FAZ 12.05.2026
21:20 Uhr

Business-Ticker: Medien: Mercedes-Benz will alle Autohäuser verkaufen – 8000 Jobs betroffen


Käufer ist laut „Bild“ der kanadische Unternehmer Kuldeep Billan +++ Siemens vor Übernahme in Italien +++ Carl Zeiss Meditec will Kosten senken – bis zu 1000 Stellen betroffen +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Medien: Mercedes-Benz will alle Autohäuser verkaufen – 8000 Jobs betroffen

Schneider wird Chef des Siemens-Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung 2027 Künftiger Vorsitzender des Aufsichtsrats (AR) im Technologiekonzern Siemens wird Ulf Mark Schneider nach der Hauptversammlung (HV) 2027. Das beschloss der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Dienstag. Dass der frühere Nestle- und Fresenius-Chef den Dänen Jim Hagemann Snabe als Chefkontrolleur ablösen wird, ist schon länger bekannt. Er war auf der HV im Februar 2025 in den Aufsichtsrat gewählt worden und galt seitdem als Nachfolger von Snabe. Nur der Zeitpunkt für den Stabwechsel ist bislang noch nicht mitgeteilt worden.Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat am Dienstag mit seiner künftigen Zusammensetzung. Die Anteilseigner im Aufsichtsrat planen, für die HV 2027 Ola Rollén, Marion Helmes und Christoph von Seidel als neue Mitglieder und für die Wiederwahl Regina Dugan, Keryn Lee James und Matthias Zachert vorzuschlagen. Benoît Potier wird sich nicht zur Wiederwahl stellen und mit Ablauf seiner regulären Amtszeit zum Ende der HV im kommenden Jahr aus dem Gremium ausscheiden.Nach mehr als zwölf Jahren Mitgliedschaft im Aufsichtsrat werden nach Ablauf der HV 2027 Jim Hagemann Snabe und Nathalie von Siemens ausscheiden. Nach dem Corporate-Governance-Kodex für gute Unternehmensführung gilt die Unabhängigkeit eines Aufsichtsrats als gefährdet, wenn er dem Gremium länger als zwölf Jahre angehört. 

Siemens vor Übernahme in Italien Siemens will seine Zugsparte einem ⁠Insider zufolge mit der Übernahme des italienischen Signal- und Schienenmesstechnik-Herstellers Mer Mec stärken. Die Transaktion mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro könne noch ‌in dieser Woche bekanntgegeben werden, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte als erste über ‌das Interesse von Siemens ‌berichtet.Mer Mec mit Sitz in Monopoli bei Bari gehört einer Investmentholding ihres Vorstandschefs Vito Pertosa, der auch an Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt beteiligt ist. Ein ​Mer-Mec-Sprecher sagte, das Unternehmen könne ⁠sich erst am Mittwoch zu dem Thema äußern. Derzeit gebe es nichts zu berichten. Siemens wollte ​zu den Informationen keine Stellung nehmen.Mer Mec stand Insidern zufolge seit Längerem zum Verkauf. Das ⁠Kerngeschäft des Unternehmens ‌sind Messzüge, mit denen man den Zustand der Schieneninfrastruktur kontrollieren kann. Mer Mec übernimmt die Messungen auch als Dienstleister selbst. Die Messtechnik wird inzwischen auch in ⁠der Stahlindustrie eingesetzt. Vor ⁠gut zwei Jahren war Mer Mec mit der Übernahme des Signalanlagen-Geschäfts der japanischen ⁠Hitachi ​in Deutschland, ⁠Frankreich und Großbritannien mit 550 Mitarbeitern auch ​in dieses Geschäftsfeld expandiert. Hitachi Rail musste sich ‌auf Geheiß der Kartellbehörden von dem Geschäft nach der Übernahme von Thales GTS ​trennen. 

Agrana leidet unter VerlustAbschreibungen im Zuckergeschäft haben den österreichischen Zuckerspezialisten Agrana im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende Februar) eine verlustreiche Bilanz gebracht. Der Fehlbetrag belief sich auf 35,6 Millionen Euro nach einer schwarzen Null im Vorjahr. Das gut laufende Geschäft mit Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten verhinderte höhere Verluste. Der Umsatz sank um 7,9 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 0,35 Cent je Aktie halbiert werden.Aufgrund niedriger Zuckerpreise schloss das Unternehmen im vergangenen Jahr die Zuckerproduktion an zwei Standorten in Österreich und der Tschechischen Republik. Der Konzern mit Sitz in Wien ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Fruchtzubereitungen sowie weltweit führender Hersteller (und Anbieter) von Apfelsaft- und Beerensaftkonzentraten. Deutliche Einschnitt gab es im Personaltableau, per Ende Februar waren rund 8.400 Mitarbeiter beschäftigt, ein Rückgang von rund 600 Mitarbeitern zur Vorjahresperiode. Von 2025 bis 2028 hat sich Agrana ein Spar- und Optimierungsprogramm auferlegt.Für das laufende Geschäftsjahr ist das Management zuversichtlich, ein zumindest stabiles operatives Ergebnis zu erreichen. Der Irankrieg werde im laufenden Geschäftsjahr steigende Kosten für Energie, Verpackung, Transport und Chemikalien verursachen, heißt es. 

Carl Zeiss Meditec will Kosten senken – bis zu 1000 Stellen betroffenDer Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec will angesichts der Probleme im wichtigen chinesischen Markt seine Kosten senken. Um künftig wieder bessere Ergebnisse liefern zu können, sollen Teile des Geschäfts in kostengünstigere Länder verlagert werden. Von den Maßnahmen könnten binnen drei Jahren bis zu 1000 Stellen weltweit betroffen sein, teilte das Unternehmen am Dienstag in Jena mit.Für das laufende Jahr stellt sich das Management aber nun auf Umsatz- und Ergebniseinbußen ein, nachdem es seine vormals optimistischeren Prognosen im Januar kassiert hatte. Bereits das erste Halbjahr verlief schwächer, der Gewinn brach ein. An der Börse drehte die Aktie aber nach ersten Verlusten deutlich ins Plus. Barclays-Experte Jonathon Unwin erklärte, der neue Ergebnisausblick liege zwar unter den Markterwartungen. Allerdings dürfte das angekündigte Kostensparprogramm gut ankommen.Der Konzern hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, Verlagerungen zu überprüfen. Carl Zeiss Meditec kämpfte zuletzt immer stärker mit einer schwächelnden Nachfrage und den strengeren Vergaberegeln für Aufträge in der Volksrepublik China. So werden oft einheimische Wettbewerber vorgezogen.Dies belastete etwa stark das Geschäft mit Premiumlinsen, hier mussten zuletzt Produkte gar verschrottet werden.Ein Unternehmenssprecher sagte am Dienstag zu den möglichen Verlagerungen und Stellenstreichungen auf Anfrage: „Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten und Funktionen stehen noch aus und werden in Abstimmung mit den relevanten Gremien und Arbeitnehmervertretungen getroffen.“ Ziel sei aber eine stärkere Produktionspräsenz in China, wo der Konzern bereits in zwei Werken in Suzhou und Guangzhou fertigt, sowie mehr kosteneffiziente Aktivitäten in Asien außerhalb der Volksrepublik.

Gründer von Delivery Hero gibt nach Aktionärsdruck Chefposten ab – Aktie steigt um 18 Prozent Der Druck auf Niklas Östberg ist zu groß geworden. Der Mitgründer des Lieferdienstes Delivery Hero hat am Dienstag erklärt, zum 31. März 2027 den Chefposten zu räumen. Bis dahin bleibe Östberg im Amt und werde „eng mit dem Aufsichtsrat zusammenarbeiten, um die Nachfolge zu regeln“, heißt es von Delivery Hero. Bis Ende des Jahres soll ein Nachfolger gefunden sein.Der Schwede Östberg hatte Delivery Hero 2011 mitgegründet und den Dienst vor neun Jahren an die Börse gebracht. „Dies ist der richtige Zeitpunkt, um das Unternehmen in sein nächstes Kapitel zu führen“, sagte Östberg laut Mitteilung. Östberg stand schon länger unter Druck, insbesondere der Großinvestor Aspex Management, ein Hongkonger Vermögensverwalter, drang auf Östbergs Ablösung. Das ging aus mehreren Briefen von Aspex an den Aufsichtsrat hervor.„Delivery Hero liegt in puncto Rentabilität weiterhin hinter wichtigen Wettbewerbern zurück“, hieß es beispielsweise darin. Aspex forderte von Östberg einen Fokus auf bestimmte Geschäftsbereiche und Regionen. Daraufhin hatte Delivery Hero im Dezember mitgeteilt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Der Lieferdienst ist in rund 65 Ländern aktiv und hat mit mehreren Tochtergesellschaften Probleme, beispielsweise der Italienischen und Spanischen, wegen der Missachtung der dortigen Arbeitsmarktbestimmungen.Aspex hatte am Montag ⁠die Aufstockung ⁠seines Anteils an Delivery Hero auf 15 Prozent bekannt gegeben. ⁠Der ​Vermögensverwalter ⁠erhält dadurch mehr Gewicht auf ​der Hauptversammlung von Delivery Hero am ‌23. Juni. Anleger reagierten unmittelbar nach Bekanntwerden des Rücktritts von Östberg erfreut – die Aktie des MDax-Unternehmens legte am Dienstagmittag um 18 Prozent auf rund 23,50 Euro zu. 

61 Prozent der deutschen Unternehmen in China wollen Investitionen ausweitenIn China tätige deutsche Unternehmen wollen ihre Investitionen ​in der Volksrepublik ausweiten. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Handelskammer ⁠in China hervor, die am Dienstag in Peking veröffentlicht wurde. In den nächsten zwei Jahren planen demnach 61 Prozent mit höheren Investitionen. Im ‌Vorjahr waren es nur 53 Prozent. Es ist damit der höchste Stand seit 2023. Elf Prozent rechnen mit sinkenden Investitionen.Die Auslandshandelskammer hat ‌Mitte April 216 ‌ihrer mehr als 1800 Mitgliedsunternehmen befragt, unter anderem aus den Bereichen Maschinenbau, Automobile und Elektronik. Insgesamt sind die Firmen beim Umsatz, beim Gewinn und bei der ​Entwicklung der Mitarbeiterzahl etwas optimistischer als ⁠im Vorjahr. 37 Prozent rechnen in den nächsten sechs Monaten mit einer Verbesserung der chinesischen Wirtschaft. ​Das sind satte 22 Punkte mehr als im Vorjahr. Nur 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung. ⁠Für ihre ‌eigene Branche sehen 34 Prozent eine Verbesserung, aber auch 33 Prozent eine Verschlechterung. 42 Prozent prognostizieren höhere Erlöse, 29 Prozent höhere Gewinne.Vom Nahost-Krieg sind drei ⁠von vier Unternehmen ⁠betroffen. Geklagt wird vor allem über gestiegene Logistikkosten. Auch die Zollstreitigkeiten spielen weiterhin ⁠eine ​große Rolle. ⁠69 Prozent der befragten Firmen gaben ​an, negativ von den Handelsspannungen zwischen den USA ‌und China betroffen zu sein. Bei den Spannungen zwischen der EU und ​China sind es 59 Prozent. 

Munich Re macht weniger Neugeschäft Der Rückversicherer Munich Re hat dank geringerer Schadenskosten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum den Gewinn um mehr als die Hälfte auf 1,7 Milliarden Euro verbessert. Das lag im Wesentlichen an den Schäden aus den Waldbränden in Los Angeles, die das Vorjahresquartal belastet hatten. Finanzvorstand Andrew Buchanan sprach auf der Telefonkonferenz von einem guten Start in das neue Geschäftsjahr. An der Börse kamen die Zahlen allerdings schlecht an. Mit einem Kursverlust von mehr als vier Prozent lag die Munich-Re-Aktie zum Handelsbeginn weit hinten im Dax. Grund dafür war die Erneuerung der Rückversicherungsverträge zum 1. April. Das gezeichnete Geschäftsvolumen sank um 18,5 Prozent auf zwei Milliarden Euro. Munich Re hat nach eigenen Angaben konsequent Geschäft nicht erneuert oder gezeichnet, das nicht den erforderlichen Preisen und Bedingungen entsprach. Daneben hätten Preisrückgänge das Volumen reduziert. Leichte Preisrückgänge bei der April-Erneuerung in der Schaden-Unfall-Rückversicherung trüben für Buchanan das positive Gesamtbild nicht: „Das Preisniveau ist weiterhin gut und die Qualität unseres Portfolios hoch.“ Die Munich Re sei voll auf Kurs, das Gewinnziel 2026 von 6,3 Milliarden Euro zu erreichen. Alle Geschäftsfelder und -segmente hätten sich erfreulich entwickelt und zum hohen Konzernergebnis beigetragen, betonte der Finanzvorstand. 

Eintracht-Chef Hellmann: „Wir können unsere Zukunft nicht verkonsumieren\"Deutschland muss sich mehr anstrengen, um wirtschaftlich weiter mithalten zu können. „Wir können unsere Zukunft nicht verkonsumieren, wir können sie nicht auf Pump aufbauen“, sagte Axel Hellmann, der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, auf der Tech-Konferenz „Block im Park“ im Stadion des Fußballvereins. Die wirtschaftlich und technologisch notwendigen Anpassungen würden Veränderungen erzwingen, die an anderer Stelle Abstriche erforderten. Hellmann nannte beispielsweise die höheren Ausgaben für Verteidigung und das Ziel, technologisch souveräner zu werden in Deutschland und Europa. Mit Blick auf die Künstliche Intelligenz mahnte der Fußballmanager, ganz konkrete Nutzen zu identifizieren und etwas weniger über abstrakte potentielle Chancen und Risiken zu sprechen. Und auch zum digitalen Euro äußerte er sich. Wenn er komme, dann sei Eintracht Frankfurt der Verein, der technisch in der Lage sei, ihn zu erproben. Die Konferenz „Block im Park“ findet dieses Jahr zum fünften Mal statt. Sie befasst sich mit Technikthemen und ihren Anwendungen in der Praxis, nicht zuletzt in der Finanzbranche. Eintracht Frankfurt gründete in den zurückliegenden Jahren zwei Tochtergesellschaften, die nicht nur für Fußball-Klubs  Softwaredienstleistungen entwickeln. 

Siemens Energy kauft um eine Milliarde mehr Aktien zurückDer Energietechnikkonzern Siemens Energy verzeichnet Auftragseingänge in Rekordhöhe. Dafür ist vor allem die Nachfrage für Gaskraftwerke und Stromnetze, insbesondere in den Vereinigten Staaten verantwortlich. Der Vorstand will deshalb die Aktienrückkäufe in diesem Jahr beschleunigen. Nun sollen eigene Titel im Volumen von bis zu drei Milliarden Euro zurückgekauft werden. Ursprünglich war ein Volumen von zwei Milliarden Euro vorgesehen. Davon sind bislang schon 1,8 Milliarden Euro ausgeschöpft worden. Zusammen mit der Dividende in einem Volumen von 0,6 Milliarden Euro hat Siemens Energy an die Aktionäre schon 2,4 Milliarden Euro ausgeschüttet. Wie das Unternehmen am 23. April schon vorab mitgeteilt hat, wird aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Geschäftshalbjahr der Ausblick für das Geschäftsjahr2025/26 (per 30. September) angehoben, was hauptsächlich auf eine stärker als erwartete Entwicklung in der Netztechniksparte zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse sollen nun in einer Bandbreite von 14 bis 16 Prozent zulegen nach zuvor prognostizierten 11 bis 13 Prozent. Der Vorstand um den Vorsitzenden Christian Bruch rechnet mit einem Gewinn nach Steuern von rund vier Milliarden Euro. Zuvor war eine Spanne von drei bis vier Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Der freie Mittelzufluss vor Steuern (Free Cash-flow) wird nun bei rund acht Milliarden Euro gesehen nach zuvor vier bis fünf Milliarden Euro. Im zweiten Quartal sorgte die Nachfrage durch Rechenzentren für Rekorde beim Auftragseingang und damit auch im Auftragsbestand. Der Auftragseingang erhöhte sich zum Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand lag mit 154 Milliarden Euro so hoch wie noch nie und um acht Milliarden Euro höher als zum Jahresanfang. Ein Viertel des Auftragsbestands entfällt nach Angaben von Bruch auf Gasturbinen.  Das Ergebnis vor Steuern und Sondereffekten stieg um 28,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Erholung der Windkraftsparte Gamesa kommt voran: Der Verlust sank im zweiten Quartal auf 44 Millionen Euro. Zwölf Monate zuvor lag der Fehlbetrag noch bei 249 Millionen Euro. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass Gamesa in diesem Jahr die Gewinnschwelle wie geplant erreicht. 

Thyssenkrupp: Sparprogramm greift, Umsatz geht zurückDem Industriekonzern Thyssenkrupp machen weiter eine maue Nachfrage im Automobilgeschäft sowie niedrigere Stahlpreise zu schaffen. Der Umsatz ging daher im zweiten Geschäftsquartal (per Ende März) um zwei Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Dienstag in Essen mitteilte. Dies war etwas besser als von Marktexperten angenommen. Wegen des anhaltend schwierigen Umfeldes senkte Thyssenkrupp seinen Umsatzausblick um jeweils einen Prozentpunkt und geht für 2025/26 nun von einer Entwicklung von minus drei Prozent bis zu Erlösen auf Vorjahresniveau aus. An der Ergebnisprognose hält der Konzern dagegen fest.Dort macht sich das Spar- und Restrukturierungsprogramm weiter positiv bemerkbar. So legte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 19 auf 198 Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Die Stahlsparte lieferte dabei neben dem Materialgeschäft den größten Ergebnisbeitrag, auch dank gesunkener Kosten für Rohstoffe und Energie sowie geringerer Personalkosten.Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Dieser legte dank Großaufträgen beim Marineschiffbauer TKMS um knapp ein Drittel auf 10,6 Milliarden Euro zu. Gedämpft blieb das Neugeschäft hingegen im Autozulieferergeschäft sowie in der Stahlsparte. 

Bayer überrascht dank Agrarsparte positiv zum Jahresstart Gute Geschäfte rund um Soja- und Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm haben Bayer zu einem überraschend starken Jahresstart verholfen. Zudem sank der operative Gewinn im Pharmageschäft weniger als von Analysten erwartet. Insgesamt steigerte Bayer das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im ersten Quartal im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro. Analysten hatten deutlich weniger auf dem Zettel.Der Gewinn unter dem Strich war mit 2,76 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Der Umsatz sank zwar etwas auf 13,4 Milliarden Euro, das lag aber an negativen Effekten aus Währungsumrechnungen. Diese ausgeklammert, ergibt sich ein Erlösplus von gut 4 Prozent.Den Jahresausblick für die um Wechselkurseffekte bereinigte Entwicklung von Umsatz- und operativem Gewinn bestätigte der Dax -Konzern. Auf die nominale Entwicklung blickt Bayer nun aber zuversichtlicher als bisher. „Das ist nur eine Momentaufnahme“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Nickl laut Mitteilung. „Wir erwarten für den Rest des Jahres weitere Volatilität in der Entwicklung der Wechselkurse.“ 

Chinas Automarkt bricht wegen Irankrieg einDer derzeit schwierige chinesische Automarkt ist im April weiter abgerutscht. Die Autoverkäufe sackten im Jahresvergleich um 21,5 Prozent auf 1,4 Millionen Auslieferungen ab, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Montag in Peking mitteilte. Das waren die niedrigsten Verkäufe in einem April seit 2022, als Covid-Lockdowns den Markt belasteten. Vor allem die in den Vormonaten gefragten Verbrenner sackten infolge des Ölpreisanstiegs wegen des Iran-Kriegs in der Käufergunst stark um ein Drittel ab. Die in China als New Energy Vehicles (NEV) bezeichneten Antriebsarten – sie umfassen reine Elektroautos als auch Hybridantriebe – gaben um fast 7 Prozent nach.Zusammengestrichene Förderungen für Elektroautos hatten auch in den vergangenen Monaten deren Verkäufe gedrückt. Auch die scharf anziehenden Ölpreise konnten den Elektroautos in diesem Umfeld nicht wieder zu Wachstum verhelfen. Der Einbruch bei Verbrennern sei verhältnismäßig stark und unerwartet deutlich ausgefallen, sagte PCA-Generalsekretär Cui Dongshu. Der Ölpreisanstieg habe einen spürbaren Effekt auf den Markt gehabt.

Bericht: Softbank soll Milliarden in Frankreich investierenDer japanische Technologie-Investor Softbank liebäugelt einem Medienbericht zufolge mit einer milliardenschweren Investition in Frankreich. Die Beteiligungsfirma des Unternehmers Masayoshi Son wolle bis zu 100 Milliarden Dollar ausgeben, unter ‌anderem für den Bau von KI-Rechenzentren, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf Insider. ‌Die Projekte würden ‌voraussichtlich in den kommenden Wochen offiziell vorgestellt. Details stünden jedoch nicht fest, daher könnte sich das Investitionsvolumen noch verändern. Softbank war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.Weltweit bauen Staaten und Unternehmen für mehrstellige Milliardenbeträge neue Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Softbank ist gemeinsam ‌mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und dem SAP-Rivalen Oracle am US-Projekt „Stargate“ beteiligt, in dessen Rahmen KI-Infrastruktur im Volumen von 500 Milliarden Dollar gebaut werden soll. Daneben hat sich der japanische Investor für 30 Milliarden Dollar bei OpenAI eingekauft.

Kühne stockt bei Lufthansa aufEinen Tag vor der Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa hat deren Großaktionär, der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, weitere Aktien des Konzerns erworben. Wie aus den Angaben auf der Konzernseite zur Aktionärsstruktur hervorgeht, hält die Gesellschaft Kühne Aviation GmbH nun leicht mehr als 20 Prozent der Lufthansa-Anteile. Schon zuvor war Kühne größter Aktionär des Flugkonzerns, allerdings mit weniger als 20 Prozent. Seit dem Sommer 2022 bestand die Stimmrechtsmitteilung, dass Kühne die Meldeschwelle von 15 Prozent überschritten hatte.  Das Lufthansa-Management muss an diesem Dienstag auf der Konzernhauptversammlung den Anteilseignern Rede und Antwort stehen. Die Herausforderungen durch den wegen des Irankriegs gestiegenen Kerosinpreis, die andauernde Sanierung der zwischenzeitlich defizitären Kernmarke Lufthansa, Verzögerungen in der Flottenmodernisierung und bei Einführung der neuen Allegris-Einrichtung, um Passagieren auf Langstreckenflügen mehr Komfort zu bieten, werden Themen sein.