FAZ 15.09.2026
09:01 Uhr

Kritik an Nackt-Werbung: „Hey Sydney Sweeney, so sehen Frauen beim Sport aus“


Die US-Schauspielerin setzt ein weiteres Mal auf Provokation: Sweeney wirbt derzeit kaum bekleidet für Sportwetten – und zieht den Ärger von zahlreichen Sportlerinnen auf sich.

Kritik an Nackt-Werbung: „Hey Sydney Sweeney, so sehen Frauen beim Sport aus“

Sydney Sweeney weiß, wie sie für Aufsehen sorgen kann – und nimmt dafür ein weiteres Mal Kritik in den sozialen Medien in Kauf. Für die Kampagne des Sportwettenanbieters Novig zeigt sich die 29-Jährige derzeit auf Bildern und Videos nackt oder halbnackt mit verschiedenen Sportgeräten, um zu demonstrieren, auf welche Sportarten man wetten könne. Die Schauspielerin, die unter anderem mit den Serien „The White Lotus“ und „Euphoria“ Erfolge gefeiert hatte, postete die Kampagne auch auf ihrem Instagram-Profil. Viele Fans feierten die Fotos – zahlreiche Sportlerinnen übten aber scharfe Kritik. „Hört auf, Frauen im Sport zu sexualisieren“, kommentierte die britische Athletin Lucy Davis. Die australische Wasserball-Spielerin Tilly Kearns schrieb, sie „hasse“ die Kampagne, und die frühere australische Profi-Schwimmerin Ariarne Titmus schrieb, die Kampagne mache sie „wütend“. Zahlreiche Sportlerinnen teilten außerdem Videoclips, die sie selbst oder andere Frauen beim Hobby- und Leistungssport zeigen. „Hey Sydney Sweeney, so sehen Frauen beim Sport aus“, sind viele von ihnen überschrieben. Darunter waren etwa die britische Turnerin Lucie Colebeck, die deutsche Sport-Influencerin Julia Schuler und das australische Paralympics Team. Cleveres Marketing oder Schaden für junge Frauen? „Wollt ihr mir ernsthaft sagen, dass ein ganzes Team diese Kampagne durchgewunken hat?“, fragte die australische Tennisspielerin Priscilla Hon in einem Post. Sydney Sweeney sehe toll aus, schrieb die 28-Jährige. „Es geht nicht um sie oder um ihren Körper.“ Junge Frauen hätten jetzt schon das Gefühl, ihr Körper müsse perfekt aussehen. „Sport sollte einer der Orte sein, bei dem darum geht, was der Körper tun kann, nicht wie er aussieht.“ Andere verteidigten Sweeney gegen Kritik: Es sei nur eine Werbung, die Schauspielerin gebe nicht vor, selbst eine Leistungssportlerin zu sein – sondern betreibe einfach cleveres Marketing: Die Kernzielgruppe für Sportwetten seien Männer. Wie US-Medien berichten, ist Sweeney seit Sommer Anteilseignerin von Novig. Bereits im vergangenen Jahr hatte Sweeney mit einer Kampagne für eine US-Modemarke für eine Kontroverse gesorgt. „Sydney Sweeney hat tolle Jeans“, lautete der Slogan – ein Wortspiel, denn die englischen Worte für Gene, „Genes“, und das Wort Jeans klingen gleich. Für das Wortspiel, aber auch für die Art, wie sich die Schauspielerin in Szene setzte, wurde sie heftig kritisiert. In Sachen Reichweite dürfte sich auch dieses Mal ihre Bereitschaft zur Provokation ausgezählt haben: Einer ihrer Kampagnen-Posts auf Instagram erhielt bereits mehr als 2,2 Millionen Likes, gesehen haben dürften ihn noch deutlich mehr Menschen.