FAZ 04.06.2026
18:19 Uhr

Festspielsaison: Dann klapper halt mit dem Geschmeide!


Gerade die Frauen genießen es, sich zur Festspielsaison so richtig in Schale zu werfen. Warum ihr Schmuck dabei wirklich nerven kann.

Festspielsaison: Dann klapper halt mit dem Geschmeide!

Salzburg macht Pause, bis die großen Festspiele am 17. Juli anfangen. Aber der Auftakt, mit den Pfingstfestpielen, war schon mal vielversprechend. Jedenfalls, was das Schaulaufen der Damen anging. Bei strahlendem Wetter die schönsten Outfits der Festspielsaison zu zeigen, ist schließlich immer auch ein heimlicher – und oft auch gar nicht so heimlicher – Höhepunkt der Abende mit Musik, Schauspiel und Tanz. Man muss dabei nicht mitmachen und kann die hochkarätig besetzte Kunst auch in Sommerkleidung genießen. Allerdings muss in diesem Zusammenhang ein heikler Punkt angesprochen werden. Denn die opulenten Roben in Bayreuth oder Salzburg, in München und hier und da sogar beim Rheingau Musik Festival, sie gehen selten mit nackten Hälsen, Armen und Ohren einher. Die nicht gerade leisen Galopps von Rossinis „Il viaggio a Reims“ jüngst bei einer Pfingstvorstellung in Salzburg durften wir von ohrenbetäubendem Geklingel begleitet genießen. Es lag nicht an den Tschinellenklängen aus dem Orchestergraben. Es waren die kostbaren Armreifen der Sitznachbarin, die, da sie begeistert mitwippte, bei jedem Takt klimperten. Man hat auch schon Isoldes Liebestod im Klingelklangel überdimensionierter Ohrgehänge untergehen hören. Das führt uns schnurstracks zur Royal Variety Performance, die am 4. November 1963 im Prince of Wales Theatre in London stattfand. John Lennons berühmt gewordene, einst skandalöse Bitte, die billigen Plätze sollten beim Song mitklatschen, bei den anderen reiche es, mit dem Schmuck zu klimpern, wäre doch ein Vorschlag zur Güte. Das Klimpern bitte gern beim Schlussapplaus.