Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich abermals öffentlich gegen Deepfakes zur Wehr gesetzt. In einem Post auf der Plattform X prangerte sie einen anonymisierten Nutzer mit dem Vornamen Roberto an, der ein mittels KI erstelltes Bild Melonis in Dessous geteilt und zum Anlass für scharfe Kritik an der Regierungschefin genommen hatte: „Dass sich eine Ministerpräsidentin solcherart zeigt, ist wirklich beschämend und ihrer institutionellen Rolle unwürdig. Aber sie weiß nicht, was Scham ist.“ Meloni antwortete „Roberto“ und weiteren Kritikern in den sozialen Netzwerken: „Seit einigen Tagen kursieren verschiedene gefälschte Fotos von mir, die mithilfe von KI erstellt und von einigen eifrigen Gegnern für bare Münze genommen wurden. Ich muss zugeben, dass derjenige, der sie erstellt hat – zumindest in dem beigefügten Fall –, mich auch deutlich besser hat aussehen lassen. Tatsache aber bleibt, dass man sich heute aller möglichen Dinge bedient, um jemanden anzugreifen und Lügen zu verbreiten. Der Umstand trifft beileibe nicht nur mich. Deepfakes sind ein gefährliches Werkzeug, weil sie jeden täuschen und manipulieren und jedem Schaden zufügen können. Ich kann mich zur Wehr setzen. Viele andere können das nicht. Deshalb sollte man sich immer an folgende Regel halten: Erst überprüfen, ehe man etwas glaubt, und erst glauben, ehe man etwas teilt. Denn was heute mir passiert ist, kann morgen jedem widerfahren.“ Melonis Post wurde innerhalb kurzer Zeit millionenfach geteilt. Noch ehe sie im September 2022 zur ersten Frau ins höchste Regierungsamt gewählt wurde, hatte Meloni Anzeige gegen einen Webdesigner in Sassari auf Sardinien erstattet. Der Mann hatte Pornovideos manipuliert, indem er den Kopf Melonis auf die Schultern der darin zu sehenden Darstellerinnen montierte. Die Deepfake-Filme standen monatelang auf der Website eines amerikanischen Pornoportals und wurden von Nutzern in aller Welt millionenfach abgerufen. Die Ermittler waren dem Grafikdesigner und dessen Vater auf die Spur gekommen, indem sie deren Nutzernamen auf der amerikanischen Pornoseite mit den Internetzugängen der beiden in Sassari in Verbindung brachten. In Italien ist gemäß Artikel 612, Absatz 4 des Strafgesetzbuches die „unerlaubte Verbreitung von Inhalten, die mit KI-Systemen erzeugt oder verändert wurden“, unter Strafe gestellt. Das Erstellen von Deepfakes kann mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren geahndet werden, sofern eine Person durch die Veröffentlichung oder Verbreitung von mittels KI erstellten Bildern, Videos oder Audios ohne deren Einwilligung unrechtmäßigen Schaden erleidet.
