Den meisten Hobbygärtnern ist die Schafskälte ein Begriff: Innerhalb weniger Stunden sinkt die Temperatur in Mitteleuropa durch kühle, aus Nordwesten einströmende Luft, um bis zu 10 Grad Celsius. Das meteorologische Phänomen tritt allerdings nicht jedes Jahr auf, weshalb sich abermals die Frage stellt: Kommt es in diesem Jahr zur Schafskälte, oder nicht? Wann ist die Schafskälte 2026? Die Schafskälte beschreibt eine kühle Wetterlage, die zwischen dem 04. und dem 20. Juni auftritt. Am häufigsten fällt der plötzliche Temperatureinbruch auf den 11. Juni. Die Benennung des Kälteeinbruchs kommt von den Schafen, die üblicherweise bis hierhin bereits geschoren wurden. Für die „nackten“ Tiere ist die Schafskälte daher weniger erfreulich und kann für sie sogar bedrohlich werden. Mutter- und Jungtiere werden daher überwiegend erst in der zweiten Junihälfte geschoren. Ist eine Schafskälte in diesem Jahr wahrscheinlich? Das Frühjahr war insbesondere im Süden und Südosten Deutschlands trocken. Mit der Schafskälte kündigt sich zwar zu Beginn des Junis ein Wetterumschwung an, der den Böden wieder Feuchtigkeit bringen könnte, jedoch ist ungewiss, wie lange der Umschwung anhält. Die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes zeigen insbesondere in der ersten Juniwoche wechselhaftes Wetter, während sich in der zweiten und dritten Juniwoche noch kein signifikanter Trend erkennen lässt. Auch ein Kälteeinbruch zeichnet sich gegenwärtig nicht ab. Der Deutsche Wetterdienst beziffert die Wahrscheinlichkeit einer unterdurchschnittlichen Lufttemperatur vom 10. bis 12. Juni mit etwa 80 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine überdurchschnittliche Niederschlagsaktivität liegt in dem Zeitraum laut DWD bei rund 55 Prozent. Aufgrund des Klimawandels nimmt die Eintrittswahrscheinlichkeit für das Wetterphänomen allerdings immer weiter ab, wie der DWD berichtet. Was bedeutet die Schafskälte für den Garten? Hobbygärtnern kann der plötzliche Temperaturrückgang durchaus Sorgen bereiten. Vor allem wärmeliebende Pflanzen, die nach der kalten Sophie nach draußen gestellt wurden, können unter der Schafskälte leiden. Im Jahr 2024 berichtete der Deutsche Wetterdienst im Zuge der damals auftretenden Schafskälte sogar von leichtem Frost in Bodennähe. Daher empfiehlt es sich, insbesondere Tomaten- und Paprikapflanzen bei Temperaturen unter 10 Grad wieder ins Haus zu holen oder abzudecken. Auch Zitrusbäume sollten im Falle einer Schafskälte noch nicht dauerhaft draußen stehen gelassen werden. Bestenfalls prüfen Sie ab Ende Mai täglich den Wetterbericht, damit ein plötzlicher Kälteeinbruch nicht zum Verhängnis für die Pflanzen wird. Wann folgen die Hundstage und der Altweibersommer? Nach der Schafskälte kommt es im Juli und August regelmäßig zu hochsommerlichen Hitzewellen. Die umgangssprachlich genannten „Hundstage“ beschreiben die heißen Tage zwischen dem 23. Juli und dem 23. August. Der DWD berichtet, dass für den Zeitraum vom 28. Juli bis 7. August die Klimastatistiken für Mitteleuropa häufig eine Südwestwetterlage zeigen. Dies führt dazu, dass warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa getragen werden. Wird es im Herbst dann noch mal warm und sonnig, spricht der Volksmund von einem Altweibersommer. Mit ihm gehen warme Temperaturen einher – und das, obwohl der Herbst eigentlich bereits beginnt. Das liegt an einer Hochdrucklage über Mitteleuropa, die in dieser Jahreszeit auftritt. Charakteristisch für den Altweibersommer sind Nebel, der in den Morgenstunden in Flusstälern steht, und frischer Tau, der auf Wiesen glänzt. Die Ursachen für die regelmäßig auftretenden Phänomene sind nach wie vor ungeklärt. Dem DWD zufolge werde vermutet, dass langperiodische Schwingungsvorgänge in höheren Schichten der Atmosphäre dafür verantwortlich sind.
