FAZ 13.05.2026
15:05 Uhr

Hochschule Darmstadt: Studenten bauen Rennwagen, der sich selbst steuert


Darmstädter Studenten haben eine autonome Steuerung für einen von ihnen konstruierten Rennwagen entwickelt. Dafür arbeiten Ingenieure mit Informatikern und Studierenden der Bildverarbeitung zusammen.

Hochschule Darmstadt: Studenten bauen Rennwagen, der sich selbst steuert

Das studentische Rennteam der Hochschule Darmstadt baut zum ersten Mal einen selbstfahrenden Rennwagen. Mit dem neuen Fahrzeug „F26“, einem Elektroauto, wollen die Studenten am Rennen der Klasse „Formula Student“ im Juli in Tschechien teilnehmen, zu dem fahrerlose Autos zugelassen sind, wie die Hochschule mitgeteilt hat. Für den Wagen wurde demnach eine autonome Steuerung entwickelt. Der Rennwagen ist aber so konstruiert, dass er auch von einem Fahrer gelenkt werden kann. Das ist wichtig für Rennen in Frankreich und Italien im August und September, bei denen ein Fahrer am Steuer sitzen muss. Daran wollen die Darmstädter Studenten vom Team „FaSTDa“ ebenfalls teilnehmen. Elektronik lenkt und bedient Motor und Bremse In dem Rennteam arbeiten mehr als 40 Menschen aus 16 Studiengängen der Hochschule Darmstadt an der Konstruktion des Rennwagens mit. Die Teilnehmer studieren zum Beispiel Maschinenbau oder Automobilentwicklung, aber auch Informatik, Elektrotechnik, Optotechnik und Bildverarbeitung. Einige bringen Erfahrung aus technischen Berufen oder dem semiprofessionellen Rennsport mit. Betreut und beraten wird das Team von Dozenten der Fachbereiche Maschinenbau, Kunststofftechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik. Eine Reihe von Unternehmen sponsert das Rennwagen-Projekt, wie die Hochschule weiter mitgeteilt hat. Für die autonome Steuerung mussten die Konstrukteure ihren Rennwagen völlig neu denken. Entwickelt wurde nach ihren Angaben ein System, das in die Lenkung eingreift sowie Bremse und Motor bedient – ähnlich wie sonst der Fahrer mit den Pedalen. Dafür sind deutlich mehr elektronische und mechanische Bauteile nötig als bei einem Auto, das von einem Menschen gelenkt wird. Für die Entwicklung und die Programmierung haben die Studenten das Wissen aus ihren verschiedenen Studiengängen eingebracht. „Obwohl die Umstellung auf den Elektroantrieb noch gar nicht lange zurückliegt, hat sich das Team mit ‚driverless‘ gleich die nächste herausfordernde Aufgabe vorgenommen. Das zeigt, mit welch großartiger Motivation und welch riesigem Engagement die Studierenden das Projekt leben“, sagte Professor Florian van de Loo, der als Betreuer das studentische Team begleitet. Im vergangenen Jahr haben die Studenten des Darmstädter Rennteams bei einem Rennen in Lyon einen Erfolg erzielt. In der Disziplin „Skid Pad“, bei der eine liegende Acht gefahren werden muss, kam das „FaSTDa“-Team in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz. Teilgenommen hatten mehr als 40 internationale Teams.