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07.05.2026
12:57 Uhr
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Trotz Irankrieg überraschend viele neue Aufträge für Industrie +++ Commerzbank-Betriebsratschef weist Unicredit-Gesprächsangebot zurück +++ Würth steigert Umsatz leicht +++ Siemens Healthineers dämpft Erwartungen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Würth profitiert von vollen LagernTrotz steigender Energiekosten, des andauernden Iran-Konflikts und neuer Handelshemmnisse hat die Würth-Gruppe Umsatz und Gewinn in den ersten vier Monaten des Jahres gesteigert. Der Spezialist für Schrauben, Dübel und Werkzeuge profitierte dabei von den vollen Lagerbeständen, die Würth im vergangenen Jahr aufgebaut hat. Kunden ziehen zurzeit bestimmte Verkäufe vor, um sich gegen die immer weniger berechenbare Weltwirtschaft abzusichern, wie Unternehmenschef Robert Friedmann bei der Bilanzvorstellung erläuterte. „Allerdings ist alles, was wir heute verkaufen, noch zu alten Preisen eingekauft“, sagte Friedmann weiter. „Die große Herausforderung, die nun steigenden Preise im Markt durchsetzen zu können, kommt erst noch. Die Erhöhungen, die uns wegen des Iran-Konflikts ins Haus stehen, sind in den aktuellen Ergebnissen noch nicht reflektiert.“ Würth habe die niedrigen Einkaufspreise vor einem Jahr genutzt, um die Lager aufzufüllen. In den ersten vier Monaten des Jahres stieg der Umsatz des baden-württembergischen Traditionsunternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn legte sogar um acht Prozent auf 294 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr 2025 erzielte Würth einen Rekordumsatz von 20,7 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Weltmarktführer für Montage- und Befestigungsmaterial am Donnerstag weiter mitteilte. 2024 war der Umsatz noch leicht zurückgegangen. Auch das Betriebsergebnis liegt mit 970 Millionen Euro um 3,2 Prozent über dem Vorjahr. Würth gilt als Konjunkturindikator, weil das Unternehmen Industrie- und Handwerksunternehmen versorgt. Im Vergleich zum Ausland wuchs das Familienunternehmen im Heimatmarkt nur unterproportional um ein Prozent auf acht Milliarden Euro.
Commerzbank-Betriebsratschef weist Unicredit-Gesprächsangebot zurück Der stellvertretende Aufsichtsratschef der Commerzbank hat das erneute Gesprächsangebot von Unicredit-Chef Andrea Orcel zurückgewiesen. „Mir reicht es jetzt wirklich! Wo sind wir denn hier? Mitten in einem feindlichen Übernahmeangebot kommt nun die Aufforderung, dass der Vorstand wieder mit ihm sprechen soll, sonst erhöht er sein Angebot nicht?“, sagte Sascha Uebel, der auch Konzernbetriebsratschef des Frankfurter Geldhauses ist, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Das ist der Vorstand eines deutschen Dax-Unternehmens und keine Zirkusponys in einer Manege. Bettina Orlopp und dieser Vorstand können das alleine und besser, und dann schauen wir, was die Zukunft bringt.“Orcel hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Anlegermagazin „Börse Online“ sein Angebot erneuert, nach Gesprächen mit dem Vorstand der Commerzbank unter Umständen mehr für die Bank zu bieten: „Ein solcher Dialog könnte die Transparenz hinsichtlich der Annahmen, der Umsetzungshebel und der Risiken verbessern und möglicherweise den Wert, den wir generieren könnten, optimieren.“ Das vom Commerzbank-Vorstand als feindlich erachtete Übernahmeangebot läuft seit Dienstag. Das Tauschangebot in Unicredit-Aktien liegt unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie, soll den Italienern aber primär über die Schwelle von 30 Prozent der Anteile helfen.Uebel stellt sich hinter Überlegungen, den Staatsanteil an der Commerzbank aufzustocken, um Unicredit Einhalt zu gebieten: „Natürlich wäre ich dafür. Ich wäre für fast alles, was uns aus den Fängen der Unicredit befreit. Ich würde mich freuen, wenn die Sozialdemokraten und das Kanzleramt wirklich in Erwägung ziehen, die Fehler der FDP auszubügeln.“ Der Verkauf von 4,5 Prozent der Bundesanteile an der Commerzbank unter Finanzminister Christian Lindner hatte Unicredit im Sommer 2024 erst zum Einstieg ermutigt.
Deutsche Industrie erhält unerwartet viele neue AufträgeDie deutsche Industrie hat im ersten Monat nach Beginn des Irankriegs unerwartet viele Aufträge gebucht. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts erhielten die Unternehmen im März fünf Prozent mehr Bestellungen als im Vormonat. Anders als in den Vormonaten spiegelt der starke Anstieg nicht nur Großaufträge, sondern deutet auf eine breitere Aufwärtsbewegung hin. Das zeigt an, dass vor dem Irankrieg eine Belebung der Wirtschaft im Gange gewesen war. Die Inlandsaufträge stiegen um vier Prozent, die Auslandsaufträge um 5,6 Prozent. Besonders stark stiegen die Aufträge für Hersteller von elektrischer Ausrüstung mit einem Plus von 21,5 Prozent, im Maschinenbau mit plus 6,9 Prozent und in der Herstellung von Datenverarbeitung und elektronischen Geräten um 14,4 Prozent. Ökonomen verwiesen in ersten Kommentaren darauf, dass die Stimmung der Unternehmen sich mit dem Irankrieg deutlich verschlechtert habe. Damit ist unklar, inwieweit der gute Auftragseingang aus dem März die Konjunktur in den kommenden Monaten stützen kann.
Siemens Healthineers dämpft die Erwartungen Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers muss wegen Gegenwind im chinesischen Diagnostikgeschäft seine Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 (per 30. September) senken. Wie das in Erlangen ansässige Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte, wird als Folge der strukturellen Veränderung des chinesischen Diagnostic-Marktes sowie der über das Quartal gestiegenen Inflationserwartung die Prognose für das Umsatzwachstum auf 4,5 bis 5,0 Prozent von zuvor 5,0 bis 6,0 Prozent zurückgenommen. Der Vorstand mit dem Vorsitzenden Bernd Montag erwartet nun ein Ergebnis je Aktie in der Spanne von 2,20 bis 2,30 Euro. Bislang war mit einer Spanne von 2,20 bis 2,40 Euro gerechnet worden. Trotzdem sieht Montag das Unternehmen auf einem guten Kurs. Das Momentum im synergetischen Kern aus Bildgebung und Präzisionstherapie bezeichnete er als gut. „Zudem ergreifen wir Maßnahmen für die Zukunft des Unternehmens: Wir leiten die nächsten Schritte zur Schaffung von Optionen für Diagnostics ein und bringen eine Weiterentwicklung des Führungsteams auf den Weg.“ In einem ersten Schritt soll die Sparte ausgegliedert werden. Die eigenständige Aufstellung schaffe Optionen für ein breites Spektrum vonEntwicklungspfaden, hieß es in der Präsentation. Nach früheren Aussagen von Montag hat das Diagnostikgeschäft mit Laborstraßen und zugehörigen Reagenzien wenig Synergien mit dem Kerngeschäft mit Magnetresonanztomographie (MRT), Röntgengeräten und Operationsrobotern. Finanzvorstand Jochen Schmitz berichtete von ersten Anfragen für die Sparte aus den Reihen der Beteiligungsgesellschaften (Private Equity). Der Umsatz der Diagnostiksparte ging im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro zurück. In China wurde ein „erheblicher Umsatzrückgang“ verzeichnet. Montag sprach von einer Halbierung des Marktvolumens. Insgesamt stieg der Umsatz um 3,1 Prozent auf 5,68 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) fiel um 15 Prozent auf 836 Millionen Euro, stärker als von Analysten erwartet. Der Mehrheitsaktionär Siemens bereitet derzeit die Abspaltung von Healthineers vor. Die Aktionäre sollen darüber auf der Hauptversammlung 2027 entscheiden.
Automobil-Entwicklungsdienstleister streicht 1.400 Stellen – IG Metall kündigt Protest anDer Automobil-Entwicklungsdienstleister IAV will bundesweit rund 1.400 Stellen abbauen, vor allem in Berlin. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens auf dpa-Anfrage. Die Gewerkschaft IG Metall hat Proteste dagegen angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Mitarbeiter am Morgen über die Pläne informiert. Das Betriebsgelände in Berlin-Charlottenburg soll bis spätestens 2027 veräußert werden, ein „kompakter Kern“ der Beschäftigten aber in der Hauptstadt bleiben.Den übrigen Mitarbeitenden des Dienstleisters werde ein Wechsel nach Gifhorn in Niedersachsen angeboten. Ziel des Stellenabbaus ist IAV zufolge, Überkapazitäten abzubauen und die Organisation an veränderte Marktbedingungen anzupassen. „Die Maßnahmen sind Teil der Transformation, mit der IAV langfristig Wettbewerbsfähigkeit sichern und hochwertige Engineering-Arbeitsplätze in Deutschland erhalten will.“Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen kritisierte die Pläne als verantwortungslos. Eine Schließung des Stammsitzes Berlin mit 1.250 Beschäftigten werde die Gewerkschaft nicht hinnehmen.
Britische Finanzaufsicht ermittelt gegen Visa, Mastercard und PaypalDie britische Finanzaufsicht ermittelt gegen die US-Finanzdienstleister Visa, Mastercard und Paypal wegen mutmaßlicher Kartellverstöße. Es gehe um die Finanzierung und die Nutzung der digitalen Geldbörse von Paypal, teilte die FCA am Mittwoch mit. Es stehe bislang nicht fest, ob die beiden Kreditkartenanbieter und der Zahlungsabwickler gegen Gesetze verstoßen hätten. Die Betroffenen betonten, mit der Behörde zusammenzuarbeiten.Digitale Geldbörsen erfreuen sich in Großbritannien immer größerer Beliebtheit. Ihr Anteil an Kreditkarten-Transaktionen hat sich nach Angaben der FCA und der Aufsichtsbehörde für Zahlungssysteme seit 2023 auf 29 Prozent mehr als verdreifacht. Gleichzeitig mehrten sich die Rufe nach verbesserten Wettbewerbsbedingungen, die neuen Akteuren den Markteintritt erleichtern.
Schlag gegen Pay-TV-PiratenKurz vor dem Bayern-Spiel gegen Paris Saint-Germain ist DAZN im Zusammenspiel mit der Deutschen Fußball Liga ein großer Schlag gegen die Pay-TV-Piraterie gelungen. Nach einer Gerichtsentscheidung muss die Webseite „livetv.sx“ gesperrt werden, „die größte illegale Sport-Streaming-Plattform in Deutschland“, wie es in einer Mitteilung heißt. Davon profitieren auch andere Pay-TV-Anbieter wie Sky, MagentaTV oder RTL+.DAZN und der DFL gelang nach eigenen Angaben ein „bedeutender juristischer Erfolg im Kampf gegen den Diebstahl von Inhalten“. Es sei ein wichtiger „Meilenstein im Vorgehen gegen großangelegte, organisierte Sportpiraterie in Deutschland“. DAZN bezeichnet das Urteil als Signal an die „Piraterie-Szene: Organisierter Diebstahl von Inhalten wird in Deutschland konsequent verfolgt“. Die Webseite war laut Mitteilung „seit mehr als 13 Jahren aktiv und steht Schätzungen zufolge für einen erheblichen Anteil des illegalen Sport-Streaming-Konsums in der gesamten DACH-Region“. „livetv.sx“ unterliege nun Sperrmaßnahmen.Auf der Piraten-Seite waren unter anderem Spiele der Champions League und der Bundesliga zu sehen, ohne dass ein reguläres Abonnement der Pay-TV-Anbieter notwendig war. DAZN und die DFL wollen weiterhin in rechtliche, technische und branchenübergreifende Maßnahmen investieren, um Piraterie zu bekämpfen. (dpa)
Walt Disney wächst mit Streaming und Filmen – aber nicht mit SportWalt Disney hat dank guter Geschäfte mit seinen Streamingdiensten und Freizeitparks die Markterwartungen übertroffen. Der neue Konzernchef Josh D’Amaro sagte am Mittwoch, dass er für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres mit einem noch stärkeren Wachstum rechne. „Wir sehen eine bedeutende Chance, unsere Fans sowohl in der digitalen als auch in der physischen Welt tiefer zu binden und zu unterhalten.“ D’Amaro hatte im März die Nachfolge von Bob Iger angetreten.Der Unterhaltungskonzern teilte mit, einen bereinigten Quartalsgewinn von 1,57 (1,45) Dollar je Aktie verbucht zu haben. Gleichzeitig sei der Umsatz um sieben Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar gestiegen. Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 1,49 Dollar und einem Umsatz von 24,78 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktie legte daraufhin um mehr als vier Prozent zu.Die Sparte Erlebnisse, zu der Parks, Kreuzfahrtschiffe und Konsumgüter gehören, steigerte ihren Betriebsgewinn um rund fünf Prozent. Auch im Unterhaltungsgeschäft stieg das Betriebsergebnis um sechs Prozent – auf nunmehr 1,34 Milliarden Dollar. Dies lag unter anderem an höheren Abonnement- und Werbeeinnahmen der Streamingdienste wie Disney+ sowie an den Kinoerfolgen „Zootopia 2“ und „Avatar: Fire and Ash“. Die Disney-Sportsparte mit dem Sender ESPN verzeichnete hingegen einen Rückgang des Betriebsergebnisses um fünf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Das Ergebnis betrug 652 Millionen Dollar. Grund hierfür waren dem Konzern zufolge höhere Kosten für Sportrechte und Produktion.
SpaceX will mindestens 55 Milliarden Dollar in geplante Chipfabrik investierenSpaceX veranschlagt die Kosten für den Bau seiner geplanten Chipfabrik im US-Bundesstaat Texas auf zunächst 55 Milliarden Dollar. Bis zur endgültigen Ausbaustufe könnte diese Summe auf 119 Milliarden Dollar steigen, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Pflichtmitteilung der Weltraumfirma des Milliardärs Elon Musk. In der \"Terafab\" sollen Computerchips für SpaceX, den Elektroautobauer Tesla, den KI-Entwickler xAI sowie weitere Unternehmen aus Musks Firmenimperium produziert werden.Das Werk entsteht in Zusammenarbeit mit dem Halbleiter-Hersteller Intel. Dieser steuert unter anderem seine Fertigungstechnologie \"14A\" bei. Musk will seine Unternehmen unabhängiger von Chip-Auftragsfertigern wie TSMC und Samsung machen. Die Pläne passen auch zu dem Ziel der Regierung in Washington, verstärkt Fabriken in den USA anzusiedeln. (Reuters)
Russland kauft erstmals seit Ukraine-Kriegsbeginn wieder DevisenAngetrieben von steigenden Öleinnahmen infolge des Iran-Kriegs kauft Russland erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs wieder ausländische Währungen am Markt. Das Finanzministerium kündigte am Mittwoch an, vom 8. Mai bis zum 4. Juni Devisen im Wert von 110,3 Milliarden Rubel (etwa 1,25 Milliarden Euro) zu erwerben. Die Käufe, die hauptsächlich aus der chinesischen Währung Yuan bestehen, sollen in den Nationalen Wohlstandsfonds fließen. Dieser dient der Stabilisierung des Staatshaushalts. Der Schritt soll zudem eine übermäßige Aufwertung der Landeswährung Rubel verhindern.Die Käufe basieren auf der russischen Haushaltsregel. Diese sieht vor, dass die Regierung zusätzliche Steuereinnahmen in Devisen anlegt, wenn der Ölpreis über einem bestimmten Schwellenwert liegt. Dieser beträgt derzeit 59 Dollar pro Barrel. Fällt der Preis darunter, werden Devisen aus dem Fonds verkauft, um Haushaltslöcher zu stopfen. Das Ministerium hatte diese Transaktionen im Februar jedoch ausgesetzt, um den Fonds angesichts niedriger Ölpreise zu schonen. Der Schritt war von Analysten kritisiert worden, da er den Rubel künstlich stützte.Die Zentralbank wickelt die Käufe ab. Unter dem Strich wird der Staat damit künftig netto 1,18 Milliarden Rubel pro Tag kaufen. Bislang hatte er täglich Devisen im Wert von 4,6 Milliarden Rubel verkauft. Das Ministerium erklärte, bei der Festlegung des Volumens für Mai würden ausgesetzte Transaktionen aus den Vormonaten berücksichtigt. Dies dürfte die Auswirkungen auf den Markt abfedern.
Tausende Zöllner durchleuchten Paket-Branche – und finden illegal BeschäftigteIn einer bundesweiten Aktion haben mehr als 2.900 Zollbeamte Paketzusteller kontrolliert und dabei nach ersten Erkenntnissen Rechtsverstöße festgestellt. Bei den Kontrollen in Depots und Verteilzentren gehe es um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Kurier-, Express- und Paketbranche, teilte die Generalzolldirektion mit. Beamte aus allen Hauptzollämtern in Deutschland seien im Einsatz. Die verdachtsunabhängigen Kontrollen sollten bis zum Abend weitergehen.In einem ersten Zwischenfazit sagte der Sprecher des Kölner Hauptzollamtes, Jens Ahland, dass sich die üblichen „Hauptbeanstandungsmerkmale“ ganz klar bestätigt hätten. Als Beispiel nannte er einen 39-jährigen Mann aus der Türkei, der in Köln für einen Subunternehmer trotz fehlender Arbeitserlaubnis tätig war.
Orbán-Günstlinge unter DruckVor dem Regierungswechsel in Ungarn ermittelt die Polizei bei Unternehmen aus dem Umfeld des scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Wegen des Verdachts auf Veruntreuung und Geldwäsche seien Gelder beschlagnahmt und Konten eingefroren worden, teilten die Ermittler am Dienstagabend mit. Betroffen sind Gesellschaften des Unternehmers Gyula Balásy, die über ein Jahrzehnt lang Regierungskampagnen für Orbán entwarfen.Balásy arbeite mit den Behörden zusammen, teilte seine Unternehmensgruppe Lounge am Mittwoch auf Reuters-Anfrage mit. Der Unternehmer hatte am Montag in einem Interview der Nachrichtenseite \"Kontroll\" erklärt, er biete dem Staat die Übernahme seiner Unternehmen an. Dies geschehe jedoch nicht, weil er etwas zu verbergen habe oder unrechtmäßig vorgegangen sei. Balásys Unternehmen entwarfen unter anderem Orbáns jüngste Wahlkampagne, die die Wahl als Entscheidung zwischen Krieg und Frieden dargestellt hatte, sowie frühere Kampagnen gegen Einwanderung. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Transparency International erhielten Balásys Unternehmen allein zwischen 2019 und 2021 staatliche Aufträge im Wert von 295 Milliarden Forint (rund 813 Millionen Euro). Die Aufträge stammten zumeist vom Nationalen Kommunikationsbüro.Der designierte Ministerpräsident Peter Magyar, dessen Mitte-Rechts-Partei Tisza im April die Parlamentswahl gewonnen hatte, wird den seit 16 Jahren regierenden Orbán am Samstag ablösen. Magyar hat angekündigt, hart gegen Korruption vorzugehen und gestohlenes Staatsvermögen zurückzuholen. Dadurch stehen Günstlinge Orbáns verstärkt unter Druck.
Rüstungszulieferer Renk auf RekordkursDer Augsburger Spezialist für Panzergetriebe, Renk, hat das beste Auftaktquartal der Unternehmensgeschichte verzeichnet. Wie der Rüstungszulieferer am Mittwoch mitteilte, stieg der Auftragseingang in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 582 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 6,9 Milliarden Euro ein Allzeithoch. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 283,6 Millionen Euro zu. Renk verwies auf Verzögerungen in der externen Logistikkette, durch die sich Auslieferungen und damit Umsätze in die Folgequartale verschieben. Der bereinigte Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um mehr als zehn Prozent auf 42,4 Millionen Euro zu. „Der gelungene Start ins Jahr 2026 unterstreicht die Stärke unseres Geschäftsmodells und die anhaltend positive Dynamik unserer Kernmärkte“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Alexander Sagel. Den höchsten Auftragseingang in einem Auftaktquartal wertet er als Beweis für eine ungebrochen hohe internationale Nachfrage nach den Renk-Produkten. Nach dem guten ersten Quartal bestätigt der Vorstand seine Jahresprognose: Der Umsatz soll auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen nach 1,37 Milliarden Euro 2025. Damit würde sich das Umsatzwachstum von 19,8 auf 9,5 Prozent verringern. Das bereinigte Ebit wird zwischen 255 und 285 Millionen Euro erwartet. Im vergangenen Jahr waren 230 Millionen und damit fast 22 Prozent mehr als 2024 erreicht worden.
Französisches Containerschiff in Straße von Hormus angegriffenIn der Straße von Hormus ist ein französisches Containerschiff nach Angaben seiner Reederei angegriffen worden. Bei der \"Attacke\" auf das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff \"San Antonio\" seien am Dienstag mehrere Besatzungsmitglieder verletzt worden, die \"evakuiert und medizinisch versorgt\" worden seien, erklärte die Reederei CMA CGM am Mittwoch. Das Schiff sei bei dem Angriff beschädigt worden.Zuvor hatte die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) bereits gemeldet, ein Frachter sei am Dienstagabend in der Meerenge von einem \"unbekannten Geschoss\" getroffen worden, ohne jedoch den Namen des Schiffes zu nennen.Die Straße von Hormus war zu Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar von den iranischen Streitkräften weitgehend gesperrt worden. In der Folge schossen die Energiepreise weltweit in die Höhe. Derzeit gilt in der Region eine Waffenruhe.Die USA hatten am Montag einen Militäreinsatz zur Sicherung der für den Öl- und Gashandel immens wichtigen Straße von Hormus begonnen - und diesen am Dienstag dann vorerst wieder gestoppt. Ziel des Einsatzes war laut US-Präsident Donald Trump, wegen der iranischen Blockade festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus zu \"geleiten\". (AFP)