FAZ 20.09.2026
08:02 Uhr

Business-Ticker: Deutsche Autobauer melden ungewöhnlich schwaches erstes Halbjahr


Studie: Umsatz gegen internationalen Trend rückläufig +++ Trump will „KI-Zar“ ernennen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Business-Ticker: Deutsche Autobauer melden ungewöhnlich schwaches erstes Halbjahr

Trump plant „KI-Zaren“ und lehnt KI-Warnungen ab    US-Präsident Donald Trump hat sich abermals ablehnend zu Sicherheitswarnungen wegen der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) geäußert. Kritiker der Technologie wollten „die Dezimierung oder Zerstörung von KI“, schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Ich, als Präsident der Vereinigten Staaten, werde nicht untätig danebenstehen und das zulassen.“Seine Regierung werde „das Wachstum dieser unglaublichen Industrie in keinster Weise behindern oder drosseln“. Stattdessen werde sie diese „hegen, ihr helfen und auf sie aufpassen, während sie wächst!“, schrieb der US-Präsident weiter. Zugleich kündigte Trump die Schaffung einer „AI Force“ an, ohne jedoch Angaben zu deren Aufgaben zu machen. „Sehr bald“ werde er zudem die Nominierung eines KI-Koordinators beziehungsweise „KI-Zaren“ verkünden. Auf Missbrauch werde man achten; dieser lasse sich nach Trumps Darstellung sehr leicht mit dem bestehenden Straf- und Zivilrecht regeln. Das Präsidialamt nahm zu den Plänen zunächst nicht Stellung.Anfang der Woche hatte Trump erklärt, es gebe eine „kranke Verschwörung“ gegen KI und Rechenzentren. Dabei wies er Forderungen nach neuen bundesweiten KI-Regeln zurück und betonte, die USA bräuchten für die Regulierung der Technologie lediglich einen starken Präsidenten. Zudem wollen US-Vertreter das Thema KI bei einem Treffen Trumps mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der kommenden Woche ansprechen. Washington und Peking betrachten Fortschritte bei der KI als entscheidend für ihre wirtschaftliche und militärische Wettbewerbsfähigkeit. Sie sind sich jedoch uneins über den Zugang zu hochmodernen Chips, Vorwürfe des Technologiediebstahls und die Regulierung der Branche.

KI-Fehler hätte laut CNN-Bericht fast zu US-Militäreinsatz gegen chinesisches Schiff geführtEin mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellter,  fehlerhafter US-Geheimdienstbericht hätte laut einem Medienbericht fast dazu geführt, dass inmitten des Iran-Kriegs das US-Militär ein chinesisches Schiff gestürmt hätte. Der Sender CNN zitierte am Freitag mit dem Vorfall vertraute Kreise, wonach die Geheimdienstinformationen über eine angebliche Ladung des Schiffes mit Komponenten für Atomwaffen „komplett falsch“ gewesen seien, aber im Frühjahr „fast einen Krieg verursacht“ hätten, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.Dem CNN-Bericht zufolge hatten sich US-Soldaten bereits darauf vorbereitet, das Schiff zu entern. Aus einigen Kreisen hieß es, Flugzeuge der Luftwaffe seien bereits in der Luft gewesen. Der Einsatz im Mittleren Osten wurde demnach abgebrochen, nachdem Beamte herausgefunden hatten, dass ein von einem Analysten genutzter KI-Chatbot die Ladung des Schiffes falsch identifiziert habe.

Open AI-Chef Altman spricht vor UN-Sicherheitsrat über KI-RisikenSam Altman, der das amerikanische KI-Unternehmen Open AI führt, wird in der ​kommenden Woche vor dem UN-Sicherheitsrat in New York sprechen. Während der für Mittwoch angesetzten Sitzung ⁠am Rande der UN-Vollversammlung soll es um Künstliche Intelligenz (KI) und internationale Sicherheit gehen. Altman werde persönlich an der öffentlichen Sitzung teilnehmen, sagte ein Sprecher von Open AI gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.In seinen Äußerungen werde er sich voraussichtlich auf die Notwendigkeit internationaler Koordination und gemeinsamer Sicherheitsstandards konzentrieren. Geleitet wird das Treffen vom französischen Außenminister Jean-Noël Barrot, da Frankreich im September den Vorsitz ‌des 15-köpfigen Gremiums innehat.

Googles KI Gemini hackte ebenfalls andere UnternehmenAuch Googles KI-Software Gemini hat sich bei Tests ihrer Cybersicherheitsfähigkeiten in Computersysteme anderer Unternehmen gehackt. Der Internet-Riese ist der vierte Entwickler Künstlicher Intelligenz (KI), dessen Programme mit einem solchen Verhalten auffielen, nach OpenAI, Anthropic und dem Facebook-Konzern Meta. Google machte die schon Monate zurückliegenden Vorfälle erst nach einer Nachfrage der Zeitung „Wall Street Journal“ öffentlich.

On steigt mit Kylian Mbappé ins Fußballgeschäft ein Der Schweizer Sportartikelhersteller On, der bisher vor allem für seine Laufschuhe bekannt ist, nimmt Anlauf, um künftig auch im großen Fußballgeschäft mitzumischen. Dafür hat man sich prominente Hilfe gesichert. Der französische Superstar Kylian Mbappé soll seine Ideen und seine Erfahrung in die Entwicklung von Fußballschuhen und Trikots einbringen und als globaler Markenbotschafter fungieren. Der Spieler von Real Madrid war bisher bei dem amerikanischen Sportartikelgiganten Nike unter Vertrag. Dieser ist jedoch in diesem Sommer ausgelaufen.Die Bezahlung enthalte auch „Eigenkapitalkomponenten“, teilte On mit. Mit anderen Worten: Mbappé wird (in vermutlich kleinem Umfang) an dem Unternehmen beteiligt. Das Manöver erinnert an den Einstieg in das Geschäft mit Tennisschuhen und -kleidung, für das man vor paar Jahren Roger Federer an Bord holte. Die Schweizer Tennislegende beteiligte sich an dem Unternehmen, das seinerzeit noch nicht an der Börse notiert war.Wie On außerdem mitteilt, wird der ehemalige französische Nationalspieler Thierry Henry Direktor der neu geschaffenen Abteilung Fußball. Die ersten Fußballartikel sollen im kommenden Jahr auf den Markt kommen. 

Wirtschaftsprüfung EY bekommt neuen Chef Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Jan Brorhilker ist vom Aufsichtsrat des Unternehmens zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung von EY Deutschland bestellt worden. Brorhilker folgt zum 1. Januar 2027 auf Henrik Ahlers, teilte die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY am Freitag mit. Ahlers leitet EY Deutschland seit April 2021. Er hatte damals zunächst mit Jean-Yves Jégourel das Ruder übernommen, als sein Vorgänger Hubert Barth nach dem Wirecard-Skandal auf einen anderen Posten im EY-Netzwerk wechselte. Für Brorhilker steht laut EY die Weiterentwicklung der gesamten Gruppe im Fokus, also aller Geschäftsbereiche, in denen EY tätig ist. Brorhilker ist seit 2020 Mitglied der EY-Geschäftsführung und leitete in den vergangenen vier Jahren den Bereich Assurance, also die Wirtschaftsprüfung. Ahlers bezeichnet seinen Nachfolger in der Mitteilung als klugen Strategen und erfahrenen Manager. „Wir sind überzeugt, dass er EY in eine erfolgreiche Zukunft führen wird“, sagte er.

Neuer Chef für PlaymobilNach dem Abgang von Bahri Kurter beim Playmobil-Hersteller Horst Brandstätter Group hat das Unternehmen den Manager Lars Wagner neu in das Gremium berufen. Gemeinsam mit René Feser und Matthias Fauser werde das Unternehmen damit vom 1. Oktober an von drei gleichberechtigten Vorständen geleitet, teilte ein Unternehmenssprecher in Zirndorf mit. Wagner hatte früher unter anderem für Walt Disney und für Warner gearbeitet und war in leitender Position auch bereits im Unternehmensgefüge Brandstätter aktiv.Die Spielzeugmarke Playmobil befindet sich in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser. Erst vor wenigen Wochen war die Produktion in Deutschland eingestellt und ins Ausland verlagert worden. Zu den Gründen für die personelle Veränderung an der Unternehmensspitze machte Brandstätter weiterhin keine Angaben. Die für ihre Spielfiguren und Spielwelten bekannte Marke Playmobil kämpft seit Längerem mit sinkenden Umsätzen. 700 Stellen wurden in dem Zuge im In- und Ausland abgebaut. Ende Juni hatte der Hersteller sein einziges deutsches Werk im mittelfränkischen Dietenhofen geschlossen. 350 Beschäftigte verloren ihren Job. Playmobil wird damit nur noch in Malta und Tschechien produziert.

Buffett gibt bei Berkshire auch Verwaltungsrats-Chefposten aufWenige Wochen nach seinem 96. Geburtstag zieht sich Star-Investor Warren Buffett bei seiner börsennotierten Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway weiter zurück. Buffett habe den Posten als Verwaltungsratschef an seinen Sohn Howard Buffett übergeben, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Warren Buffett werde als „Chairman emeritus“ aber Mitglied des Verwaltungsrats bleiben und „seine geschätzte Meinung ‌und Ansicht“ weiter zur Verfügung stellen. Mit einer konservativen, auf Substanzwerten aufgebauten Anlagestrategie hatte Buffett die frühere Textilfirma Berkshire Hathaway zu einem der zehn wertvollsten Unternehmen weltweit entwickelt. ‌Heute ist die Beteiligungsfirma an ‌der New Yorker Börse 1,1 Billionen Dollar wert.Zum Jahreswechsel hatte Warren Buffett bereits das Amt des Vorstandschefs an Greg Abel übergeben. „Meine Erwartungen an ihn waren von Anfang an unermesslich, und er hat sie übertroffen“, bilanzierte Buffett in einem Brief an die Aktionäre. „Deshalb ist die Zeit reif, um den Übergang abzuschließen.“ Er habe seit 1965 für Berkshire gearbeitet, „und ich habe immer noch den besten Job der Welt“, schrieb er. Aber „Gevatter Zeit ‌gewinnt immer. Er war gleichwohl großzügig mit mir.“Buffetts Sohn Howard ist seit 1993 für Berkshire Hathaway tätig und hatte das Unternehmen in zahlreichen Aufsichts- und Verwaltungsräten vertreten. „Das ist eine längere Lehrzeit als ich sie hatte, bevor ich mit 34 die Zügel in die Hand nahm“, schrieb Warren Buffett. „Greg leitet das Unternehmen, Howard wird auf seine Kultur und seine Werte achten.“ Howard Buffett leitet seit ‌1999 auch eine nach ihm benannte Stiftung, die sich um die weltweite Ernährungssicherheit und die Beilegung von Konflikten bemüht. 

Neue Spitze für ÖBAGÖsterreichs Staatsvermögen wird künftig von Thomas Arnoldner gemanagt. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Telekommunikationsdienstleisters A1 Telekom Austria wurde am Freitag vom Aufsichtsrat zum neuen Alleinvorstand der Staatsholding ÖBAG bestellt. Arnoldner löst die bisherige Managerin Edith Hlawati im Februar 2027 ab.In der ÖBAG sind wichtige Unternehmensbeteiligungen gebündelt. Sie umfassen einen Wert von gut 30 Milliarden Euro und sichern 103.000 Arbeitsplätze. Zum Portfolio gehört der Energieversorger Verbund, der Petrochemiekonzern OMV, A1 Telekom Austria und die Österreichischen Post. Hinzu kommen weitere Unternehmen, darunter die Immobiliengesellschaft BIG.

Japans Leitzins auf 31-jährigem HöchststandJapans Zentralbank hat laut Nachrichtenagentur dpa-AFX den Leitzins unter anderem wegen des durch den Irankrieg verursachten Preisanstiegs abermals angehoben. Die Zinserhöhung war erwartet worden. In der Meldung heißt es weiter: Der Zinssatz wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1995 nach oben gesetzt, teilte die japanische Notenbank (BoJ) am Freitag in Tokio mit. Die Entscheidung fiel mit 7 zu 2 Stimmen. Die japanischen Währungshüter hatten den Leitzins zuletzt im Juni erhöht. Es ist die zweite Erhöhung in diesem Jahr und die sechste seit dem Ende der Epoche mit einem negativen Leitzins in Japan. Im März 2024 hatte die japanische Zentralbank erstmals nach 17 Jahren den Zinssatz wieder erhöht.

Russland-Geschäft von Nestlé unter russische Verwaltung gestelltDie Russland-Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé und der französischen Einzelhandelskette Auchan sind unter russische Verwaltung gestellt worden. Laut einem Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin wurden die Anteile an eine russische Gesellschaft namens L.E.V. Management übertragen. Betroffen ist demnach auch die Bauhauskette Leroy Merlin, die 2024 in Russland in Lemana Pro umbenannt worden war. Im Fall Nestlé betrifft das Dekret unter anderem die Vermögenswerte der Nestlé Deutschland AG in Russland. Laut einem Bericht der unabhängigen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta Europa“ wird das Ende 2025 gegründete Unternehmen von Andrej Krajuschkin geleitet, der demnach dem russischen Innenministerium untersteht. Aus den Buchhaltungsunterlagen geht laut der Zeitung hervor, dass das Unternehmen zumindest bis Ende 2025 „keinerlei Geschäftstätigkeit“ ausgeübt habe und „nur einen einzigen Mitarbeiter“ beschäftige. „Die Eigentümer sind unbekannt“, berichtete die Zeitung, die in Russland als „unerwünschte Organisation“ gelistet ist und ihren Sitz in Lettland hat.

RBI wehrt sich gegen Grizzly ResearchDer Leerverkäufer Grizzly Research setzt der Wiener Raiffeisen Bank International (RBI) zu. Österreichs zweitgrößtes Geldhaus weist schwere Vorwürfe dieses Akteurs zu seinem Russland-Geschäft zurück. Die Bank prüfe zudem rechtliche Schritte, wie sie am Donnerstagabend mitteilte. Zuvor hatte ein Bericht von Grizzly Research die Aktie des Instituts rund neun Prozent ins Minus befördert. Das Papier schloss schließlich an der Wiener Börse sechs Prozent tiefer bei 60,95 Euro.Grizzly Research wirft der RBI in dem Bericht Fehlverhalten im Zusammenhang mit ihrer russischen Tochtergesellschaft vor. Der Investor fordert eine Untersuchung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA), die Europäische Zentralbank (EZB) und das US-Finanzministerium.Grizzly Research ist ein Leerverkäufer, der auf fallende Kurse wettet. Das US-Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits mit kritischen Berichten etwa zum deutschen Prothesenhersteller Ottobock und dem italienischen Reifenhersteller Pirelli für Aufsehen und teils heftige Kursreaktionen gesorgt.

RTL Deutschland und Sky streichen rund 500 StellenNach dem Zusammenschluss von RTL Deutschland und Sky sollen bis Ende 2027 rund 500 Stellen bei den Unternehmen abgebaut werden. Der überwiegende Teil davon solle bereits 2026 gestrichen werden, teilte RTL mit. Zuvor hatte „Bild“ darüber berichtet.Der Stellenabbau soll den Angaben zufolge sozialverträglich und in enger Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten erfolgen. Auslaufende Verträge sollen teilweise nicht verlängert und offene Stellen nicht nachbesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen so vermieden werden. Wie sich die rund 500 Stellen auf RTL und Sky verteilen, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.Die RTL Group hatte Sky Deutschland in diesem Jahr übernommen. Mit dem Zusammenschluss will RTL seine Position im Streaming- und TV-Markt gegenüber großen internationalen Anbietern stärken und insbesondere das Geschäft mit Abonnements ausbauen. 

Playmobil-Chef verlässt UnternehmenDie Spielzeugmarke Playmobil kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Aus für die Produktion in Deutschland verlässt nun Vorstand Bahri Kurter das Unternehmen im mittelfränkischen Zirndorf. „Es wird eine kurzfristige Nachbesetzung geben. Darüber werden wir zu gegebener Zeit informieren“, hieß es von einem Sprecher des Herstellers Horst Brandstätter Group. Zu den Gründen für die personelle Veränderung wollte er keine Angaben machen.Die „Nürnberger Nachrichten“ hatten zunächst über den Weggang von Kurter berichtet, der seit 2023 Vorstand für Entwicklung, Marketing und Vertrieb bei Playmobil war. René Feser und Matthias Fauser bleiben dem Sprecher zufolge Vorstände der Horst Brandstätter Group und sind damit für das operative Geschäft zuständig.Die für ihre Spielfiguren und Spielwelten bekannte Marke Playmobil kämpft seit längerem mit sinkenden Umsätzen. 700 Stellen wurden in dem Zuge im In- und Ausland abgebaut. Ende Juni hatte der Hersteller sein einziges deutsches Werk im mittelfränkischen Dietenhofen geschlossen. 350 Beschäftigte verloren ihren Job. Playmobil wird damit nur noch in Malta und Tschechien produziert.