Wegen des Irankriegs rechnen Ökonomen nun mit einem geringeren Wirtschaftswachstum in Deutschland. Am Donnerstag senkte das Ifo-Institut in München seine Wachstumsprognose. „Ein kurzfristiger Energiepreisanstieg würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gegenüber Vorkriegsschätzungen um rund 0,2 Prozentpunkte verlangsamen, so dass das Institut mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr rechnet“, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Damit bestätigen die Wirtschaftsforscher vorläufige Schätzungen, über die die F.A.Z. in der vergangenen Woche berichtet hatte. Sollte der Krieg und der damit einhergehende Energiepreisanstieg länger andauern, könnte der Rückgang allerdings auch stärker ausfallen. „Wir gehen derzeit von einem Anstieg der Inflationsrate auf knapp 2,5 Prozent aus, wenn die Öl- und Gaspreise innerhalb der nächsten Wochen wieder sinken. Sollten die Preise für fossile Energie allerdings für einen längeren Zeitraum stark erhöht auf dem heutigen Niveau bleiben, könnte die Inflation in der Spitze bis auf knapp 3 Prozent steige“, ließ sich Ifo-Konjunkturfachmann Timo Wollmershäuser zitieren. „Dies würde das Wachstum um weitere 0,2 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 Prozent in diesem Jahr und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr bremsen.“ Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland um 0,3 Prozent gestiegen, nachdem es in den beiden Jahren zuvor einen Rückgang gegeben hatte. Vor Beginn des Irankrieges hatten Ökonomen mit einer konjunkturellen Beschleunigung und einem BIP-Plus von etwa einem Prozent gerechnet.
