FAZ 18.03.2026
09:26 Uhr

Business-Ticker: Verluste in Milliardenhöhe – Facebook-Konzern Meta gibt VR-Welt Horizon Worlds auf


Hellofresh erwartet im laufenden Jahr Umsatzrückgang +++ Nvidia soll China-Version von Groq-KI-Chips vorbereiten +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog.

Business-Ticker: Verluste in Milliardenhöhe – Facebook-Konzern Meta gibt VR-Welt Horizon Worlds auf

Übernahmeangebot für Kautschukspezialist SemperitDer österreichische Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich weniger verdient als zuvor. Unter dem Strich blieben nur 0,4 Millionen Euro übrig, was einem Minus von über 96 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Aktionäre sollen infolgedessen für 2025 keine Dividende erhalten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.Am Mittwochvormittag kam dann ein freiwilliges Übernahmeangebot des Mehrheitsaktionärs B&C Holding Österreich. Dieser möchte sämtliche ausstehende Aktien der Semperit, die rund 41,52 Prozent des Grundkapitals der Semperit entsprechen. Der Angebotspreis beträgt 15,00 Euro je Aktie, dies entspreche einer Prämie von rund 25 Prozent auf den Schlusskurs der Semperit-Aktie vom 17. März 2026, teilte B&C mit. Das Angebot unterliegt keiner Mindestannahmeschwelle. Die B&C-Gruppe hält derzeit rund 58,48 Prozent des Grundkapitals der Semperit.Belastet wurde das Ergebnis unter anderem durch Wertminderungen auf den Kundenstock im Bereich Flüssigsilikon. Zusätzlich drückten negative Währungseffekte infolge eines schwächeren US-Dollars auf das Finanzergebnis. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einer Rückkehr auf den Wachstumskurs. 

Gewinnknick für Wasserkraftspezialist VerbundÖsterreichs führender Energieversorger Verbund bilanziert im vergangenen Jahr mit einer Ertragsdelle. Der Überschuss fiel gegenüber dem Vorjahr um 20,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Hauptgründe waren eine deutlich geringere Stromproduktion aus Wasserkraft sowie negative Effekte durch die verlängerte staatliche Gewinnabschöpfung. Den Aktionären der mehrheitlich staatlichen Gesellschaft wird eine Gesamtdividende von 3,15 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Diese setzt sich aus einer ordentlichen Dividende von 2,00 Euro und einer Sonderdividende von 1,15 Euro zusammen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand des zur Riege der großen Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa gehörende Unternehmen einen weiteren Ergebnisrückgang auf 900 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro.  

Hellofresh erwartet im laufenden Jahr UmsatzrückgangDer Kochboxenversender Hellofresh rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang. Die Erlöse im laufenden Jahr dürften ohne Wechselkurseffekte um etwa drei bis sechs Prozent zurückgehen, wie der SDax-Konzern am Mittwoch in Berlin mitteilte. Analysten hatten im Mittel einen geringeren Rückgang erwartet. Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 375 bis 425 Millionen Euro liegen.Im abgelaufenen Geschäftsjahr fielen die Umsätze im Jahresvergleich um 11,8 Prozent auf 6,76 Milliarden Euro, wie bereits im Februar mitgeteilt. Der währungsbereinigte Umsatzrückgang lag bei 9,0 Prozent. Das bereinigte operative Konzernergebnis (Ebitda) stieg indessen dank Einsparungen um sechs Prozent auf rund 423 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, währungsbereinigt war das ein Anstieg um rund 14 Prozent. 

Nvidia soll China-Version von Groq-KI-Chips vorbereitenDas amerikanische Unternehmen Nvidia arbeitet nach ​Informationen von Insidern an einer Version ⁠seiner Groq-Chips für Künstliche Intelligenz, die auf dem chinesischen Markt verkauft werden können. Zwei mit ‌der Angelegenheit vertraute Personen bestätigten dies der Nachrichtenagentur Reuters.Der Schritt erfolgt, nachdem ‌Nvidia-Chef ‌Jensen Huang die Wiederaufnahme der Produktion von H200-Chips angekündigt hatte. Das Unternehmen habe Exportlizenzen von der Trump-Regierung ​sowie Bestellungen chinesischer ⁠Kunden erhalten, sagte Huang. Nvidia hatte das KI-Chip-Startup Groq Ende vergangenen ​Jahres für 17 Milliarden Dollar übernommen und stellte ⁠diese Woche auf ‌seiner jährlichen Entwicklerkonferenz in San Jose neue Produkte vor, die auf den Groq-Chips ⁠basieren.Die Entwicklung ⁠einer China-Version unterstreicht Nvidias Bemühungen, trotz US-Exportbeschränkungen auf ⁠dem ​wichtigen chinesischen ⁠Markt präsent zu ​bleiben.

Wie geht es im „movie2k.to“-Prozess weiter?Im Prozess um den illegalen Streamingdienst und einen Milliardengewinn mit Bitcoins sind erste Vorgespräche zu einer Verständigung gestartet, teilte der Vorsitzende der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Leipzig mit. Wie die dpa berichtet, sollen die Inhalte am nächsten Verhandlungstag, dem 31. März, bekanntgegeben werden. Vor dem Landgericht ist der 42 Jahre alte mutmaßliche Kopf des Portals „movie2k.to“ unter anderem wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche in 146 Fällen angeklagt. Mit ihm auf der Anklagebank sitzt ein 39-Jähriger, der sich wegen Geldwäsche in 46 Fällen und Steuerhinterziehung verantworten muss. Laut Anklage hatte das Duo gemeinsam mit einem schon rechtskräftig verurteilten Mann über das Streamingportal „movie2k.to“ jahrelang hunderttausende Raubkopien von Filmen und Serien angeboten. Demnach erzielten die Betreiber dabei Millioneneinnahmen aus Werbeverträgen und erwarben damit Bitcoins. 2013 wurde das Portal abgeschaltet, der Hauptangeklagte konnte erst 2023 im Ausland geschnappt werden. 

Flughafenkonzern Fraport verdient operativ mehrDer Flughafenkonzern Fraport hat im vergangenen Jahr erstmals bei den Passagierzahlen mit 184 Millionen ein-, aus- und umsteigenden Reisenden das Vor-Corona-Niveau übertroffen. Dafür sorgten die Fraport-Flughäfen im Ausland, der Frankfurter Airport liegt weiter unter Vor-Pandemie-Zahlen liegt. An den 14 von Fraport betriebenen griechischen Flughäfen wurden 23 Prozent mehr Passagiere als 2019 abgefertigt, im türkischen Antalya zehn Prozent, im peruanischen Lima acht Prozent. In Frankfurt waren es trotz Zuwächsen im Jahresvergleich zehn Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr.An den Auslandsstandorten profitiert Fraport von abgeschlossenen Ausbauvorhaben, in Frankfurt steht im April die Eröffnung des neuen Terminal drei an. Das Ende eines großen, ausgabenreichen Bauzyklus schlägt sich auch in den Geschäftszahlen nieder. Der um Sondereffekte bereinigte Umsatz stieg um acht Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis um zehn Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Gewinn unter dem Strich sank um sieben Prozent auf 468 Millionen Euro, Ursache waren Abschreibungen und Zinseffekte im Zusammenhang mit der Terminaleröffnung in Lima. Der Abschluss der Bauvorhaben führt dazu, dass erstmals seit 2018 dem Konzern wieder mehr Geld zufließt als abfließt. \" Durch das Auslaufen der großen Investitionsprojekte werden unsere frei verfügbaren Mittel weiter deutlich steigen. Damit gewinnen wir zukünftig mehr Spielräume für den Schuldenabbau und Dividendenzahlungen an unsere Aktionärinnen und Aktionäre\", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Die Netto-Finanzschulden belaufen sich noch auf 8,2 Milliarden Euro. Fraport schlägt eine Dividende von einem Euro je Aktie vor.  Für 2026 erwartet Fraport einen Anstieg der Passagierzahlen auf bis zu 195 195 Millionen Reisende, Frankfurt wird mit 66 Millionen aber unter früheren Rekorden bleiben. Für das Konzern-Ergebnis wird mit einem Rückgang gerechnet, da noch einmal Abschreibungen wegen der Ausbauten erwartet werden. 

KI-Training: Nächste Klage gegen Open AI Auch die altehrwürdige Lexikongesellschaft Encyclopedia Britannica verklagt Open AI, weil es seine Inhalte missbräuchlich zum Training von Modellen der Künstlichen Intelligenz (KI) genutzt haben soll. In seiner Klage vor einem Bundesgericht in Manhattan behauptet der Herausgeber der seit dem 18. Jahrhundert ununterbrochen erscheinenden Enzyklopädie, das KI-Unternehmen habe Artikel sowie Enzyklopädie- und Wörterbucheinträge verwendet, um seinen Chatbot ChatGPT zu trainieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.Open AI habe unrechtmäßig fast 100.000 Artikel kopiert, um seine Sprachmodelle zu trainieren. ChatGPT liefere „nahezu wortgleiche“ Kopien von Enzyklopädie-Einträgen der Britannica und halte damit Nutzer von ihrem Lexikon fern, das inzwischen nur noch online erscheint.Die Klage ist eine von vielen, die die Inhaber von Urheberrechten gegen verschiedene KI-Unternehmen eingereicht haben, weil diese ihr Material unerlaubt zum Trainieren von KI-Systemen verwendet haben sollen. Die KI-Firmen argumentieren oft, dass ihre Systeme die urheberrechtlich geschützten Inhalte legal nutzen, indem sie diese in etwas Neues umwandeln. 

Verdi-Streik legt Berliner Flughafen lahm – alle regulären Flüge gestrichenReisende können ⁠wegen eines Verdi-Streiks den Berliner Flughafen BER am Mittwoch nicht nutzen. Es seien keine regulären Passagierflüge am Airport möglich, teilte der Flughafenbetreiber FBB am Montag mit. Darüber habe ‌man Partner wie die Airlines, Bodenverkehrsdienstleister, Sicherheitsunternehmen und ansässige Gewerbebetriebe informiert. „Ursprünglich waren für den Verkehrstag rund 445 Abflüge und Landungen mit rund 57.000 Passagieren geplant.“ Betroffene ‌Gäste sollten sich bei ‌ihrer Fluglinie zu Umbuchungen und alternativen Reisemöglichkeiten informieren. „Wir halten einen Warnstreik für unverhältnismäßig – gerade in einer durch den Iran-Krieg ohnehin sehr angespannten Lage“, kritisierte BER-Chefin Aletta von Massenbach. Sie ​sei zuversichtlich, dass bei der nächsten ⁠Verhandlungsrunde am 25. März eine Einigung gelinge.Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor die rund 2000 Beschäftigten des Flughafens zu ​einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt mit der Arbeitgeberseite. Verdi wirft dem Betreiber ⁠des Hauptstadt-Airports eine ‌Blockadehaltung vor und lehnt dessen jüngstes Angebot ab.Die Arbeitgeber hatten laut Verdi in der zweiten Verhandlungsrunde eine Lohnerhöhung in mehreren Schritten bei einer Laufzeit bis Ende 2028 angeboten. ⁠Das Angebot ⁠ergebe insgesamt gerechnet nur rund ein Prozent Lohnsteigerung pro Jahr und bedeute für die Beschäftigten ⁠angesichts der Preisentwicklung ​einen ⁠deutlichen Reallohnverlust, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler. „Das ist ​kein ernsthaftes Angebot, sondern eine Provokation am Verhandlungstisch.“Die Gewerkschaft fordert ‌sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens jedoch 250 Euro mehr im Monat. ​Zur nächsten Verhandlungsrunde erwartet Verdi eine deutlich ​verbesserte Offerte. 

Eon zählt zehnmal so viele Cyberangriffe wie vor fünf JahrenDer Energiekonzern Eon beklagt deutlich mehr Hackerangriffe auf die Energienetze als noch vor fünf Jahren. Er könne sagen, \"dass wir täglich mehrere Hundert Versuche haben, von extern in unsere Systeme einzudringen\", sagte der für das Thema Energienetze zuständige Vorstand Thomas König am Montag vor Journalisten in einem digitalen Pressegespräch. Anderen Netzbetreibern ergehe es ähnlich. Die Hackerangriffe hätten sich im Vergleich zu vor fünf Jahren \"mehr als verzehnfacht\". Cyberangriffe seien heute eine \"reale Bedrohung\", und Eon nehme sie \"genauso ernst wie physische Angriffe\", da die Schäden potentiell ähnlich hoch ausfallen könnten, sagte König weiter. Jede digitale Schnittstelle sei ein potentielles Einfallstor, so auch \"Smart Meter\", also intelligente Stromzähler. Eon meldete am Montag, mittlerweile eine Million solcher Smart Meter bei Kunden eingebaut zu haben. \"Rückblickend betrachtet\" sei das hohe Sicherheitsniveau, das die Zähler in Deutschland erfüllen müssen, aufgrund der hohen Zahl an Cyberangriffen \"auch angemessen\", sagte König. Noch vor rund einem Jahr hatte Eon-Vorstandschef Leonhard Birnbaum beklagt, die Anforderungen an deutsche Smart Meter seien in Summe zu hoch. „Unsere europäischen Nachbarn haben alle einen deutlich einfacheren Smart Meter im ersten Schritt ausgerollt. Viel schneller, zu viel geringeren Kosten für alle“, hatte der Eon-Chef damals gesagt. Hierzulande habe man stattdessen \"einen Ferrari für jeden haben wollen“. Jedoch sei es \"verdammt teuer, 40 Millionen Ferraris auszurollen. Da wären wir besser mit einem VW-Käfer losgelaufen.\"  Die Bemerkung hatte sich allerdings auch noch auf weitere Anforderungen an Smart Meter bezogen. König sagte am Montag, ein Vergleich der intelligenten Stromzähler hierzulande mit denen in anderen Ländern, die schon fast hundert Prozent Abdeckung erreicht haben, sei ein wenig \"wie Äpfel mit Birnen\", auch etwa hinsichtlich der Granularität der Messungen und der Steuerbarkeit. Dennoch habe man in Deutschland fünf bis acht Jahre zu lange diskutiert, bevor eine Einführung der Geräte begonnen wurde. \"Und deshalb gilt es jetzt auch, echt Gas zu geben.\" Laut Daten der Bundesnetzagentur bis zum dritten Quartal 2025 liegt die Smart-Meter-Quote hierzulande erst bei 3,8 Prozent. Eon selbst plant nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren jährlich 500.000 Smart Meter in Deutschland zu verbauen.

Drei Neue für den Kodex: Tüngler raus, Grillo rein In der Regierungskommission \"Deutscher Corporate Governance Kodex\" kommt es zu einer Personalrochade: Drei langjährige Mitglieder scheiden aus, drei neue folgen ihnen nach. Neu in die Kommission berufen werden laut Mitteilung der frühere BDI-Präsident Ulrich Grillo, die frühere Renk-Chefin Susanne Wiegand und Michael Rüdiger, der Aufsichtsratsvorsitzende der Investmentgesellschaft Blackrock Deutschland. Im Gegenzug verlassen turnusgemäß – allesamt nach drei Amtszeiten  – der  DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler, die Aufsichtsratsvorsitzende von AMS-Osram Margarete Haase sowie die Nachhaltigkeitschefin des niederländischen Vermögensverwalters APG Claudia Kruse die Kodex-Kommission.  An der Spitze der Kommission steht weiterhin Clara Streit, die den Posten im Jahr 2013 übernommen hat. Die Kodex-Kommission wurde vor mehr als 20 Jahren als eine Form der Selbstregulierung während der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder gegründet. Die Regierungskommission hat unverbindliche Regeln für eine gute Unternehmensführung entwickelt – in Form des „Corporate Governance Kodex“. Anstoß war damals der Niedergang des einst größten deutschen Baukonzerns Philipp Holzmann. Zu den Regeln gehört beispielsweise die Empfehlung, dass einzelne Mitglieder von Aufsichtsräten nicht mehr als fünf Aufsichtsratsmandate in verschiedenen Unternehmen gleichzeitig wahrnehmen, damit genug Zeit für die einzelnen Mandate bleibt. Die Kommission hat derzeit insgesamt 15 Mitglieder, laut Satzung kann die Größe zwischen 10 und 15 schwanken. Ernannt werden neue Mitglieder von der Bundesjustizministerin Stefanie Hubig auf Vorschlag der Kommission. 

Piloten stimmen auch bei Eurowings für Streik  Nach Streiks der Piloten bei ​der Lufthansa könnte es auch bei ⁠der Tochtergesellschaft Eurowings zum Arbeitskampf kommen. In der Urabstimmung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sprach sich eine Mehrheit ‌von 94 Prozent der Teilnehmenden für diese Option aus, wie die VC am Montag mitteilte. ‌Wie bei ‌der Kernmarke geht es bei dem Ferienflieger um höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Die Forderungen dazu wolle die Gewerkschaft ​mittels Arbeitskampf durchsetzen, „wenn dies ⁠notwendig ist“.Bei der Lufthansa kam es in der vergangenen Woche ​deshalb zum zweiten Streik in diesem Jahr mit ⁠großflächigen Flugausfällen. Die VC ‌hatte bei Eurowings die Verhandlungen Anfang des Monats für gescheitert erklärt, weil der Arbeitgeber nur ⁠zu einer Umverteilung ⁠im bestehenden System bereit gewesen sei, aber nicht substanziell ⁠in ​die ⁠Betriebsrente investieren wolle. „Wir bleiben jederzeit ​zu konstruktiven Gesprächen bereit, erwarten dafür ‌aber ein ernsthaftes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite“, erklärte VC-Präsident ​Andreas Pinheiro. 

Meta plant umfassenden StellenabbauDer Facebook-Mutterkonzern Meta plant laut drei mit der Angelegenheit ​vertrauten Personen einen umfassenden Stellenabbau, der 20 Prozent oder mehr der Belegschaft betreffen könnte. Damit ⁠wolle der Konzern die kostspieligen Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) ausgleichen und sich auf eine höhere Effizienz durch KI-gestützte Mitarbeiter vorbereiten, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Ein ‌Datum für die Kürzungen sei noch nicht festgelegt und auch der genaue Umfang stehe noch nicht fest. Führungskräfte hätten jedoch kürzlich hochrangige Manager über die Pläne informiert und ‌sie angewiesen, mit Planungen ‌für den Stellenabbau zu beginnen. Ein Sprecher von Meta wies den Bericht auf Anfrage zurück. „Dies ist eine spekulative Berichterstattung über theoretische Ansätze“, sagte Unternehmenssprecher Andy Stone.Sollte sich Meta für einen Abbau von 20 ​Prozent entscheiden, wäre dies der bedeutendste Stellenabbau ⁠des Unternehmens seit seinen Umstrukturierungen Ende 2022 und Anfang 2023. Zum 31. Dezember beschäftigte der Konzern seinem jüngsten Bericht zufolge ​knapp 79.000 Mitarbeiter. Im November 2022 hatte das Unternehmen 11.000 Mitarbeiter entlassen, was damals etwa 13 Prozent der ⁠Belegschaft entsprach. ‌Rund vier Monate später kündigte es die Streichung von weiteren 10.000 Stellen an.Konzernchef Mark Zuckerberg treibt seit dem vergangenen Jahr die Pläne Metas, im Bereich der generativen KI wettbewerbsfähiger zu werden, ⁠verstärkt voran. Das ⁠Unternehmen hat hohe Summen investiert, um KI-Forscher anzuziehen und Firmen zu übernehmen. Zuckerberg hatte im Januar ⁠auf Effizienzgewinne durch ​die ⁠Investitionen hingewiesen: „Projekte, für die man früher große ​Teams brauchte, können jetzt von einer einzigen, sehr talentierten Person ‌erledigt werden“, sagte er. Die Pläne von Meta spiegeln einen allgemeinen Trend bei großen US-Unternehmen in ​diesem Jahr wider, insbesondere in der Technologiebranche. 

Kamerahersteller Leica bekommt neuen ChefDer 44-jährige Andreas Voll wird neuer Vorstandsvorsitzender des Kameraherstellers Leica, berichtet die dpa. Mit Wirkung zum 1. April folgt der Manager auf Matthias Harsch, der das Unternehmen seit 2017 führt und dessen Vertrag Ende März ausläuft. Der Leica-Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kaufmann würdigte die Verdienste von Harsch. Unter seiner Leitung habe Leica die Position als Premiummarke im Bereich Fotografie und Optik weiter ausgebaut und neue Geschäftsfelder erschlossen.Der künftige Vorstandschef Voll sei eine Führungspersönlichkeit mit umfassender internationaler Managementerfahrung sowie ausgewiesener Expertise in den Bereichen Premiumtechnologie, Markenführung und strategische Unternehmensentwicklung, sagte Kaufmann der Deutschen Presse-Agentur.Unter Harschs Führung hatte Leica mehrere Umsatzrekorde in Folge erzielt. Zuletzt legten die Erlöse der Leica Camera AG im vergangenen Geschäftsjahr (31. März) 2024/25 um 7,6 Prozent auf den Höchstwert von 596 Millionen Euro zu. Das Unternehmen mit Sitz im mittelhessischen Wetzlar hat rund 2.300 Beschäftigte weltweit. Das Unternehmen hatte zuletzt etwa vom Revival der Kompaktkameras mit einem Trend hin zu hochwertigen Geräten profitiert. Ende Februar hatte der 60-jährige Harsch am Rande der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona die Neuauflage des Leitzphone präsentiert, die weltweit vermarktet wird.

Lufthansa fliegt wieder nach Plan Nach dem Ende des zweitägigen Streiks der Lufthansa-Piloten ist der Flugbetrieb nach Unternehmensangaben am Samstag normal angelaufen. Die Flüge würden gemäß Flugplan durchgeführt, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. Der Streik betraf vor allem die Drehkreuze Frankfurt und München.„An den beiden vergangenen Streiktagen konnten mehr als 50 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms angeboten werden. Bei Langstreckenverbindungen lag der Anteil sogar bei 60 Prozent“, sagte ein Unternehmenssprecher. „Lufthansa Cargo flog mehr als 80 Prozent ihres Frachtflugprogramms.“ Die Regionaltochter Lufthansa Cityline, die nur am Donnerstag bestreikt wurde, habe bereits am Freitag wieder nahezu ihr komplettes Flugprogramm anbieten können, hieß es weiter. Dem widersprach die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC): Am ersten Streiktag seien von den ursprünglich von Lufthansa geplanten 800 Flügen knapp 80 Prozent ausgefallen – mit über 600 Ausfällen damit mehr als doppelt so viele wie von VC prognostiziert, hieß es in einem Streik-Fazit. Auch der zweite Streiktag bei Lufthansa und Lufthansa Cargo habe sich deutlich stärker entwickelt als vorhergesagt, so die Gewerkschaft. „Von den etwa 700 geplanten Flügen sind über 550 ausgefallen, ein Ausfall von ebenfalls knapp 80 Prozent.“ VC bezeichnete den Streik als „insgesamt sehr erfolgreich“.