FAZ 09.05.2026
11:01 Uhr

Fußball-WM und Diplomatie: Der Kanzler muss draußen bleiben


Die Fußball-WM steht so kurz bevor, dass es wohl nicht mehr lange dauert, bis das deutsche Team aus dem Staate Trump zurückkehrt. Für den Kanzler könnte das Turnier zur diplomatischen Herausforderung werden.

Fußball-WM und Diplomatie: Der Kanzler muss draußen bleiben

Die großartigste Fußball-Weltmeisterschaft in den großartigsten Vereinigten Staaten von Amerika und den zwei anderen Ländern rückt näher. Yes, Sir, so richtig nahe. So nah, dass, wer eins und eins – beziehungsweise fünf und vier – zusammenzählte in den vergangenen Tagen und einen Blick auf die Turnierauslosung warf, durchaus mit Erleichterung feststellen konnte, dass es also wahrscheinlich auch gar nicht mehr lang hin ist bis zur Rückkehr der deutschen Delegation aus dem Staate Trump. Sacre bleu, quel spectacle, PSG zerpflückt den FC Bayern. Rechnen wir damit, dass die Nachbarn aus Frankreich dem deutschen Team im Achtelfinale Farewell und Adieu sagen werden. Im Grunde nicht schlecht für den Weltfrieden oder was davon übrig ist, denn während Monsieur Macron die diplomatische Abwicklung eines Finalbesuchs beim großartigsten FIFA-Friedenspreisträger der Welt zuzutrauen ist, dürfte der deutsche Kanzler von Glück reden, wenn ihn Trump während des Spiels in die Nähe des Stadions lässt. Ladys and Gentlemen, eine Durchsage: Mister Merz möchte nach Schlusspfiff auf dem Parkplatz von East Rutherford eingesammelt werden. Ja, das ist gemein. Hat er nicht verdient, der Kanzler. Er hat es doch so schwer. Und er hat doch Ahnung vom Fußball. Jedenfalls mehr als Trump.