Schon seit mehreren Wochen steht an der Nordwestecke des Frankfurter Rathauses Römer ein Bauzaun. Von Arbeiten zur Rekonstruktion des historischen Dachs des „Langer Franz“ genannten Rathausturms war aber nichts zu sehen. Dabei war die Baugenehmigung schon im April 2024 erteilt worden, im Dezember 2025 wurde das Baustellenschild angebracht. Wie die für das Projekt zuständige städtische Dom Römer GmbH mitteilte, seien die Arbeiten bisher nur im Hintergrund verlaufen. Erst jetzt sind Bauaktivitäten zu beobachten: Seit einigen Tagen wird an der Westseite des Turms, an der Buchgasse, ein Gerüst errichtet. Geschäftsführer Matthias Leißner erläutert Herausforderungen: „Aus statischen Gründen können wir das Gerüst nicht auf dem Römer abstützen, daher hängt es an den Fenstern des Turms.“ Nur auf einer Turmseite, in der Buchgasse, könne das Gerüst bis auf die Straßenebene geführt werden. Wegen der statischen Verhältnisse unter der Buchgasse kann außerdem kein klassischer Baukran aufgestellt werden. Schwere Bauteile werden deshalb mit Autokränen an die Spitze des Turms befördert. Voraussichtlich im Juli beginnen die Hochbauarbeiten am Turm, im Sommer 2027 soll das Projekt abgeschlossen sein. Der „Lange Franz“ ist dann um etwa 20 Meter länger und hat wieder sein ursprüngliches, reichlich verziertes Dach. Die vom Frankfurter Brückenbauverein initiierte Rekonstruktion des Zustandes von 1904 kostet rund 4,7 Millionen Euro, die je zur Hälfte von der Stadt und von privaten Spendern aufgebracht werden. Der Spitzname „Langer Franz“ erinnert an den Oberbürgermeister Franz Adickes, in dessen Amtszeit der Turm am Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Mit 70 Meter Höhe handelte es sich damals um das höchste profane Bauwerk der Stadt.
