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21.05.2026
07:01 Uhr
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BASF will mit Sparprogramm Fixkosten um 20 Prozent senken +++ Windkraft-Verband fordert Rückgabeoption bei Offshore-Projekten +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Katastrophenschäden belasten Geschäft von GeneraliDer italienische Versicherer Generali hat im ersten Quartal deutlich höhere Schäden durch Naturkatastrophen tragen müssen. Wegen eines teuren Ereignisses in Portugal lag die Belastung mit 426 Millionen Euro rund neunmal so hoch wie ein Jahr zuvor. Gestiegene Prämieneinnahmen, die Auflösung von Schadenrückstellungen und gute Geschäfte in der Lebensversicherung machten die Belastungen jedoch wett. Der operative Gewinn stieg konzernweit um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie Generali am Donnerstag in Triest mitteilte. Der Überschuss sank hingegen um zwei Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro.Dabei konnte der Konzern seine Prämieneinnahmen im Jahresvergleich um fast sieben Prozent auf rund 28,2 Milliarden Euro steigern. In der Lebensversicherung legte der Wert des Neugeschäfts sogar um fast ein Fünftel zu. Der operative Gewinn des Bereichs wuchs um zehn Prozent, während die Schaden- und Unfallversicherung nur ein Prozent mehr abwarf.Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich wegen der höheren Katastrophenschäden zwar von 89,7 auf 90,5 Prozent, blieb jedoch weit unter der kritischen Marke von 100 Prozent. Auch andere Versicherer wie die Allianz mussten im ersten Quartal hohe Belastungen in Portugal und Spanien schultern, wo Sturm „Kristin“ teure Schäden hinterlassen hatte.
Deutscher Exportüberschuss mit USA fällt um ein Drittel – Weniger AutoexporteDie von US-Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle lassen den deutschen Exportüberschuss mit den Vereinigten Staaten einbrechen. Im ersten Quartal übertrafen die Warenexporte in die weltgrößte Volkswirtschaft die Importe von dort nur noch um 12,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das waren 30,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 17,8 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür waren vor allem sinkende Ausfuhren von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen.Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des Jahres Waren im Wert von 36,2 Milliarden Euro in die USA exportiert. Umgekehrt wurden Waren im Wert von 23,8 Milliarden Euro von dort nach Deutschland importiert. Die Exporte in die USA brachen damit um 12,1 Prozent ein, während die Importe um 1,9 Prozent wuchsen.Auf den Handel mit Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen entfiel mit 5,0 Milliarden Euro der größte Anteil am deutschen Exportüberschuss mit den USA. Er fiel allerdings um 35,5 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. Insgesamt exportierte Deutschland im ersten Quartal Fahrzeuge im Wert von 6,5 Milliarden Euro in die USA. Das waren 28,4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die entsprechenden Importe aus den USA legten zugleich um 13,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu.
BASF will mit Sparprogramm Fixkosten um 20 Prozent senkenBASF-Vorstandschef Markus Kamieth legt das nächste Kostensenkungsprogramm für den Ludwigshafener Chemieriesen auf. Mit dem Programm unter dem Namen „CoreShift“ sollen die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um bis zu ein Fünftel gegenüber dem Stand von 2024 reduziert werden, wie BASF am Mittwoch mitteilte. Das dürfte auch zu einem weiteren Stellenabbau führen, wie Kamieth im „Handelsblatt“ klarmachte: „Es ist eines der größten Optimierungsprogramme für die BASF, ein neues Betriebssystem für den Konzern“, sagte er dem Blatt. „Es wird zu einem neuen Kerngeschäft mit weniger Personal führen.“ Personalkosten machten einen großen Teil der angestrebten Einsparungen aus, hieß es in dem Bericht. Kamieth kündigte Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern an.Zum Kerngeschäft zählt BASF die vier Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care. Zusammen kommen sie auf einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro. Die Mehrheit am Farbengeschäft hatte BASF bereits 2025 an einen Finnazinvestor verkauft, die Agrarsparte soll im nächsten Jahr mit einem Minderheitsanteil an die Börse gebracht werden.Mit dem Sparprogramm beauftragt ist die Managerin Julia Raquet, die an Kamieth direkt berichtet. Sie leitet bisher das Europa-Geschäft. „Die Aufstellung unserer Kerngeschäfte zu vereinfachen, ist entscheidend, um höchste Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und profitables Wachstum voranzutreiben“, sagte sie.Der Plan umfasst laut BASF auch den Umbau des größten Produktionsstandorts am Firmensitz Ludwigshafen mit rund 30.000 Beschäftigten und die Neuausrichtung der weltweiten Service-Einheiten. Dem „Handelsblatt“ zufolge sollen dabei Stellen vom Berliner BASF-Standort nach Indien verlagert werden. Wie viele der 8500 Arbeitsplätze bei BASF Global Services in Berlin entfallen, sei noch unklar.
Deutschland darf Millionen in Halbleiter-Fabriken stecken Deutschland darf den Aufbau von zwei Fabriken in der Halbleiter-Lieferkette in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mit fast 300 Millionen Euro unterstützen. Die EU-Kommission in Brüssel genehmigte die Beihilfe für Vorhaben der Unternehmen Zeiss in Oberkochen und Zadient in Bitterfeld, wie aus einer Mitteilung der Behörde hervorgeht.222 Millionen Euro erhält demnach Zeiss für eine neue Produktionsstätte am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb, in der Maschinen für die Chip-Produktion gebaut werden sollen. 66 Millionen Euro gehen an ein Projekt der Firma Zadient: In Bitterfeld soll mittels eines neuen Verfahrens ultrareines Siliziumkarbid (SiC) für Chips produziert werden.Die EU-Kommission erwartet von dem neuen Verfahren eine hohe Materialqualität, Energieeffizienz und langfristige Kosteneffizienz. Sie sieht in beiden Projekten einen wichtigen Betrag dazu, die Position und die Autonomie der EU im Bereich der Halbleiter-Wertschöpfungskette zu stärken. Staatshilfe unterliegt in der EU strengen Regeln, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. So soll verhindert werden, dass finanzstarke Länder wie Deutschland und Frankreich ihren Unternehmen unverhältnismäßige Vorteile gegenüber Unternehmen aus kleineren Ländern verschaffen.
VW-Chef Blume: Keine Gespräche mit chinesischen Autobauern über WerkeVolkswagen ist nach Worten von Konzernchef Oliver Blume derzeit nicht in Gesprächen mit Konkurrenten aus China zur Zukunft von Werken in Deutschland. In Europa und Deutschland habe VW Überkapazitäten. Deshalb werde mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie über den Standort Osnabrück verhandelt, sagte Blume am Mittwoch auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg.\"Darüber hinausgehende Spekulationen und im Umfeld diskutierte Ansätze sind kein Thema für uns: Es gibt aktuell keine Überlegungen und Gespräche mit chinesischen Herstellern\", ergänzte er und bezog sich damit einem Sprecher zufolge auf alle Fabriken in Deutschland. Die Landesregierungen Niedersachsens und Sachsens hatten sich aus Sorge über die Zukunft der VW-Standorte in ihren Bundesländern zuletzt für chinesische Autobauer als Partner von VW ausgesprochen.
Windkraft-Verband fordert Rückgabeoption bei Offshore-ProjektenAngesichts möglicher Verzögerungen beim Ausbau der Windkraft auf See fordert der Branchen-Lobbyverband eine gesetzliche Regelung zur freiwilligen Rückgabe von bereits vergebenen Flächen. Damit sollten Flächen für nicht realisierte Windparks schnell neu ausgeschrieben werden können, teilte der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) am Mittwoch mit. Andernfalls würden der Ausbaupfad, die Lieferketten und der Industriestandort Deutschland geschädigt. Betroffen sei ein Projektvolumen von bis zu 50 Milliarden Euro der Jahre 2023 bis 2025.
Zeitplan für Grünstahl-Großprojekt wackeltDer Anlagenhersteller SMS Group ist vor allem dafür bekannt, dass er das Vorzeigeprojekt von Deutschlands größtem Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel baut: Eine insgesamt drei Milliarden Euro teure Grünstahl-Produktionsanlage (Direktreduktionsanlage), die mit rund zwei Milliarden Euro staatlichem Fördergeld vom Bund und vom Land NRW subventioniert wird. An diesem Mittwoch gab das Familienunternehmen aus Mönchengladbach bekannt, dass SMS zwar Anfang des Jahres die Baustelle übernommen hat, der Gesamt-Zeitplan jedoch wackelt. Man sei mit Thyssenkrupp dabei, \"die Projektzeitschiene gemeinsam zu überarbeiten“, wie SMS-Vorstandschef Jochen Burg anlässlich der Bekanntgabe der Jahreszahlen des Unternehmens sagte.Ursprünglich war vorgesehen, dass die Grünstahlanlage Ende 2026 die Produktion aufnehmen sollte. Schon vergangenes Jahr wollte sich Burg nur noch darauf festlegen, dass gewisse Teile der Anlage 2027 in Betrieb gehen werden. Selbst dies wollte er am Mittwoch nicht mehr definitiv bejahen, aber auch nicht ausschließen. Derzeit sei SMS dabei, das \"Herzstück\" der Anlage, einen mehr als 100 Meter hohen, so genannten \"Direktreduktionsturm\" zu bauen.
Motorsägenhersteller Stihl ringt mit Flaute Der Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl bekommt die weltweite Konjunkturflaute zu spüren. Ziel sei es, das Umsatzniveau 2026 zu halten, sagte Vorstandschef Michael Traub in Waiblingen bei Stuttgart. Das erste Quartal sei verhalten gestartet. Das Unternehmen spüre eine deutliche Zurückhaltung.Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro zu. Damit wurde nahezu der coronabedingte Umsatzrekord von 5,5 Milliarden Euro aus dem Jahr 2022 erreicht. Das Ergebnis sei 2025 zufriedenstellend gewesen. Konkrete Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht. Traub sagte weiter, vor dem Hintergrund anhaltender handels- und geopolitischer Unsicherheiten sowie der daraus resultierenden Zurückhaltung bei den Kunden sei das Umsatzziel für das laufende Jahr aber eine Herausforderung.
Erzeugerpreise in Deutschland mit stärkstem Anstieg seit knapp zwei JahrenIn Deutschland sind die Erzeugerpreise im April wegen der Folgen des Irankriegs so stark gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sie legten im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Einen höheren Anstieg hatte es zuletzt im Mai 2023 gegeben. Damals hatten die Erzeugerpreise um 2,5 Prozent zugelegt. Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat ist laut Destatis vor allem auf gestiegene Preise von Vorleistungsgütern zurückzuführen. Die Preise für Energie sind ebenfalls gestiegen.
BGH muss Streit um KI-Training klärenIm Herbst muss sich der Bundesgerichtshof erstmals mit der Nutzung von Daten für das Training Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. Am 3. September 2026 will der erste Zivilsenat in Karlsruhe über die urheberrechtliche Klage des Fotografen Robert Kneschke gegen den gemeinnützigen Verein Laion verhandeln.Kneschke fordert seit 2023 vor Gerichten durchzusetzen, dass seine Bilder nicht ohne Genehmigung für das Training von KI-Systemen verwendet werden dürfen. Der Verein sammelt mittels Text- und Data-Mining (TDM), also dem automatisierten Auslesen digitalisierter Werke, Datensätze im Internet, um sie Betreibern von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen. Der Datensatz von Laion besteht aus rund 5,85 Milliarden Bild-Text-Paaren.
Ottobock droht Leerverkäufer mit Anzeige nach „irreführendem Bericht“Der Prothesenhersteller Ottobock hat die vom als spekulativ geltenden Investor Grizzly erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. „Das Unternehmen bewertet den Bericht als verleumderisch und in hohem Maße irreführend“, teilte Ottobock am Mittwoch in Duderstadt mit. Derzeit prüfe der Konzern rechtliche Schritte, einschließlich einer Meldung an die zuständige deutsche Finanzaufsichtsbehörde mit dem Verdacht auf Marktmanipulation.„Der Bericht greife Themen auf, die bereits vom Unternehmen offengelegt wurden, über die zuvor berichtet wurde und die sich als falsch erwiesen haben oder die private Angelegenheiten auf Gesellschafterebene betreffen“, hieß es in der Stellungnahme vom Prothesenhersteller weiter.
Frau gegen Mann, Analyse gegen Adrenalin: Wer wird gewinnen? - So überschreiben meine Kollegen Inken Schönauer und Hanno Mußler ihre Analyse über Commerzbank-Chefin Orlopp und Unicredit-Chef Orcel. Wie sie sich positionieren, welche Strategie sie wählen, das können Sie hier nachlesen zur Hauptversammlung der Commerzbank heute:
Commerzbank-Aufsichtsrat über Unicredit-Chef: „Wir können diesem Mann nicht trauen“Die drohende Übernahme durch die italienische Großbank UniCredit hat vor Beginn der Hauptversammlung der Commerzbank für lautstarke Proteste der Beschäftigten gesorgt. Vor dem Veranstaltungsort in Wiesbaden demonstrierten am Mittwochvormittag Dutzende Arbeitnehmer gegen einen Zusammenschluss. Sie hielten Plakate mit Sprüchen wie \"Wir sind die Bank – stark und eigenständig\" oder \"#NOMerger NOrcel\" in die Höhe, eine Anspielung auf UniCredit-Chef Andrea Orcel.\"Für uns ist ganz klar, wir können diesem Mann nicht trauen\", sagte Frederik Werning, Verdi-Gewerkschaftssekretär und Aufsichtsratsmitglied der Commerzbank, der Nachrichtenagentur Reuters. \"Wir haben große Sorgen, wenn er mit seinen Plänen durchkommt.\"
Unicredit kommt nicht zur Hauptversammlung der CommerzbankDer ungeliebte Großaktionär Unicredit wird aller Voraussicht nach an der Hauptversammlung der Commerzbank an diesem Mittwoch in Wiesbaden nicht teilnehmen. Unicredit hat nach Informationen der F.A.Z. die am 13. Mai endende Frist verstreichen lassen, bis zu der man sein Stimmrecht für das Aktionärstreffen hätte registrieren lassen müssen, berichtet unser Kollege Hanno Mußler. Nun könnte Unicredit nur noch dann auf der um 10 Uhr beginnenden Hauptversammlung auftreten, indem ein anderer Aktionär ihr eine Vollmacht für seine Anteile erteilt. Dies gilt als sehr unwahrscheinlich, zumal Unicredit-Chef Andrea Orcel schon am 20. April hatte durchblicken lassen, dass Unicredit so lange nicht die Hauptversammlung etwa mit Gegenanträgen stören wolle, bis Unicredit „in“ sei, also die Kontrolle über die Commerzbank übernommen habe.Derzeit hält Unicredit nahezu 30 Prozent aller Commerzbank-Aktien mit Stimmrecht und könnte angesichts von üblichen Anwesenheitsquoten von in diesem Jahrzehnt höchstens 67 Prozent des Aktienkapitals am Mittwoch theoretisch Mehrheiten erreichen. Der Bund, der in der Vergangenheit sein Stimmrecht auf Commerzbank-Hauptversammlungen immer ausgeübt hat und auch diesmal seine noch 12 Prozent einsetzen dürfte, könnte bei Anwesenheit von Unicredit allenfalls Dreiviertel-Mehrheiten gegen sich verhindern. Doch den ganz großen Showdown zwischen Unicredit und Vertretern der Bundesregierung, die das Vorgehen der italienischen Bank ablehnt, wird es am Mittwoch noch nicht geben.