FAZ 19.05.2026
09:39 Uhr

Eisschnelllauf: Pechstein wird Allround-Bundestrainerin


Claudia Pechstein wird Bundestrainerin im Eisschnelllauf. Der Verbandspräsident spricht ihr „volles Vertrauen“ aus. Keine Überraschung: Er ist ihr Ehemann.

Eisschnelllauf: Pechstein wird Allround-Bundestrainerin

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein übernimmt bis zum Jahresende das Amt der Bundestrainerin in der Disziplin Allround. Das gab die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) bekannt. Pechstein wird den Posten neben ihrer aktuellen Hauptfunktion als Bundesstützpunkt-Trainerin in Inzell ausführen. Zudem ist Andreas Kraus ab sofort neben seiner Hauptfunktion als Nachwuchscoach kommissarisch auch als Bundestrainer Sprint tätig. „Beide Trainer genießen unser volles Vertrauen. Die Entscheidung gibt dem Verband und dem deutschen Eisschnelllauf Planungssicherheit bis zum Jahresende. Bis dahin haben wir ausreichend Zeit, um einen geordneten Bewerbungsprozess durchzuführen und uns für die Trainer zu entscheiden, die unsere Sportlerinnen und Sportler zu Olympia 2030 führen werden“, erklärte DESG-Präsident Matthias Große – der zugleich Pechsteins Ehemann ist. Die 54-Jährige folgt auf Alexis Contin, der in seiner Heimat die Entwicklung der Nationalmannschaft mit Blick auf die Winterspiele 2030 in Frankreich fördern soll. Contin hatte bei den Winterspielen in Mailand unfreiwillig im Mittelpunkt gestanden, nachdem Eisschnellläufer Fridtjof Petzold ein gestörtes Verhältnis angeprangert hatte. Viel Wirbel um die DESG DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz, Ehefrau von Contin, wies die Vorwürfe zurück. Die DESG war abermals ohne Olympia-Medaille geblieben – bereits zum vierten Mal in Folge. Pechstein hatte ihre erfolgreiche Karriere im Vorjahr beendet. Seit Olympia hatte es viel Wirbel um die DESG gegeben. Zu Beginn der Winterspiele in Italien hatte ein „Sportschau“-Bericht über Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze für Aufsehen gesorgt. Bei einem Medientermin nach Olympia hatte die Verbandsführung zwei ARD-Journalisten mit einem Hausverbot belegt und damit heftige Kritik ausgelöst. Die DESG-Spitze weist die Vorwürfe zurück.