FAZ 02.10.2026
12:52 Uhr

Das Beste lesen mit FAZ+: Überleben in der Notaufnahme und ein Putin-Vertrauter in Trumps Kreisen


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Das Beste lesen mit FAZ+: Überleben in der Notaufnahme und ein Putin-Vertrauter in Trumps Kreisen

Liebe Leserin, lieber Leser, das könnte ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk gewesen sein, wenn es denn so war: Umar Kremljow, der Präsident des von Moskau gestützten Boxverbands IBA und ein enger Vertrauter Wladimir Putins, soll die Feierlichkeiten zur Hochzeit von Donald Trump Jr. auf den Bahamas mit mehreren Hunderttausend Dollar finanziert haben. Ob das Hochzeitsgeld zurückgezahlt wurde, ob hinter der persönlichen Geste ein politisches Kalkül steckt, ist offen. Aber die Recherche stimmt nachdenklich. Denn meine Kollegen aus unserer Sportredaktion sind der Meldung nachgegangen und zeichnen das Bild eines Geschäftsmanns, der Sport, Geld und politische Nähe geschickt verbindet. Kremljow stieg in Russland zügig auf und machte die IBA zur Bühne für seine politischen Botschaften. Zugleich sucht er die Verbindung zum Trump-Clan, zum Beispiel über gemeinsame Auftritte und den Schulterschluss in der Debatte um Frauensport. Früher war alles anders, da hat der Vater der Braut die Hochzeit bezahlt. Übergriffe und Druck in der Notaufnahme Früher war eine Notaufnahme im Krankenhaus auch noch im Wortsinn eine solche. Heute hingegen stellt sich die Frage: Was ist in der Notaufnahme eigentlich ein Notfall? Eine anonym schreibende Notärztin erzählt uns von Patienten, deren Beschwerden nicht lebensbedrohlich sind und die dennoch Hilfe, Orientierung oder schlicht ein Gespräch brauchen. Und sie berichtet von den Ein-Stern-Bewertungen, die zurückbleiben, wenn Erwartungen enttäuscht werden. Kliniken sollen Zeit und Fürsorge geben, doch bezahlt und organisatorisch honoriert wird vieles davon kaum. Zugleich müssen Beschäftigte Grenzen setzen, mit Übergriffen umgehen und unter hohem Druck funktionieren. Wenn Stellen gestrichen werden und erfahrene Ärzte das System verlassen, muss die Frage beantwortet werden, welche Aufgaben die Notaufnahme noch übernehmen kann – und soll. Auf seinem dreißigsten Album „Schatzhauser“ singt der 83 Jahre alte Reinhard Mey allein zur Gitarre, aus der Überzeugung, dass Musik selbst in ausweglosen Momenten einen neuen Horizont öffnen kann. Im Gespräch denkt er über späte Reue, die Angst vor der Nacht, den Schmerz um den verstorbenen Sohn und seinen agnostischen, zugleich von christlichen Idealen geprägten Blick auf Trost und Glauben nach. Das Album klingt stellenweise wie ein Abschied, ist für Mey aber keiner. Er schreibt weiter und übt wieder Gitarre. Besonders bewegt hat ihn, dass sein jahrzehntealtes Lied „In meinem Garten“ in einer Dokumentation den Rapper Haftbefehl zu Tränen rührte – und damit ein neues Publikum erreichte. Vielen Dank für Ihr freundliches Interesse an unserer Arbeit – und ein schönes Feiertagswochenende. Wenn Sie ein FAZ+ Abo und eine Frage dazu haben, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an c.knop@faz.de. Herzliche Grüße IhrCarsten KnopHerausgeberFrankfurter Allgemeine Zeitung