FAZ 23.09.2026
07:14 Uhr

Business-Ticker: ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel an Tankstellen


Deutschland und Niederlande fördern Entwicklung von KI-Chips +++ Trump will Begriff KI mit „Superintelligenz“ ersetzen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Business-Ticker: ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel an Tankstellen

USA prüfen wegen hoher Spritpreise Exportstopp für DieselAngesichts steigender Preise vor allem für Diesel prüft die US-Regierung einen Exportstopp des Kraftstoffs. Die USA produzierten viel Diesel und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben, sagte US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Er habe sich bereits seit längerem für die Maßnahme ausgesprochen.Finanzminister Scott Bessent fügte hinzu, die Regierung prüfe derzeit die Machbarkeit eines solchen Schritts. Möglich sei ein vollständiger oder auch ein Teil-Stopp der Ausfuhren. Die Folgen eines solchen Schritts könnten dann auch in Europa spürbar sein: Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel. Vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war Russland noch einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten der EU-Staaten gewesen. Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise in den USA erheblich gestiegen – ein Thema, das Trump vor den Kongresswahlen im November immer stärker unter Druck setzt. Für Benzin zahlen US-Amerikaner im Schnitt fast 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn. Der Preis für Diesel stieg kürzlich sogar auf ein neues Rekordhoch. Vor diesem Hintergrund hatten einige Republikaner zuletzt einen Exportstopp gefordert und den Iran-Krieg in ungewöhnlicher Deutlichkeit für die hohen Preise verantwortlich gemacht. 

Deutschland und Niederlande fördern Entwicklung von KI-ChipsDeutschland und die Niederlande wollen mit einem ​gemeinsamen Förderprogramm die Entwicklung europäischer KI-Prozessoren vorantreiben. Dabei gehe es nicht ⁠um die lediglich schrittweise Verbesserung bestehender Technologien, betonte Jano Costard, Leiter der Innovationswettbewerbe bei der deutschen Agentur für Sprunginnovation (Sprind), am Mittwoch in einem ‌Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Nur so haben wir die Chance, einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Teilen der Welt zu erlangen.“Hierfür stellt Sprind gemeinsam ‌mit ihrem neu ‌gegründeten niederländischen Pendant National Agency for Disruptive Innovation (Nadi) 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das Ziel des Programms sei es, die Entwicklungszeit für neue Prozessoren deutlich ​zu verkürzen. Zu Beginn würden ⁠mehrere Forschungsteams gefördert, um aus verschiedenen technologischen Ansätzen die vielversprechendsten herauszufiltern, erläuterte Costard.Die Kooperation zwischen den ​beiden Agenturen habe auf der Hand gelegen, sagte Nadi-Mitgründer und -Chef Jelle Prins. ⁠Die Niederlande verfügten ‌mit ASML über den weltweit führenden Anbieter von Anlagen zur Chip-Herstellung. Deutschland sei stark in der Forschung und habe eine breite industrielle Basis. ⁠Potenzial sieht Prins ⁠vor allem bei Prozessoren für den laufenden Betrieb Künstlicher Intelligenz (KI). Die enorm leistungsstarken ⁠Chips ​des ⁠Weltmarktführers Nvidia seien zwar ideal für ​das KI-Training, für die sogenannte Inferenz jedoch überdimensioniert. „Es ‌ist so, als würde man seinen Einkauf mit einem Laster erledigen ​statt mit einem Einkaufswagen.“ 

Trump will Begriff KI mit „Superintelligenz“ ersetzenUS-Präsident Donald Trump will den Begriff „Superintelligenz“ anstelle der gewohnten Bezeichnung Künstliche Intelligenz etablieren. In amerikanischen Regierungsdokumenten werde künftig von Superintelligenz die Rede sein – und hoffentlich werde der Rest der Welt das übernehmen, sagte Trump vor der UN-Vollversammlung. Der Begriff Künstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen, begründete der US-Präsident seinen Vorstoß. „Und sie ist nicht fake. Sie ist tatsächlich erstaunlich.“Zugleich bekräftigte Trump, dass er auf eine beschleunigte KI-Entwicklung in den USA setzt – trotz wachsender Warnungen vor existenziellen Risiken der Technologie. „Ich werde nicht das Wachstum von etwas abwürgen, das größer sein wird als die Industrie-Revolution“, sagte er in New York. Die USA seien bei KI China und dem Rest der Welt weit voraus, und dies werde auch so bleiben. 

100 Euro für Berufstätige: Frankreich weitet Tankhilfen für Berufstätige und Firmen ausAngesichts der wegen der Spannungen im Nahen Osten stark steigenden Kraftstoffpreise weitet Frankreich seine Tankzuschüsse für Berufstätige und bestimmte Wirtschaftszweige aus. Der Zuschuss von 100 Euro für Berufstätige, die für die Fahrt zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind, wird für die Monate Oktober bis Dezember erneut gezahlt, kündigte die Regierung in Paris an. Weil die Einkommensgrenze für die Inanspruchnahme des Zuschusses angehoben wird, können statt drei Millionen künftig 5,5 Millionen Menschen die Hilfe beantragen. Auch Pflegekräfte, die per Auto zu ihren Patienten fahren, erhalten einen Zuschuss.Wie zuvor bereits angekündigt, verlängert Frankreich außerdem die Tankzuschüsse für die Landwirtschaft, das Baugewerbe und Fischer bis zum Jahresende. Firmen können ihren Angestellten zudem eine steuerfreie Tankprämie von bis zu 1.000 Euro pro Jahr zahlen, kündigte die Regierung an. Ebenfalls wird der an einkommensschwache Haushalte einmal im Jahr gezahlte Energiescheck im kommenden Jahr erneut gezahlt, und zwar nicht wie üblich im April, sondern bereits in der Heizperiode im Januar.„Wir sind uns bewusst, dass die Situation für unsere Bürger sehr schwierig ist“, sagte Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure. Die Tankzuschüsse sollten Menschen mit geringem Einkommen helfen, die Wirtschaft stützen und zugleich den Haushalt nicht vollkommen aus dem Gleichgewicht bringen. Insgesamt geht es um Hilfen im Umfang von 450 Millionen Euro. 

Nicht mehr größter Anteilseigner von Wafer-Hersteller Siltronic: Wacker Chemie verkauft weiteres AktienpaketDer Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie trennt sich von ​einem weiteren Aktienpaket der ehemaligen Tochter Siltronic und dürfte damit seine Position ⁠als größter Anteilseigner des Wafer-Herstellers verlieren. Wacker will über Nacht 2,2 Millionen Siltronic-Aktien bei institutionellen Investoren platzieren und seine Beteiligung dadurch von bisher 21,67 Prozent ‌auf knapp 15 Prozent reduzieren, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Den Auftrag dafür haben die Bank of America (BofA Securities) und die ‌Deutsche Bank.Der Verkauf ‌könnte zum Xetra-Schlusskurs von 82,75 Euro einen Erlös von rund 182 Millionen Euro bringen, allerdings werden Aktien bei solchen Platzierungen meist mit einem Abschlag von drei ​bis sieben Prozent verkauft. Im ⁠Frankfurter Parketthandel lagen Siltronic am Abend bei 81,60 Euro.Siltronic hatte zuletzt an der Börse vom ​KI-Boom profitiert. Anleger setzen darauf, dass für die neuen Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz (KI) mehr ⁠Chips benötigt ‌werden, für die Siltronic in Form von Siliziumscheiben die Grundlage schafft. Wacker Chemie hatte bereits Ende Mai die Gelegenheit genutzt, um seine Beteiligung von 31 ⁠auf knapp 24 ⁠Prozent zu reduzieren. Mit einer Kapitalerhöhung wurde der Anteil weiter verwässert. Die niederländische ⁠Beteiligungsgesellschaft ​HAL Trust, ⁠die bereits zuvor 15,1 Prozent an ​Siltronic gehalten hatte, hatte sich an der Kapitalerhöhung ‌dem Unternehmen zufolge „mit einer bedeutenden Order beteiligt“ und dürfte mit der neuen Wacker-Platzierung ​zum größten Aktionär werden. 

Siemens und Hitachi erhalten Milliardenauftrag der ÖBBDie Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben einen ​Milliardenauftrag zur Digitalisierung ihrer Stellwerke an Siemens Mobility und ⁠den japanischen Bahntechnikkonzern Hitachi Rail vergeben. Die Rahmenvereinbarung hat ein Gesamtvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro, teilten ‌die ÖBB am Dienstag mit. Auf Siemens Mobility entfallen davon eigenen Angaben zufolge Aufträge im Wert ‌von rund ‌1,3 Milliarden Euro, der Rest auf Hitachi Rail. Ein erster Pilotbetrieb ist für 2030 geplant, danach soll die ​neue Technik schrittweise in ⁠ganz Österreich eingeführt werden.Johann Pluy, Vorstand der ÖBB-Infrastruktur, bezeichnete das digitale Stellwerk ​als Schlüsseltechnologie für die Eisenbahn der Zukunft. Ziel sei ⁠es, den Bahnverkehr ‌in Österreich effizienter, robuster und leistungsfähiger zu machen. Österreichs Infrastrukturminister Peter Hanke sagte, die Investition werde die ⁠Verlässlichkeit und ⁠Pünktlichkeit verbessern. Die digitalen Stellwerke steuern Weichen und Signale und ⁠sollen ​langfristig die ⁠bestehenden Anlagen ersetzen. ​Den ÖBB zufolge erfüllt die Technologie zudem ‌hohe Anforderungen an die Cybersicherheit. 

Bitkom: Deutscher KI-Markt wächst 2026 um fast 50 ProzentDie Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) ziehen in Deutschland rasant an. Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom steigen die Gesamtausgaben für KI-Software, Dienstleistungen und Hardware im laufenden Jahr um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2025 hatte das Marktvolumen noch bei 19,4 Milliarden Euro gelegen.Grundlage der Erhebung sind Daten des IT-Marktforschungsunternehmens IDC. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, bei KI sei der Übergang von der bloßen Experimentierphase hin zu einem breiten produktiven Einsatz zu beobachten. Entsprechende Anwendungen würden mittlerweile branchenübergreifend und in Betrieben jeder Größe genutzt, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu verbessern.Der Löwenanteil der Ausgaben stellt laut Verband die KI-Software dar. Für sie werden in diesem Jahr voraussichtlich 16,0 Milliarden Euro aufgewendet, was einem Zuwachs von 65 Prozent entspricht. Für damit verbundene Dienstleistungen veranschlagt die Branche 6,8 Milliarden Euro (plus 30 Prozent), während auf Hardware-Investitionen 5,8 Milliarden Euro entfallen (plus 32 Prozent). Ein Ende des Aufwärtstrends ist nach Einschätzung der Analysten nicht in Sicht: Für das Jahr 2027 prognostiziert das Marktforschungsinstitut IDC für Deutschland ein weiteres Marktwachstum um 40 Prozent auf dann 40,3 Milliarden Euro. 

Tui erwartet leichten Gewinnrückgang und bremst das AngebotDer Reisekonzern Tui rechnet für das ​bis Ende September laufende Geschäftsjahr mit einem Ergebnisrückgang. ⁠Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) werde zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen, präzisierte das Unternehmen am Dienstag seine bisherige Prognose. ‌Zuvor war die Spanne breiter mit 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro; das obere Ende entsprach dem Vorjahresniveau. Im Kerngeschäft ‌mit Pauschalreisen ‌blieben die gebuchten Umsätze unter Vorjahr. In der zu Ende gehenden Sommersaison belief sich der Rückgang auf fünf Prozent, die ​bevorstehende Wintersaison verzeichnet sieben Prozent ⁠weniger als im Vorjahreszeitraum.Tui führte die Entwicklung auf das herausfordernde geopolitische und wirtschaftliche ​Umfeld zurück. „Der Trend zu kurzfristigen Buchungen setzt sich fort“, erklärte ⁠der Tourismusriese. „In diesem Umfeld ‌steuern wir unsere Kapazitäten weiterhin vorsichtig und erhalten uns die Flexibilität, diese entsprechend der Kundennachfrage anzupassen.“ Die Durchschnittspreise waren ⁠etwas höher; in ⁠den Hotels und Resorts im zu Ende gehenden Schlussquartal vier ⁠Prozent, bei den weiterhin boomenden ​Kreuzfahrten zwei Prozent über dem Vorjahr. Seine Bilanz wird Tui im Dezember vorlegen.

Evonik hält an Abbau von 3.200 Stellen festDer Spezialchemiekonzern Evonik wird angesichts der Branchenkrise seinen Umbau auch unter Interimschef ​Claus Rettig fortsetzen. „Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser ⁠aufzustellen“, sagte Rettig am Dienstag nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Umbau von Evonik werde auf allen Ebenen fortgesetzt. Der Essener Konzern hatte bereits angekündigt, bis Ende 2029 ‌rund 3200 Arbeitsplätze zu streichen, 2150 davon in Deutschland.Von den Tochtergesellschaften Oxeno und Syneqt mit rund 4300 Beschäftigten will sich der Konzern trennen. „Wir sprechen bei Oxeno mit Investoren, ‌im Falle Syneqts ist das noch ‌nicht der Fall“, sagte Rettig: „Aber es ist klar, dass es in beiden Fällen zum Verkauf kommen wird.“ Bei Oxeno soll es im laufenden Jahr Fortschritte geben, bei Syneqt – mit 3500 Beschäftigten ⁠in Marl und Wesseling – soll der Verkaufsprozess 2027 starten.Der 66-jährige Rettig ist vorübergehend an die Spitze des Essener ​Konzerns gerückt. Vorstandschef Christian Kullmann war im August überraschend wegen einer Erkrankung „bis auf Weiteres“ ausgeschieden. Er soll nach ⁠seiner Genesung aber ‌wieder zurückkehren. „Christian Kullmann hat seine Operation gut überstanden“, sagte Rettig. Kullmann befinde sich auf dem Weg der Besserung. „Ich bin zuversichtlich, dass er im kommenden Jahr zurückkommen wird“, betonte Rettig.Kullmann hatte den Umbau Evoniks ⁠angestoßen, Rettig will nun ⁠Kurs halten. Details des Umbauprogramms seien ausgearbeitet. Erstmals sollen nun auch Mitarbeiter mit Abfindungen dazu gebracht ⁠werden, den ​Konzern zu ⁠verlassen, bei dem es keine betriebsbedingten Kündigungen ​geben soll. Ein erstes Restrukturierungsprogramm hatte bei jährlichen Einsparungen von rund ‌400 Millionen Euro etwa 250 Millionen Euro gekostet, das aktuelle werde „wohl teurer werden“. Evonik brauche aber ​die Fokussierung auf profitable Geschäfte, um das ​eigene Wachstum zu stärken, sagte Rettig.

Merz unterzeichnet Aufruf dafür, dass KI unter menschlicher Kontrolle bleibtIm Vorfeld der UN-Generaldebatte haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und 17 weitere Staats- und Regierungschefs einen Aufruf für verbindliche Sicherheitsregeln für besonders leistungsfähige KI-Modelle unterzeichnet. Solche Systeme würden bei unzureichender Kontrolle „ernste Risiken für Sicherheit und Schutz\" bergen, heißt es in der am Montag veröffentlichten Erklärung, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.Künstliche Intelligenz (KI) müsse „unter menschlicher Leitung, Aufsicht und Kontrolle\" bleiben, fordern die Unterzeichner weiter. Unternehmen sollten unter anderem zu Tests, unabhängigen Prüfungen und transparenten Sicherheitsprotokollen verpflichtet werden.

Irische Behörde verhängt Strafe von 400 Millionen Euro gegen GoogleDas US-Unternehmen Google soll in der EU eine weitere Millionenstrafe wegen Datenschutzverstößen zahlen. Die irische Datenschutzbehörde (DPC) verhängte am Montag ein Bußgeld in Höhe von 403 Millionen Euro, weil Google zwischen Mai 2018 und Februar 2020 mit der Nutzung von Standortdaten seiner Nutzer gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung verstoßen habe. Google hat seinen EU-Sitz in Irland, weshalb die DPC für die Durchsetzung von EU-Recht gegenüber dem US-Unternehmen zuständig ist. Der stellvertretende Leiter der DPC, Graham Doyle, erklärte, dass Nutzern von Google-Diensten „möglicherweise nicht bewusst war, dass ihr Standort beispielsweise dazu genutzt wurde, sie durch Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen“. Verschärft worden seien diese Datenschutzverstöße dadurch, dass Google die Standortdaten „länger als nötig“ gespeichert habe.„In diesem Fall geht es um alte Richtlinien, die inzwischen aktualisiert wurden“, erklärte ein Sprecher von Google. „Seit 2019 haben wir unsere Vorgehensweisen erheblich weiterentwickelt und leistungsstarke Tools eingeführt, die die Verwaltung von Standortdaten vereinfachen.“ Die Geldstrafe ist die bislang vierthöchste der von der DPC verhängten Bußgelder gegen Google. 

Entscheidung zu Neubaustrecke Hannover-Hamburg verschobenDie schwarz-rote Koalition verschiebt eine Entscheidung über eine Bahn-Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover. Union und SPD beantragten dies entsprechend, wie es in Koalitionskreisen hieß. Auch der NDR berichtete darüber.Geplant war, dass sich der Verkehrsausschuss an diesem Mittwoch mit der Neubaustrecke befasst und am Donnerstag der Bundestag. Die zuständigen Verkehrspolitiker der schwarz-roten Koalition im Bundestag hatten sich in einem Entwurf für eine Beschlussvorlage für einen Neubau statt eines Ausbaus ausgesprochen. Zugleich hieß es in der vergangenen Woche aus der Koalition, an dem Entwurf werde noch gearbeitet. Die Befassung im Bundestag gilt als ein wichtiger Schritt für eine Neubaustrecke, die in Niedersachsen umstritten ist. 

Skoda setzt auf Interims-Chef Nach dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden Klaus Zellmer wird die tschechische Automarke Škoda vorübergehend von einem kommissarischen Chef geführt. Wie aus informierten Kreisen verlautete, leitete der Finanzchef der Marke, Holger Peters, schon am Montag die Vorstandssitzung am Stammsitz in Mladá Boleslav. Das berichtet unser Korrespondent Christian Müßgens. Peters soll nun an der Spitze bleiben, bis Škoda und der Mutterkonzern Volkswagen einen neuen, dauerhaften Vorstandsvorsitzenden gefunden haben. Wann das passiert, war am Montagnachmittag zunächst offen. Die Ankündigung, dass Zellmer geht, soll auch intern recht überraschend gekommen sein, so dass die Nachfolge nicht direkt geklärt war.Wie am Sonntag bekanntgeworden war, wechselt der 59 Jahre alte VW-Manager Zellmer als Vorstandsvorsitzender zum Konkurrenten Volvo, wo er Håkan Samuelsson ablösen soll. Der Schritt sei spätestens für Oktober 2027 geplant, hieß es von Volvo. Wegen der Schutzklauseln, die für solche ranghohen Wechsel innerhalb der Branche greifen, war aber wohl unmittelbar klar, dass Zellmer nicht länger an der Spitze von Škoda stehen kann. Die tschechische Marke gehört innerhalb des VW-Konzerns im Moment zu den wenigen Erfolgsgeschichten und lag mit einer Rendite von gut acht Prozent zuletzt sogar vor den einstigen Gewinnbringern Porsche und Audi.Entsprechend positiv waren die Worte, die Škoda und VW ihrem scheidenden Manager am Montag mit auf den Weg gaben: Zellmer habe die Marke „durch eine Phase tiefgreifender Transformation, Internationalisierung und profitablen Wachstums“ geführt, hieß es. Unter seiner Führung habe das Unternehmen „Rekordergebnisse bei Absatz, Umsatz und Profitabilität“ erzielt. Zellmer war vor vier Jahren an die Spitze der tschechischen Marke gekommen und zwischenzeitlich schon für weitere Aufgaben im VW-Konzern gehandelt worden, etwa für die Führung von Porsche, die dann aber an einen anderen Manager ging.

Grünenthal kauft Krebsmedikament Stivarga von BayerDer Aachener Arzneimittelhersteller Grünenthal übernimmt für bis ​zu 375 Millionen Euro das Krebsmedikament Stivarga von Bayer. Das Geschäft ⁠soll nach Zustimmung der Behörden Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das Mittel wird ‌in Tablettenform gegen bestimmte fortgeschrittene Krebserkrankungen wie Darm- und Leberkrebs eingesetzt und ist in mehr als 90 Ländern zugelassen.Für Bayer ‌war der Umsatz ‌mit Stivarga zuletzt rückläufig. Im Jahr 2025 sanken die Erlöse mit dem Medikament um 27 Prozent auf 338 Millionen Euro. Das lag ​vor allem an deutlichen Rückgängen in ⁠China, wo staatliche Großeinkäufe für einen hohen Preisdruck sorgen. Der Patentschutz für das Mittel ​läuft voraussichtlich 2029 in der Europäischen Union und 2030 in den ⁠USA aus. Grünenthal rechnet ‌damit, dass Stivarga 2027 bis zu 100 Millionen Euro zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern wird.