FAZ 15.03.2026
18:07 Uhr

Gülers Traumtor: Fußball-Stern aus der Türkei


Wenn auf einem Bolzplatz ein Türke ein schönes Tor schießt, ruft von der Seite jemand: „Oh, Arda Güler!“ Warum, das zeigt der Einundzwanzigjährige am Samstag im Bernabéu – ein „Güler-Wunder“.

Gülers Traumtor: Fußball-Stern aus der Türkei

Wie viele türkische Fußballhelden hat es in den vergangenen zehn Jahren gegeben? Hakan Çalhanoğlu, der Spielmacher. Kenan Yıldız, der junge Flügelstürmer, den die Türken schon lange als das behandeln, was sein Nachname bedeutet: Yıldız, der Stern. Und Arda Güler, der Real-Spieler. Wenn auf einem Bolzplatz ein Türke ein schönes Tor schießt, egal ob in Istanbul oder Frankfurt-Bornheim, ruft von der Seite jemand: „Oh, Arda Güler!“ Der echte Güler war 19, als er die türkische Nationalmannschaft bei der EM 2024 ins Viertelfinale führte. Er kämpfte sich aus dem türkischen Jugendfußball an die Weltspitze, nicht aus den deutschen Eliteinternaten wie Çalhanoğlu oder Yıldız, wie Özil oder Gündoğan. Beim größten Klub der Welt aber saß er auf der Bank. Zuletzt hieß es aus der Türkei, Güler werde von den Real-Stars gemobbt. Am Samstag kam er kurz vor dem Abpfiff in der eigenen Hälfte an den Ball. 68 Meter vor dem Tor lehnte er sich über ihn und schoss. Der Ball flog und flog durch das Bernabéu, dann landete er im Netz. Vom „Güler-Wunder“ schrieb die spanische Zeitung „Marca“ später. Ein Wunder, mit dem in der Türkei die Hoffnung wächst: dass die ganzen Stars in Rot ihn bei der WM endlich herausspielen, den ersten Stern auf dem Trikot.