FAZ 06.05.2026
11:02 Uhr

Hohe Investitionen: Die KI-Kluft wächst


Die einen Unternehmen können unglaubliche Milliardensummen in KI investieren, während die anderen mit veralteter IT hadern. Die Börse selektiert streng.

Hohe Investitionen: Die KI-Kluft wächst

Die großen US-Techkonzerne investieren immense Summen in Künstliche Intelligenz (KI). In einem Jahr geben sie mehr aus, als die Bundesregierung in zwölf Jahren in ihrem Infrastruktur-Schuldenprogramm vorsieht. Die Summen rechtfertigen die Erwartung, dass die Techkonzerne den großen Burggraben um ihre Machtposition noch erweitern. Ihre Marktmacht ist bares Geld wert. An der Börse sind Billionenbewertungen der Lohn. Sie sind aber nicht die einzigen Gewinner der digitalen Zukunft. Ihre Investitionen fließen an Betreiber von Rechenzentren, an Energielieferanten. Aber auch Unternehmen jenseits der KI-Infrastruktur werden profitieren, wenn sie dank der Technologie weniger Personal beschäftigen müssen und effizienter wirtschaften können. Die Favoriten wechseln schnell wie selten Es wird eine wachsende Kluft geben zwischen Gewinnern der Entwicklung und disruptionsgefährdeten Unternehmen, die nicht mehr mithalten können. Das macht Geldanlage ebenso spannend wie riskant. Wer in der digitalen Flut untergeht, ist ebenso wenig sicher zu prophezeien wie die Namen der Aufsteiger. Wer hätte vor einigen Monaten Intel noch zu den wahrscheinlichen Gewinnern gezählt? Deren Aktienkurs hat sich allein im April verdoppelt. Oft reicht ein Kooperationsvertrag mit einem der Techriesen, um Börsen-Euphorie zu entfachen. Eine KI-Blase ist an den Märkten deshalb nicht entstanden. Es wird weiter streng selektiert, nicht blind alles gekauft. Da zerplatzt zwar nicht jeden Tag eine Blase, aber eben doch mancher Hoffnungswert, und andere übernehmen die Favoritenrolle.