FAZ 19.05.2026
11:07 Uhr

Business-Ticker: Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhoben


Ifo: Jeder fünfte Selbstständige sieht wirtschaftliche Existenz gefährdet +++ Bund startet Uniper-Verkauf +++ Standard Chartered streicht 7000 Stellen – die KI soll übernehmen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Anklage gegen Tengelmann-Chef Christian Haub erhoben

Sammelklage gegen Amazon Prime: Kläger gehen von Scheitern aus Eine Sammelklage von bisher 220.000 deutschen Verbrauchern gegen die Werbepraxis beim Streamingdienst Amazon Prime droht in erster Instanz zu scheitern. Das Bayerische Oberste Landesgericht hat bei der Verhandlung am Dienstag in München erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit der Klage aufgeworfen, teilte die Verbraucherzentrale Sachsen, die die Sammelklage gebündelt und vor Gericht gebracht hatte, nach der mündlichen Verhandlung mit. Ein Gerichtssprecher sagte, die Entscheidung, die am 17. Juli verkündet werden soll, sei offen. Es gebe Zweifel, ob Amazon tatsächlich in den Nutzungsbedingungen Werbefreiheit zugesichert habe. Die entsprechenden Klauseln, die die Klageseite angeführt habe, sehe das Gericht nicht so eindeutig wie die Kläger. „Sollte das Gericht die geäußerte Rechtsauffassung auch im Urteil beibehalten, werden wir in jedem Fall den Weg zum Bundesgerichtshof gehen!“, kündigte der Vorsitzende der Verbraucherzentrale Sachsen, Andreas Eichhorst, an. Im Kern bemängelt die Verbraucherzentrale, dass der Online-Riese seinen zunächst werbefrei angebotenen Streamingdienst mit Werbespots versetzt hat. Kunden wurden vor die Wahl gestellt, zum gleichen Preis mit Werbung weiterzuschauen oder einen Aufpreis für einen weiterhin werbefreien Streamingdienst zu zahlen. Darin sah die Verbraucherzentrale eine unzulässige nachträgliche Verschlechterung der Vertragsbedingungen. Nutzer, die sich benachteiligt fühlen, können sich noch bis zum 9. Juni der Sammelklage anschließen. Grundlage ist das sogenannte Verbraucherrechtedurchsetzungsgesetz. Dieses beruht auf einer EU-Richtlinie, die Sammelklagen nach US-Muster auch in Deutschland möglich macht. Laut Verbraucherzentrale Sachsen haben sich der Klage gegen Amazon bisher knapp 220.000 Menschen angeschlossen. 

Kreuzfahrtreisen bei Deutschen beliebt wie nie – 2026 Rekord erwartet Die deutsche Reisebranche rechnet auch nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff mit einem weiteren Rekordjahr für ⁠den Urlaub auf hoher See. „2026 setzt sich der Nachfrageanstieg fort“, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters mit. „Wir rechnen für dieses Jahr weiterhin mit wachsenden Passagierzahlen.“ Die Kreuzfahrtbranche blickt auf ein Rekordjahr zurück: 2025 traten 1,51 Millionen Menschen eine Hochseekreuzfahrt ‌von einem der deutschen Häfen an der Nord- und Ostsee an – so viele wie noch nie, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Das waren 4,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 betrug der Anstieg ‌13,5 Prozent. Während der Pandemie waren ‌die Zahlen wegen der Reisebeschränkungen eingebrochen.„Kreuzfahrten waren auch 2025 der Wachstumsmotor für die deutsche Reisewirtschaft“, betonte der DRV. Die Deutschen gaben demnach für Hochsee- und Flusskreuzfahrten rund 6,7 Milliarden Euro aus und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Kreuzfahrt überzeugt mit klar kalkulierbaren ​Leistungen und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis“, so der Reiseverband zur wachsenden Beliebtheit.Dieser ⁠tut offenbar der Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ während einer Atlantikreise mit drei Todesfällen keinen Abbruch. Das Hantavirus ist ein weltweit verbreiteter ​Erreger, der vor allem von Nagetieren wie Mäusen und Ratten übertragen wird. Während Infektionen in Mitteleuropa oft mild oder sogar ohne Symptome verlaufen, können bestimmte Virus-Stämme ⁠im Ausland ‌lebensgefährlich sein.

Französische Mistral kauft österreichisches KI-Startup Emmi AIDer französische KI-Entwickler Mistral übernimmt das österreichische Startup Emmi AI. ​Damit will das Unternehmen sein Angebot für Industriekunden in Europa ausbauen, teilte Mistral am Dienstag ⁠mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Emmi AI aus Linz ist auf Modelle spezialisiert, die komplexe physikalische Vorgänge wie Luftströmungen, Wärmeübertragung und Materialbelastung berechnen können. Mistral-Chef Arthur Mensch erklärte, die Übernahme ‌solle die Position seines Unternehmens als Partner für Hersteller in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der Halbleiterfertigung stärken.Mistral AI ist eine 2023 gegründete Firma aus ‌Paris, das große Sprachmodelle entwickelt ‌und zu den führenden europäischen Anbietern von Künstlicher Intelligenz (KI) zählt. Es entwickelt kundenspezifische KI-Programme für die Industrie. Solche spezialisierten Modelle seien allgemeinen Standardlösungen überlegen, so das Unternehmen. Mit der Technik von Emmi AI lassen ​sich physikalische Prozesse in der realen Welt ⁠künftig präziser simulieren. 

Opel-Mutter Stellantis will E-Auto für 15.000 Euro bauenDer Autokonzern Stellantis will seinen ersten Elektro-Kleinwagen nach neuen EU-Vorgaben in Italien bauen. Das noch namenlose Fahrzeug soll ab 2028 im italienischen Werk Pomigliano vom Band laufen, wie die Opel-Mutter mitteilte. Dort wird bislang der Fiat Panda gebaut.Das Auto soll den angekündigten EU-Vorgaben für das „E-Car“ entsprechen, die es europäischen Herstellern ermöglichen sollen, kostengünstige Kleinwagen in Europa zu bauen und zu vermarkten. Um die Preisspanne zwischen 15.000 und 20.000 Euro zu erreichen, sind voraussichtlich Lockerungen der Regulierungsvorgaben notwendig. Vorbild sind japanische Kei-Cars, die in Größe und Leistung beschränkt, aber vollwertige Pendler-Mobile sind.Stellantis nannte auf Nachfrage einen voraussichtlichen Preis von um die 15.000 Euro. Das Auto wird voraussichtlich unter zwei Konzernmarken verkauft. Der neue Kleinwagen soll gemeinsam mit externen Partnern entwickelt werden. 

Google und Blackstone planen offenbar KI-Cloud-Firma für fünf Milliarden DollarDie Alphabet-Tochter Google ​und der Finanzinvestor Blackstone planen einem ⁠Medienbericht zufolge die Gründung eines gemeinsamen Cloud-Unternehmens für Künstliche Intelligenz (KI). Blackstone werde ‌sich mit fünf Milliarden Dollar an dem noch namenlosen US-Projekt beteiligen ‌und die ‌Mehrheit halten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf Insider. Eine ​offizielle Ankündigung ⁠werde in Kürze erwartet. Google solle die Hardware, darunter die ​als Tensor Processing Units (TPU) bekannten Spezialchips, ⁠sowie Software und ‌Dienstleistungen beisteuern. Geleitet werden soll das neue Unternehmen demnach von dem ⁠langjährigen Google-Manager ⁠Benjamin Treynor Sloss. Stellungnahmen der beiden ⁠Konzerne lagen ​zunächst nicht ⁠vor. 

Ifo-Umfrage: Jeder fünfte Selbstständige sieht wirtschaftliche Existenz gefährdetMehr als jeden fünften Selbstständigen in Deutschland plagen angesichts ​fehlender Aufträge akute Sorgen. 20,6 Prozent bangen um ihre wirtschaftliche Zukunft, wie aus der ⁠am Dienstag veröffentlichten April-Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft liegt dieser Wert mit 8,1 Prozent weniger als halb so hoch. \"Die Kombination aus Auftragsmangel und wachsender ‌Unsicherheit belastet die Selbstständigen zunehmend\", sagte Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber.Knapp der Hälfte der Befragten (48,4 Prozent) fehlten im April Aufträge – etwas mehr als im Januar, als dies 46,6 ‌Prozent sagten. Der Anteil ist ‌damit unter sogenantnen Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen höher als in der Gesamtwirtschaft mit 39,0 Prozent. \"Viele Unternehmen halten sich bei Aufträgen zurück, gleichzeitig bleibt die Konsumlaune gedämpft\", sagte Demmelhuber.

Bund startet offenbar Verkauf von Energiekonzern UniperGut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper leitet die Bundesregierung laut Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ am Dienstag den weitgehenden Wiederverkauf des Unternehmens ein. Das Privatisierungskonzept des Finanzministeriums sehe vor, dass der Bund seine Beteiligung ab Ende 2026 von aktuell 99,1 Prozent auf 25 Prozent plus eine Aktie reduziert, berichtete die Zeitung.Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro. Diese Summe sei angesichts der sehr geringen Zahl gehandelter Anteilsscheine aber „mit Vorsicht zu genießen“, schreibt die „Süddeutsche“. So könnte der Aktienkurs in dem Moment, da der Bund größere Mengen zum Verkauf anbietet, deutlich sinken. Dennoch deuteten die derzeitigen Werte darauf hin, dass Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit mindestens hohen einstelligen Milliardeneinnahmen rechnen könnte. 

Standard Chartered streicht 7000 Stellen – KI soll übernehmenDie britische Großbank Standard Chartered will ​ihre Profitabilität mit einem umfassenden Stellenabbau steigern und hat ⁠dafür ein neues Renditeziel ausgegeben. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen, was mehr als 7000 Jobs ‌entspricht, wie der Finanzdienst Reuters mitteilt. Die Eigenkapitalrendite (ROTE) solle im Gegenzug bis zum Jahr 2028 auf mehr als 15 Prozent und bis 2030 auf rund 18 Prozent ‌steigen, teilte ‌das auf Asien und Afrika fokussierte Institut am Dienstag mit.\"Es geht hierbei nicht um reine Kostensenkungen\", sagte Bankchef Bill Winters. Es gehe ​darum, einfache Arbeit durch ⁠Investitionen in Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI) zu ersetzen.

Hornbach gewinnt trotz gestiegener Kosten Marktanteile hinzu – Gewinn stabilDie Baumarktkette Hornbach hat ​sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 trotz eines schwierigen ⁠Konsumumfelds behauptet. Gestiegene Personal- und Betriebskosten hätten zwar das Ergebnis belastet, teilte der Konzern am Dienstag ‌mit. Hornbach habe aber Marktanteile in Deutschland und Europa hinzugewonnen und von einer verbesserten Handelsspanne profitiert. ‌So kletterte ‌der Umsatz um 3,8 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) mit 264,7 Millionen ​Euro nur leicht unter ⁠dem Vorjahreswert lag. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von ​2,40 Euro je Aktie erhalten.Für das laufende ⁠Geschäftsjahr 2026/27 rechnet ‌das Management mit einem Umsatz auf oder leicht über dem Niveau des Vorjahres und einem ⁠bereinigten Ebit ⁠in etwa auf Vorjahreshöhe. „Wir blicken zuversichtlich auf ⁠das ​laufende ⁠Geschäftsjahr 2026/27, auch wenn das ​Marktumfeld anspruchsvoll bleibt“, sagte der Vorstandschef ‌Albrecht Hornbach. 

Bundeswehr will bei Rheinmetall 2030 Lkw für eine Milliarde Euro bestellen Die Bundeswehr ​will beim Rüstungskonzern Rheinmetall 2030 Lastwagen für etwas über ⁠eine Milliarde Euro bestellen. Die Lieferung soll bis November 2026 abgeschlossen sein, wie aus einer Vorlage ‌des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Konkret sollen die ‌Transportfahrzeuge bei ‌der Rheinmetall-Tochter Rheinmetall MAN Military Vehicles geordert werden.Mit den Fahrzeugen sollen die Transportkapazitäten und die Mobilität der Truppe für ​die Landes- und ⁠Bündnisverteidigung gestärkt werden. Die Bestellung ist die vierte aus einem bestehenden Rahmenvertrag, der ​die Lieferung von insgesamt bis zu 6500 Fahrzeugen vorsieht. ⁠Bislang wurden ‌aus dem Vertrag knapp 1400 Fahrzeuge abgerufen. Die voraussichtlichen Nutzungskosten für die nun bestellten Lkw werden in ⁠dem Dokument über ⁠die kommenden 15 Jahre auf ebenfalls etwas über ⁠eine Milliarde ​Euro ⁠beziffert. Rheinmetall MAN Military ​Vehicles ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und ‌dem zum Volkswagen-Konzern gehörenden Lkw-Bauer MAN. 

Uber wird größter Aktionär von Delivery HeroDer US-Fahrdienst Uber hat sich zum größten Aktionär des ​Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero aufgeschwungen. Der mit „Uber Eats“ auch als Lieferdienst aktive US-Konzern ⁠hält nach eigenen Angaben vom Montag inzwischen 19,5 Prozent der Anteile an Delivery Hero. Darüberhinaus habe Uber über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent der Anteile ‌und könne damit auf eine Sperrminorität kommen, teilte Delivery Hero ergänzend mit. Eine weitere Aufstockung auf 30 Prozent – was ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre ‌nach sich ziehen würde – ‌sei „derzeit“ aber nicht beabsichtigt, erklärte Uber in einer Pflichtmitteilung. Trotzdem sprang die Delivery-Hero-Aktie um 5,6 Prozent auf 31,15 Euro.Delivery Hero sieht die Investition von Uber als „weitere Bestätigung seiner ​Plattform und seiner Everyday-App-Strategie“, wie es in ⁠einer Mitteilung hieß. „Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin auf seine Performance im operativen Geschäft sowie auf die Prüfung ​strategischer Optionen, um langfristigen Wert für alle Aktionäre zu schaffen.“ Erst Mitte April hatte Uber dem ⁠bisher größten ‌Aktionär des Berliner Unternehmens, dem niederländischen Finanzinvestor Prosus, ein Aktienpaket abgekauft und war damit auf 7,2 Prozent der Anteile gekommen. 

66 Milliarden Dollar KI-Deal im US-Strommarkt: Nextera schluckt DominionDer wachsende Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) treibt die nächste Mega-Fusion in der US-Energiebranche ​an. Der US-Versorger Nextera Energy übernimmt den Rivalen Dominion Energy für 66,8 Milliarden Dollar und schafft damit den nach ⁠Börsenwert weltweit größten regulierten Stromversorger. Die Transaktion werde vollständig in Aktien abgewickelt, teilte der Konzern aus Florida am Montag mit. Nextera bietet 0,8138 eigene Aktien je Dominion-Papier. Das entspricht einem Wert von 75,97 Dollar pro Aktie und einem Aufschlag ‌von rund 23 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Dominion-Aktien legten im vorbörslichen US-Handel um knapp 15 Prozent zu, während Nextera-Papiere rund zwei Prozent verloren. Nach Abschluss der Übernahme sollen die bisherigen Nextera-Aktionäre 74,5 Prozent an dem ‌kombinierten Konzern halten, der weiterhin von NextEra-Chef ‌John Ketchum geführt werden soll.Mit Dominion sichert sich Nextera Zugang zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche. Der Versorger aus Virginia verfügt über vertraglich gesicherte Rechenzentrumskapazitäten von fast 51 Gigawatt. Zu den Kunden zählen Alphabet, Amazon, Microsoft, Meta und weitere große Technologiekonzerne. Zum Netzgebiet ​von Dominion gehört auch die sogenannte „Data Center Alley“ im Norden ⁠Virginias – die weltweit größte Konzentration von Rechenzentren und einer der am schnellsten wachsenden Strommärkte der Welt.

Wechsel bei Ritter Sport: Firmengründer-Urenkel neue ChefsFührungswechsel beim Schokoladenhersteller Ritter Sport: Bei dem Unternehmen aus dem schwäbischen Waldenbuch bei Stuttgart haben zum 15. Mai Moritz Ritter und Tim Hoppe als Doppelspitze den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen, wie das Familienunternehmen mitteilte. Damit liegt die Verantwortung für das operative Geschäft des Unternehmens wieder bei Mitgliedern der Inhaberfamilie, denn die neuen Chefs sind die Urenkel der Unternehmensgründer Clara und Alfred Ritter.Andreas Ronken, der seit 2015 Chef des Schokoladenherstellers war, werde das Unternehmen verlassen, hieß es laut Mitteilung. Er habe den Konzern maßgeblich geprägt und wichtige Impulse für dessen Weiterentwicklung gesetzt, sagte Ritter laut Mitteilung. „Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung in erfolgreichen wie in herausfordernden Zeiten und danken ihm für sein großes Engagement im Namen aller Gesellschafter“, sagte Hoppe laut Mitteilung.Aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Situation habe Ritter Sport in den letzten Monaten ein Programm mit schmerzhaften Einschnitten auf den Weg gebracht, teilten die beiden neuen Chefs mit. „Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, selbst Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden die notwendige Transformation abzuschließen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, so Ritter und Hoppe.Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. 

Commerzbank-Führung rät Aktionären von Unicredit-Angebot abVorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank raten den ​Aktionären der Bank, ihre Papiere nicht gegen Anteilsscheine der italienischen Unicredit ⁠einzutauschen. Unicredit biete den Aktionären keinen angemessenen Aufschlag auf den Aktienkurs und habe „keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss ‌vorgelegt“, bekräftigte die Commerzbank am Montag ihre Ablehnung in der offiziellen Stellungnahme, die sie zu der vor knapp zwei Wochen ‌vorgelegten Offerte abgeben ‌muss. Beide Gremien seien der Überzeugung, dass die Commerzbank mit ihrer eigenen Strategie mehr Wert schaffen könne.„Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich ​als Restrukturierungsvorschlag, der massiv ⁠in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde“, sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp. Die strategischen Pläne von ​Unicredit seien vage. Aufsichtsratschef Jens Weidmann pflichtete Orlopp bei: „Die unausgereiften Vorstellungen der UniCredit ⁠bergen erhebliche Risiken ‌und gefährden die auf Vertrauen und Verlässlichkeit aufgebauten Kundenbeziehungen der Commerzbank ebenso wie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Das Übernahmeangebot habe auch ⁠am Freitag ⁠mit rechnerisch 34,56 Euro unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie von 36,48 Euro gelegen. ⁠Der ​Mittelwert ⁠der Kursziele von Analysten liege ​sogar bei 41,50 Euro. Das Angebot orientiere sich ‌nur an der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgegenleistung und sei „ein opportunistischer Versuch, Kontrolle zu ​erwerben“.