FAZ 16.09.2026
20:03 Uhr

FED-Zinsentscheid: US-Notenbank erhöht Leitzins auf neue Spanne von 3,75 bis vier Prozent


US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor wiederholt für niedrigere Zinsen ausgesprochen. Es ist die erste Erhöhung seit 2023.

FED-Zinsentscheid: US-Notenbank erhöht Leitzins auf neue Spanne von 3,75 bis vier Prozent

Die US-Notenbank macht im Kampf gegen die hohe Inflation ernst und erhöht den Leitzins erstmals seit Mitte 2023. Der ⁠geldpolitische Schlüsselsatz wurde am Mittwoch um einen Viertelpunkt angehoben – auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten ‌hatten damit gerechnet. Denn die vom Energiepreisschock infolge des Irankrieges befeuerte Inflation zeigte sich zuletzt äußerst hartnäckig. Die Federal Reserve achtet besonders auf ‌ein Inflationsmaß, das auf die ‌Konsumgewohnheiten der Verbraucher zugeschnitten ist – im Fachjargon PCE-Index genannt. Die daraus berechnete Teuerungsrate lag im Juli wie bereits im Juni bei 3,7 Prozent. Ölpreis auf Höhenflug Der seit Mai amtierende Notenbankchef Kevin Warsh ⁠hatte Handlungsbereitschaft der Notenbank signalisiert, falls die Inflation nicht nachlassen sollte. Die Teuerung hält sich bereits seit Jahren über dem Zielwert der Federal Reserve. Und jüngst setzte der Ölpreis zu ⁠einem neuen Höhenflug ‌an, was weitere Inflationsgefahr heraufbeschwören dürfte. Lange hatten sich an den Finanzmärkten Zweifel gehalten, ob die Notenbank den Schritt nach oben wagen würde. Dies auch, ⁠weil US-Präsident Donald ⁠Trump die unabhängigen Währungshüter immer wieder unter Druck setzte, die Zinsen entgegen der ⁠gängigen Lehrmeinung in Zeiten ⁠hoher Inflation zu senken. Trump hatte Warsh im Mai ins Amt gebracht. Dabei ‌hatte er klargemacht, dass er von dem Neuen eine lockerere Linie erwartete, als sie Warshs Vorgänger Jerome Powell betrieben hatte.