elon Musk verfolgt eine Klage, in der er Apple unfairen Wettbewerb vorwirft, nicht weiter. Er hatte den iPhone-Konzern sowie den ChatGPT-Erfinder OpenAI vor gut einem Jahr vor Gericht gezerrt. Musks Behauptung damals: Apple behindere andere Chatbots wie seine Software Grok, um ChatGPT einen Vorteil zu verschaffen. Jetzt hieß es in Gerichtsunterlagen, die Vorwürfe gegen Apple seien ausgeräumt worden - ohne Details dazu, auf welche Weise genau. Die Klage gegen OpenAI bleibe aber bestehen. Musk, einst ein früher Investor bei dem ChatGPT-Entwickler, führt schon seit Jahren eine Fehde gegen OpenAI-Chef Sam Altman.Musks Vorwürfe gegen Apple gingen auf eine 2024 vorgestellte Kooperation des Konzerns mit OpenAI zurück. Dabei können Nutzer von iPhones und anderen Geräten Anfragen, die die hauseigene Sprachassistentin Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterreichen. Kurz bevor Musks Rückzieher bekannt wurde, führte Apple in den USA eine neue Version von Siri ein, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz verbessert wurde. Sie wurde bei Apple selbst entwickelt - Googles KI-Modell Gemini diente dabei als Basis für einige Funktionen.