Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben 2025 insgesamt 1,2 Millionen Mitglieder verloren. Das geht aus den Statistiken hervor, die die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Montag veröffentlichten. Die Zahl der Austritte ist demnach in der katholischen Kirche leicht zurückgegangen, bleibt aber auf hohem Niveau. Sie betrug rund 307.000 im vergangenen Jahr, 2024 waren es rund 322.000 gewesen. In der evangelischen Kirche blieb die Zahl der Austritte annähernd gleich: 2025 traten insgesamt 350.000 Menschen aus den 20 Landeskirchen aus, im Vorjahr waren es 5000 mehr gewesen. Die andere Hälfte des Mitgliederrückgangs ist auf die wachsende Differenz zwischen Sterbefällen und Taufen zurückzuführen. Den bisherigen Höchstwert an Austritten verzeichnete die katholische Kirche 2022 mit 520.000, die evangelische Kirche 2022 und 2023 mit jeweils rund 380.000 Mitgliedern. Bis zu 20 Prozent der Kirchenmitglieder wollen austreten Die beiden großen Kirchen zählten demnach Ende 2025 zusammen 36,6 Millionen Mitglieder. Der evangelischen Kirche gehörten 17,4 Millionen Menschen an (2024: 18 Millionen), der katholischen Kirche 19,2 Millionen Menschen (2024: 19,8 Millionen). Bis zu welchem Niveau die Zahl der Kirchenmitglieder abnehmen wird, lässt sich nicht abschätzen. In einer repräsentativen Erhebung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD gaben 2023 ein Fünftel der befragten Katholiken und 17 Prozent der Protestanten an, fest entschlossen zu sein, aus der Kirche auszutreten. Lediglich für 35 Prozent der Protestanten und 27 Prozent der Katholiken kam ein Kirchenaustritt nicht infrage. Im Jahr 2012 hatten noch drei Viertel der Protestanten erklärt, ein solcher Schritt komme für sie nicht infrage. Für die katholische Kirche liegt kein Vergleichswert vor. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, nannte die neuen Zahlen „ein Spiegelbild unserer Kirche“. Er bedauere die hohe Zahl der Kirchenaustritte, äußerte er laut einer Mitteilung der Bischofskonferenz. Ein „schönes Zeichen“ sei aber, dass der Gottesdienstbesuch „erneut ganz leicht steigend Zuspruch“ finde. Die Zahl der durchschnittlichen Gottesdienstbesucher am Sonntag stieg von 6,6 Prozent 2024 auf 6,8 Prozent im vergangenen Jahr.
