FAZ 05.10.2026
15:17 Uhr

Frankfurt auf der Expo Real: „Gewerbe darf keine Randgröße bleiben“


Der Mangel an Wohnraum beherrscht derzeit die öffentliche Debatte. Die Stadt Frankfurt aber will auch das Gewerbe nicht vernachlässigen.

Frankfurt auf der Expo Real: „Gewerbe darf keine Randgröße bleiben“

Für die Ausweisung neuer Industrie- und Gewerbegebiete in Frankfurt hat sich Wirtschaftsdezernent Nils Kößler (CDU) auf der Immobilienmesse Expo Real in München ausgesprochen. „Wir verzeichnen weiterhin eine große Nachfrage nach Flächen“, sagte er am Montag bei der Eröffnung des Messestandes der Stadt Frankfurt. „Neben Wohnen und anderen Nutzungen darf das Gewerbe keine Randgröße bleiben.“ Investoren brauchen seiner Ansicht nach aber nicht nur Flächen, sondern auch Verlässlichkeit und Tempo bei Entscheidungen. Die neu gebildete Koalition im Stadtparlament aus CDU, Grünen, SPD und dem Kooperationspartner Volt wolle klare Ansprechpartner, klare Regeln und klare Zusagen garantieren. Frankfurt und die Region Rhein-Main präsentieren sich mit ihrem Gemeinschaftsstand in einer Zeit, in der die Immobilienwirtschaft von mehreren Krisen geprägt ist. Das Aufbruchsignal, das sich viele in der Branche erhofft hätten, sei ausgeblieben, sagte Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD). Die Rhein-Main-Region biete aber gute Voraussetzungen für einen Aufschwung. Das wolle man auf der Messe herausstellen. „Wir müssen weiter planen und Strategien entwickeln.“ Kößler und Gwechenberger präsentierten am Montag exemplarisch drei gewerbliche Entwicklungen in Frankfurt. Es ging um das Gebiet Gateway Gardens am Flughafen, die Konversion des früheren Industrieparks Griesheim und die Umwandlung des derzeit von Peek & Cloppenburg genutzten Kaufhauses an der Zeil in eine gemischte Immobilie. In Hinblick auf den neuen Stadtteil an der A 5 ging es aber auch um die Frage, ob Wohngebiete lieber schnell oder mit besserer Qualität entwickelt werden sollen. Am Stand der Metropolregion liegt der Fokus zwar auf Frankfurt und den anderen Großstädten, doch sind auch kleinere Kommunen vertreten. „Die Zusammenarbeit in der Region ist mittlerweile ganz selbstverständlich“, sagte Kößler. Rüsselsheim zum Beispiel wirbt mit einem Angebot von 120 Hektar Konversionsfläche um die Ansiedlung von neuem Gewerbe. Platz hat aber auch die Wetterau noch. Erstmals am Gemeinschaftsstand vertreten sind die Stadt Karben mit insgesamt mehr als 20 Hektar Entwicklungsfläche sowie Florstadt mit sechs Hektar für Gewerbe an der A 45.