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05.06.2026
10:38 Uhr
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Studie: Deutsche Autobauer verlieren international den Anschluss +++ Ifo: Gut jedes zweite Unternehmen nutzt KI – „In der Breite angekommen“ +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Nvidia-Chef sieht Robotik als nächstes Wachstumsfeld in Südkorea Der Chef des US-Chipkonzerns Nvidia sieht in der Robotik den nächsten großen Wachstumsmarkt in Südkorea. „Südkorea hat viele Sektoren, in die man investieren kann“, sagte Jensen Huang nach seiner Landung aus Taiwan am Flughafen Gimpo in Südkorea am Freitag vor Journalisten. „Die Robotik wird hier in Korea der nächste große Sektor sein.“ Auf seiner Reise stünden Treffen mit Vertretern von Hyundai, LG, SK, Samsung und Naver auf dem Programm. Auf die Frage, ob er Geschenke mitgebracht habe, sagte er, er habe viele Geschäfte für das Land dabei. „Ich habe einige Überraschungen parat.“Nvidia werde mit südkoreanischen Unternehmen in den Bereichen Robotik und künstliche Intelligenz (KI) zusammenarbeiten, erklärte Huang weiter. Da Südkorea ein weltweites Produktionszentrum sei, könne man die Robotik-Technologie und die physische KI-Technologie hier für die Industrie anwenden. Auch die Herstellung von Halbleitern werde in Zukunft zunehmend von Robotik und KI gesteuert werden. „Daher haben wir die große Chance, auch mit den hiesigen Halbleiterunternehmen zusammenzuarbeiten.“
Ifo: Gut jedes zweite Unternehmen nutzt KI – „In der Breite angekommen“Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland setzt auf künstliche Intelligenz (KI). 54,5 Prozent nutzen diese bereits in ihren Geschäftsprozessen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. Im vergangenen Jahr lag der Anteil erst bei 40,9 Prozent. Weitere 16 Prozent der Unternehmen planen bereits den Einsatz von KI, 21,6 Prozent diskutieren darüber. „Künstliche Intelligenz ist in der deutschen Wirtschaft endgültig in der Breite angekommen“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Die Dynamik bei der Einführung ist hoch.“Besonders stark verbreitet ist KI in der Industrie. Dort nutzen bereits 58,7 Prozent der Betriebe KI-Anwendungen. Auch im Dienstleistungssektor ist der Einsatz mit 56,2 Prozent weit verbreitet. Im Handel hat sich die Nutzung ebenfalls deutlich auf nun rund 45 Prozent ausgeweitet. „Besonders dynamisch ist die Entwicklung im Bauhauptgewerbe“, betonten die Ifo-Forscher. Innerhalb von drei Jahren stieg der Anteil der Firmen mit KI-Nutzung von 7,1 auf 39,8 Prozent.Unternehmen nutzen KI bislang vor allem zur Unterstützung bestehender Arbeitsprozesse. Besonders häufig kommt KI in der Verwaltung, bei der Datenanalyse, beim Programmieren, im Schriftverkehr sowie zur Informationsrecherche zum Einsatz. Viele Unternehmen verwenden KI zudem für Aufgaben in Planung, Controlling oder Kundenkommunikation. In der Industrie gewinnt KI auch in produktionsnahen Bereichen wie Qualitätskontrolle, Produktionsplanung oder Wartung immer mehr an Bedeutung. „Die Unternehmen setzen KI vor allem dort ein, wo sie sich konkrete Effizienzgewinne versprechen“, sagte Ifo-Experte Wohlrabe. „Besonders bei Routineaufgaben und der Verarbeitung großer Informationsmengen eröffnet KI neue Möglichkeiten.“
Studie: Deutsche Autobauer verlieren international den AnschlussDie deutschen Autobauer sind mit einem Gewinneinbruch ins Jahr 2026 gestartet und fallen im internationalen Vergleich zurück. Einer am Freitag veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft EY zufolge sank der Gewinn der drei deutschen Konzerne Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Quartal um 23 Prozent. Zugleich konnten die US-Konzerne ihren Überschuss um 83 Prozent steigern. Auch beim Umsatz verzeichneten die deutschen Autobauer als einzige einen Rückgang von vier Prozent, während etwa die Hersteller aus den USA um fünf Prozent und die japanische Konkurrenz um vier Prozent zulegten.Die Profitabilität der gesamten Branche steht unter Druck. Die durchschnittliche Marge der 19 größten Autokonzerne sank auf 3,5 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Wert seit dem Corona-Jahr 2020. „Die Krise ist gerade für die deutschen Autokonzerne längst noch nicht überwunden“, sagte Constantin M. Gall, Branchenexperte bei EY. Die deutsche Autoindustrie befinde sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. „Wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse“, so Gall.Im Ranking der profitabelsten Autokonzerne belegt der japanische Hersteller Suzuki der Studie zufolge mit einer Marge von 10,9 Prozent den Spitzenplatz, gefolgt vom US-Branchenprimus General Motors (9,4 Prozent) und Kia (7,5 Prozent) aus Südkorea. BMW kommt mit 6,5 Prozent auf Rang vier, Mercedes-Benz liegt mit 6,0 Prozent auf Platz sechs, Volkswagen mit 3,3 Prozent auf Rang 13.Als Bremsklotz erweist sich zunehmend das Geschäft in China. Dort brach der Absatz der deutschen Konzerne um 16 Prozent ein. „Von der Cashcow zum Sorgenkind: China bleibt eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne“, erklärte Gall. Zudem erschwert ein schwieriges globales Umfeld die Lage der Hersteller. „Geopolitische Spannungen, Nationalismus, Handelsschranken und wechselnde politische Präferenzen für die eine oder andere Antriebstechnologie prägen das Umfeld“, sagte Gall. Die deutschen Konzerne befänden sich in einer sehr schwierigen Lage, da sie nicht mehr von einem freien Welthandel profitieren könnten.
US-Investor will offenbar mit Reederei MSC die Airline Easyjet übernehmenDer US-Finanzinvestor Castlelake prüft einem Medienbericht zufolge eine Partnerschaft mit der weltgrößten Reederei MSC für eine mögliche Übernahme des britischen Billigfliegers Easyjet. Dies berichtete die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ am Donnerstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Aktie der Airline legte daraufhin um 2,3 Prozent zu.Castlelake hatte vorige Woche mitgeteilt, eine Übernahme zu einem Preis von mehr als 403,23 Pence je Aktie zu erwägen. Eine formelle Offerte liegt jedoch noch nicht vor. Nach britischem Übernahmerecht hat die Firma bis zum 26. Juni Zeit, ein verbindliches Angebot vorzulegen oder sich zurückzuziehen. Analysten zufolge machen die niedrige Bewertung, die Start- und Landerechte an wichtigen Flughäfen und die stabile Flotte Easyjet zu einem attraktiven Übernahmeziel. MSC und Easyjet lehnten eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Von Castlelake war zunächst kein Kommentar zu erhalten.
SpaceX setzt Ausgabepreis für BörsengangDie Pläne für den Börsengang von SpaceX konkretisieren sich weiter: Das von Elon Musk gegründete Unternehmen gab am Mittwoch in einer aktualisierten Version seines Börsenprospekts bekannt, einen Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie anzustreben. Bei diesem Preis würde SpaceX mit insgesamt 1,77 Billionen Dollar bewertet. Das Unternehmen will nach eigener Aussage knapp 555,6 Millionen Aktien ausgeben. Beim angestrebten Emissionspreis würde es damit rund 75 Milliarden Dollar einsammeln.Damit bestätigt sich, dass SpaceX mit seinem Börsengang Rekorde brechen dürfte. Noch nie hat ein Börsendebütant auch nur annähernd so viel Geld eingesammelt. Der bisherige Rekordhalter ist der saudische Ölkonzern Saudi Aramco, dessen Börsengang 2019 rund 29 Milliarden Dollar einbrachte.SpaceX will Medienberichten zufolge am 12. Juni an die Börse Nasdaq in New York gehen. Es ist eher ungewöhnlich, dass Unternehmen schon mehr als eine Woche vorher einen exakten Preis vorgeben. Üblicherweise wird zunächst einmal eine Preisspanne genannt, und der genaue Betrag wird dann kurz vor dem Börsengang festgelegt. Es wäre denkbar, dass SpaceX den Preis vor dem Börsengang noch anpasst. Nach einem Bericht der „New York Times“ ist dies aber nicht zu erwarten.Musk ist schon heute der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Im „Bloomberg Billionaires Index“ wird sein Vermögen derzeit auf 726 Milliarden Dollar beziffert. Bloomberg zufolge würde sein Vermögen beim jetzt festgelegten Ausgabepreis auf 988 Milliarden Dollar ansteigen. Sollte der Aktienkurs also nach dem Börsendebüt steigen, könnte er zum Billionär werden.
Hochtief steigt erstmals in den Dax aufDer Baukonzern Hochtief steigt zum ersten Mal in den deutschen Leitindex Dax auf. Das Essener Unternehmen verdrängt in Deutschlands wichtigstem Börsenindex zum 22. Juni den Volkswagen-Großaktionär Porsche Automobil Holding SE, der in den Nebenwerteindex MDax für mittelgroße Unternehmen absteigt, wie die Deutsche-Börse-Tochter ISS Stoxx im schweizerischen Zug mitteilte. Der Aufstieg von Hochtief kommt nach Ansicht von Experten nach einem starken Lauf der Aktie in den vergangenen Monaten nicht überraschend. Das Unternehmen profitiert demnach unter anderem vom Boom bei Rechenzentren, von Milliarden-Infrastrukturprogrammen sowie steigenden Verteidigungsausgaben in vielen Ländern.
Volkswagen startet Produktion des Elektro-PoloEuropas größter Autobauer Volkswagen will mit dem elektrischen Polo seine Marktanteile gegen die Angreifer aus China verteidigen. Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer sprach am Mittwoch anlässlich des Produktionsstarts im spanischen Martorell von einem Meilenstein für das Unternehmen. Das Fahrzeug, das zusammen mit seinem Schwestermodell von Cupra gebaut wird, zeige, wie sich Volkswagen die Zukunft der Elektromobilität im Volumensegment vorstelle: „Weniger Komplexität, niedrigere Kosten und klarer Fokus auf die Kundenbedürfnisse.“Konzernchef Oliver Blume sagte, sein Unternehmen investiere mehrere Milliarden Euro, um Spanien zu einem zentralen Knotenpunkt der Elektromobilität zu machen. Neben dem Werk in Martorell spielt dabei insbesondere die Batteriefertigung der Konzerntochter PowerCo in Sevilla eine Rolle. „Auch wenn sich der globale Wettbewerb verschärft, glauben wir an unseren Heimatmarkt Europa“, sagte Blume. Er unterstrich das mit einer Forderung an die Politik: „Jetzt gilt es, diese Dynamik mit einer klaren „Made in Europe“-Strategie zu nutzen. Sie muss gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleisten und die industrielle Basis Europas stärken.“ Seit Ende April können Kunden den elektrischen Polo bestellen, allerdings noch nicht die Variante zum Preis von 25.000 Euro.
Chinesische KI-Firma Deepseek sichert sich in Finanzierungsrunde offenbar 6,4 Milliarden EuroDer chinesische KI-Entwickler Deepseek sammelt Insidern zufolge erstmals Kapital bei externen Investoren ein. Das Startup werde von Technologiekonzernen wie Tencent oder CATL voraussichtlich umgerechnet 6,4 Milliarden Euro erhalten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Etwa 2,5 Milliarden Euro steuere Firmengründer Liang Wenfeng bei. Dabei könnte Deepseek insgesamt mit 44,5 bis 50,9 Milliarden Euro bewertet werden. Keines der genannten Unternehmen war zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.Deepseek gilt als der bekannteste KI-Entwickler Chinas. Er sorgte Anfang 2025 mit der Veröffentlichung eines Chatbots weltweit für Schlagzeilen. Das Programm war der westlichen Konkurrenz ebenbürtig, benötigte aber deutlich weniger Rechenleistung. Zudem soll die Entwicklung nur einen Bruchteil der bis dahin üblichen Kosten verursacht haben. Die Leistung der aktuellen Version bleibt Experten zufolge jedoch hinter denen der in- und ausländischen Wettbewerber zurück. Bislang finanzierte sich Deepseek ausschließlich über die Muttergesellschaft, den ebenfalls von Liang gegründeten Vermögensverwalter High-Flyer.
Stahlkonzern Voestalpine verzeichnet GewinnsprungDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine profitiert von Aufträgen für Bahnsysteme und Luftfahrt. Im vergangenen Jahr hat (per Ende März) das Technikflaggschiff dank Umstrukturierungen deutlich verbessert bilanziert. Der Konzerngewinn stieg um fast 138 Prozent auf 424 Millionen Euro, wie das Management am Mittwoch mitteilte. Die seit 4. Juni 2025 geltenden US-Zölle von 50 Prozent auf Stahl hätten das Ergebnis aber um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag belastet. Der Umsatz sank von 15,7 Milliarden auf 15,1 Milliarden Euro.„Der Fokus lag weiterhin auf der konsequenten Reorganisation renditeschwacher Geschäftsbereiche und auf der Forcierung internationaler Wachstumsprojekte“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Herbert Eibensteiner. Die bereits im Geschäftsjahr 2024/25 begonnenen Maßnahmen wurden den Konzernangaben zufolge weitergeführt. Der weltweite Personalstand verringerte sich um 1,8 Prozent auf 48.800 Mitarbeiter.Das Segment Automotive Components in Deutschland wird neu aufgestellt. Ziel sei es, den Automobilzulieferbereich der Metal Forming Division (hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte) langfristig abzusichern. Die High Performance Metals Division konzentriere ihr Produktportfolio auf Hochleistungswerkstoffe. Mit der Veräußerung von Buderus Edelstahl in Wetzlar, weltweiten Standortkonsolidierungen, Kapazitätsanpassungen in Mürzzuschlag und dem Verkauf der voestalpine Böhler Profil sei die Portfoliobereinigung innerhalb der Division weitgehend abgeschlossen.In der Weiterverarbeitung sicherte sich das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr Rekordaufträge für Bahnsysteme, Luftfahrtprodukte und Lagertechnik. Von der Deutschen Bahn (DB) und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wurden Aufträge von 500 Millionen Euro für die Lieferung von Schienen- und Weichensystemen bis hin zu Signaltechnik- und Überwachungsleistungen verbucht. In der Luftfahrt gab es Aufträge von rund einer Milliarde Euro für die nächsten fünf Jahre – ein großer Teil stammt vom europäischen Flugzeughersteller Airbus. Den Aktionären wird eine Dividendenerhöhung von 60 auf 75 Cent je Aktie in Aussicht gestellt.
SpaceX peilt für Börsengang offenbar 135 Dollar je Aktie an Das Raumfahrt- und Satellitenunternehmen SpaceX fasst für seinen geplanten Börsengang offenbar einen Stückpreis von 135 Dollar ins Auge. Der Konzern wolle nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters 555,6 Millionen Aktien zu diesem Kurs platzieren. Damit werde die Firma von Elon Musk wie zuvor bekanntwurde 75 Milliarden Dollar einsammeln und auf eine Gesamtbewertung von 1,75 Billionen Dollar kommen. Um die große Fangemeinde des Milliardärs einzubinden, sollen früheren Informationen zufolge bis zu 30 Prozent der Papiere an Privatanleger gehen – eine bemerkenswert hohe Quote.Dass zu diesem frühen Zeitpunkt ein fester Zielpreis genannt wird, ist äußerst ungewöhnlich. Normalerweise rufen Börsenkandidaten vor den Präsentationen für Investoren – der sogenannten Roadshow – zunächst eine Preisspanne aus. Der endgültige Ausgabepreis wird dann meist erst am Tag vor dem Debüt festgelegt. Bei SpaceX soll die Roadshow an diesem Donnerstag beginnen. Die begleitenden Investmentbanker stehen nun vor der Aufgabe, ausreichend Nachfrage für das beispiellose Auftragsbuch zu generieren.Die hohe Bewertung stützt sich auf die Erwartung, dass SpaceX künftige Technologien und Märkte dominieren wird, die heute noch gar nicht existieren. Das Spektrum reicht dabei von Marsmissionen bis hin zu Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im Weltraum. Der Schritt aufs Parkett gilt als einer der bedeutendsten der jüngeren Geschichte und dürfte eine ganze Welle von Emissionen großer Technologiekonzerne einläuten, zu denen zudem die KI-Entwickler OpenAI und Anthropic gezählt werden. SpaceX gilt als die wichtigste Säule im Imperium des reichsten Menschen der Welt. Der für den 12. Juni geplante Börsengang bietet Anlegern die seltene Gelegenheit, direkt in Musks Visionen für Raumfahrt, Satellitenkommunikation und KI zu investieren.
Bayer steht vor neuer Hürde bei Glyphosat-Vergleich – Aktie verliert sechs ProzentIm milliardenschweren US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat steht Bayer vor einer neuen Hürde. Ein geplanter Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar wurde bereits am Donnerstag durch ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen. Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern bestätigte die Verlegung am Dienstag, betonte jedoch, dass es sich nicht um eine endgültige Entscheidung handele. „Wir sind von unseren Argumenten überzeugt, dass der Fall an das staatliche Gericht in Missouri zurückverwiesen werden sollte“, teilte Bayer mit. Das Unternehmen werde gegen die vorläufige Anordnung Einspruch einlegen. Es handele sich um einen Routinevorgang, der keinen Einfluss auf die endgültige Entscheidung über den zuständigen Gerichtsstand habe. Die juristische Hängepartie belastete die Bayer-Aktie am Dienstag schwer. Die Papiere fielen in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten und waren damit Schlusslicht im Dax. Bereits am Vortag hatten sie deutlich nachgegeben. Seit Jahresbeginn haben die Titel damit knapp zehn Prozent an Wert verloren. Einem Börsianer zufolge ist der aktuelle Kursrutsch auch auf die wachsende Nervosität vor dem 4. Juni zurückzuführen. An diesem Tag läuft die Frist für Kläger ab, aus dem vorläufig genehmigten Sammelvergleich auszutreten. Am Markt gebe es Bedenken hinsichtlich der Zustimmung unter den Klägern. Wie viele Kläger den Vergleich annehmen, wird indes nicht am 4. Juni feststehen. Bayer verwies im Rahmen der Quartalszahlen darauf, dass es „einige Wochen dauern“ könne, bis alle Rückmeldungen gesichtet seien.
Eurowings gibt Steuersenkung nur zur Hälfte weiterDie Fluggesellschaft Eurowings will die Absenkungen bei der Luftverkehrsteuer nicht vollständig an die Passagiere weitergeben. Insgesamt sei die Lufthansa -Tochter mit starken Kostensteigerungen konfrontiert, sagt der neue Airline-Chef Max Kownatzki. Die Steuern wie auch höhere Gebühren oder die stark gestiegenen Kerosinpreise fließen nach seiner Darstellung zusammen in die Bildung des Bruttopreises ein, der von den Kunden verlangt werde. Daher habe man auch im Zuge des Iran-Kriegs keine extra ausgewiesenen Kerosinzuschläge verlangt.Der Bundestag hatte im Mai die letzte Erhöhung der Luftverkehrsteuer wieder zurückgenommen. Für Kurzstrecken sinkt der Steuersatz zum 1. Juli um 2,50 Euro pro Ticket. Die Kostensteigerungen könne Eurowings aktuell nur etwa zur Hälfte an die Passagiere weitergeben, sagte Kownatzki. In den vergangenen zwei Jahren seien die Kosten um einen zweistelligen Prozentsatz hochgegangen, während die Preise nur einstellig gestiegen seien.
Rekordquartal: Aktien von Hewlett Packard schießen um 36 Prozent nach obenHewlett Packard Enterprise (HPE) hat dank des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im zweiten Quartal Rekordergebnisse erzielt und seine langfristigen Finanzziele um zwei Jahre vorgezogen. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 9,8 Milliarden Dollar deutlich, wie aus LSEG-Daten hervorgeht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 79 Cent ebenfalls über den Erwartungen von 53 Cent. Die Aktien des US-Konzerns schossen am Montag im nachbörslichen Handel um 36 Prozent in die Höhe.Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet HPE nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 29 und 33 Prozent, nachdem zuvor 17 bis 22 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dann bei 3,35 bis 3,45 Dollar liegen. Damit würde der Konzern seine ursprünglichen Ziele für 2028 schon vorzeitig übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostizierte HPE ein Umsatzwachstum von acht bis zwölf Prozent und lag damit über den Schätzungen von 5,8 Prozent.Finanzchefin Marie Myers sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das starke Quartal sei vor allem vom traditionellen Servergeschäft für Firmenkunden getragen worden. Unternehmen würden zunehmend sogenannte agentenbasierte KI – also KI-Systeme, die eigenständig komplexe Aufgaben erledigen – als Kernanwendung nutzen. „Wir gehen davon aus, dass wir in der zweiten Jahreshälfte deutlich mehr KI-Aufträge ausliefern und in Umsatz umwandeln werden“, sagte Myers. Der Höhepunkt werde im vierten Quartal erwartet.
Tesla verzeichnet kräftiges Verkaufsplus in EuropaTesla verzeichnet in Europa deutlich steigende Verkaufszahlen. In gleich mehreren Ländern zogen die Neuzulassungen des US-Elektroautobauers im Mai kräftig an: In Frankreich stieg die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahresmonat um 655 Prozent auf 5446, wie aus am Montag veröffentlichten Daten von Branchenverbänden hervorgeht. In Norwegen gab es ein Plus von 29 Prozent auf 3345 Autos. Zudem verzeichnete das Unternehmen in kleineren Märkten wie Dänemark, Spanien, Portugal und Schweden Zuwächse im zwei- bis dreistelligen Prozentbereich.In Italien sanken die Neuzulassungen im Mai hingegen um 23,5 Prozent, lagen in den ersten fünf Monaten des Jahres jedoch mehr als 15 Prozent im Plus. Die Zahlen für die größten europäischen Automärkte Deutschland und Großbritannien werden im Laufe der Woche erwartet. Im Jahr 2025 hatte der gemessen am Börsenwert wertvollste Autobauer der Welt fast die Hälfte seines europäischen Marktanteils eingebüßt. Gründe dafür waren die wachsende Konkurrenz vor allem durch chinesische Marken, das Fehlen neuer Modelle sowie die Reaktion vieler Käufer auf die politischen Äußerungen von Firmenchef Elon Musk.