FAZ 08.03.2026
16:08 Uhr

Hertie School: Scharfe Kritik an BDS-Beschluss der Studentenvertretung


Der Beschluss der Studentenvertreter, die Israel-Boykott-Kampagne zu unterstützen, sorgt an der Privathochschule für große Irritation.

Hertie School: Scharfe Kritik an BDS-Beschluss der Studentenvertretung

Der Stiftungsrat der Hertie School hat mit scharfem Protest auf den Beschluss der Studentenvertretung reagiert, die Israel-Boykottbewegung BDS zu unterstützen. Die Vorstandsvorsitzende Annette Schavan bezeichnete den Boykott-Aufruf als „eklatanten Mandatsmissbrauch“, wie zuerst die „Welt“ berichtete. Auch die Hochschulleitung distanziert sich von dem von elf Studentenvertretern gefassten Beschluss. Der Stiftungsrat will demnächst über mögliche Konsequenzen beraten. Die Rede ist von einer tiefgreifenden Beschädigung der Beziehungen. Namensgeber der Privathochschule, die den Anspruch hat, politische Führungskräfte auszubilden, ist der in der NS-Zeit enteignete jüdische Kaufmann Hermann Tietz. Die Stiftung ist ihr Hauptgeldgeber. Erst kürzlich hatten Juso-Vertreter vor einer schleichenden Normalisierung des Israel-Boykotts an Berliner Hochschulen gewarnt, nachdem die Allgemeinen Studentenausschüsse der drei großen Berliner Universitäten und weitere Hochschulgruppen den akademischen Boykott Israels als gewaltfreies Protestmittel verteidigt hatten. Die Juso-Vertreter wiesen darauf hin, dass BDS-nahe Gruppen eng mit den verfassten Studentenschaften verwoben seien. Die vom Bundestag in einem Beschluss von 2019 als antisemitisch eingestufte BDS-Bewegung zielt auf den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Boykott Israels. Über das Palestinian Boycott National Committee ist sie mit Terrorgruppen wie Hamas und Islamischer Dschihad verbunden.