FAZ 21.03.2026
22:31 Uhr

Liveblog Irankrieg: Dutzende Verletzte nach Raketeneinschlag nahe israelischer Atomanlage Dimona


Weiterer Raketenangriff 50 Kilometer nördlich von Dimona +++ Berichte: Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an +++ Luftangriff auf iranische Urananreicherungsanlage in Natans +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Dutzende Verletzte nach Raketeneinschlag nahe israelischer Atomanlage Dimona

Iran: Mehr als 1.500 Tote seit KriegsbeginnIm Iran sind seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar nach offiziellen Angaben mehr als 1.500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien mehr als 200 Menschen im Alter von unter 18 Jahren, teilte der iranische Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium auf der Plattform X mit. 21.000 weitere Menschen seien verletzt. Mehr als 220 medizinische Zentren hätten evakuiert werden müssen. 21 medizinische Mitarbeiter seien tot, berichtete der iranische Sender weiter.

Trump droht Iran mit Angriff auf KraftwerkeUS-Präsident ‌Donald Trump droht dem Iran mit ​der Zerstörung seiner ⁠Kraftwerke. Sollte das Land die Straße ​von Hormus nicht ⁠binnen 48 Stunden ‌vollständig öffnen, würden die USA ⁠die Anlagen ⁠angreifen und vernichten, ⁠kündigt ​Trump ⁠auf „Truth Social“ ​an. Begonnen werde ‌mit der größten.

Trump: Haben Iran „von der Landkarte gefegt“ US-Präsident Donald Trump schreibt auf seiner Online-Plattform Truth Social, die USA hätten Iran „von der Landkarte gefegt“. Er habe seine Ziele erreicht, schreibt Trump „und zwar Wochen vor dem Zeitplan.“ Irans Führung, Marine und Luftwaffe sei vernichtet worden, „sie haben absolut keine Verteidigung mehr, und sie wollen einen Deal abschließen. Ich will das nicht!“ so Trump weiter.In dem Post nimmt Trump außerdem Bezug auf einen Journalisten der „New York Times“, David Sanger, der behauptet habe, Trump hätte seine Ziele nicht erreicht. Er kritisiert ihn als „unbedeutenden Analysten“.

Weiterer iranischer Angriff auf israelische Wüstenstadt – mehr als 60 VerletzteIn Israel sind bei weiteren iranischen Angriffen am Abend in der Wüstenstadt Arad mindestens 60 Menschen verletzt worden. Die Verletzungen seien verschieden schwer, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete von schweren Zerstörungen. Es gebe zudem Vermisste.Die Such- und Rettungskräfte des israelischen Heimatfrontkommandos seien auf dem Weg zu den Einschlagstellen im Süden Israels, hieß es von der israelischen Armee. Davor wurden bereits in der südlichen Wüstenstadt Dimona mehr als 40 Personen bei einem iranischen Raketenangriff verletzt. Arad liegt rund 50 Kilometer nördlich von Dimona. 

US-Militär: Mehr als 8.000 iranische Ziele angegriffen Das US-Militär hat bei seiner mittlerweile dreiwöchigen Offensive gegen Iran nach eigenen Angaben mehr als 8.000 Ziele angegriffen. Darunter befänden sich auch 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. „Dies ist die größte Zerschlagung einer Marine innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen seit dem Zweiten Weltkrieg“, fügte er hinzu.Cooper bekräftigte das Ziel, die iranische Bedrohung des freien Warenverkehrs durch die Straße von Hormus zu bekämpfen. Anfang der Woche habe das US-Militär mehrere 5.000-Pfund-Bomben auf eine unterirdische Anlage an der iranischen Küste abgeworfen und zerstört. Diese sei von Teheran genutzt worden, um etwa Raketenwerfer und andere Ausrüstung zu lagern, die eine „erhebliche Gefahr“ für die internationale Schifffahrt dargestellt hätten. 

Britische Kreise: Iran hat „erfolglos“ Stützpunkt im Indischen Ozean angegriffen Iran hat britischen Regierungskreisen zufolge „erfolglos“ den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia angegriffen. Ein britischer Regierungsvertreter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag einen Bericht der US-Zeitung „Wall Street Journal“ vom Vortag, wonach Iran den Stützpunkt im Indischen Ozean attackiert hatte. Der britische Regierungsvertreter sprach von einem „erfolglosen Angriff“. Weitere Angaben zu dem Angriff wurden zunächst nicht gemacht.Das „Wall Street Journal“ hatte unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter berichtet, dass Iran kürzlich zwei ballistische Raketen auf den Stützpunkt Diego Garcia abgefeuert habe. Keine der Raketen habe die Basis aber getroffen, die rund 4000 Kilometer vom iranischen Territorium entfernt liegt. Eine der Raketen versagte demnach, während sie in der Luft war, die andere wurde der Zeitung zufolge von einer Abfangrakete angegriffen, die von einem US-Kriegsschiff abgefeuert wurde. Ob die iranische Rakete getroffen wurde, war dem Bericht zufolge unklar. Der Vorfall deute jedoch darauf hin, dass Teheran über Raketen mit größerer Reichweite verfüge als bislang angenommen. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab. 

Revolutionsgarden ändern nach eigenen Worte die StrategieDrei Wochen nach Kriegsbeginn zeigt sich Iran weiterhin kämpferisch. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die „verwundbaren Punkte des Feindes“ analysiert und bereite eine neue Angriffswelle „mit neuen Strategien und moderneren Systemen“ vor. Die Garden erneuerten ihre Drohung mit Vergeltung für Angriffe auf die Infrastruktur des Landes.Ali-Akbar Welajati, der außenpolitische Berater des obersten Führers, sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, Washington und Tel Aviv redeten „so sehr von Sieg, als wollten sie sich selbst davon überzeugen“. Die Welt werde „nach dieser Krise“ eine andere sein – „multipolar und mit Iran als Hauptachse des islamischen Pols“.In einer im Fernsehen verlesenen Rede zum persischen Neujahr, die dem neuen Revolutionsführer Modschtaba Khamenei zugeschrieben wird, hieß es außerdem, der Feind sei gebrochen und der endgültige Sieg nahe. Dagegen stehen die USA laut Präsident Donald Trump kurz davor, die eigenen Kriegsziele zu erreichen. Medien zitierten ihn am Freitag mit den Worten: „Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich auslöscht“. 

Iran liefert wieder Gas an den IrakDer Irak teilt mit, Iran habe seine Gaslieferungen an den ​Irak wieder aufgenommen. Es würden fünf Millionen Kubikmeter pro Tag geliefert, erklärt das irakische Energieministerium nach Angaben staatlicher Medien. Die Lieferungen waren eingestellt worden, nachdem Israel am Mittwoch das wichtigste iranische Gasfeld South Pars angegriffen hatte. 

Versuchtes Eindringen auf britische ArmeebasisEin Iraner und eine Rumänin sind in Schottland wegen des versuchten Eindringens in eine Armeebasis festgenommen worden. Das Paar habe versucht, auf einen Stützpunkt der Royal Navy zu gelangen, teilte die Polizei am Samstag mit. Der 34 Jahre alte Iraner und die 31 Jahre alte Rumänin seien am Donnerstag festgenommen worden. Sie sollen am Montag vor Gericht erscheinen.Auf dem Marinestützpunkt Faslane sind vier Atom-U-Boote der Trident-Klasse stationiert. Die britische Polizei, der Inlandsgeheimdienst MI5 und Parlamentsmitglieder warnen seit Langem vor einer wachsenden Bedrohung durch iranische Spionage in Großbritannien. Im Vereinigten Königreich wird befürchtet, dass das Land aufgrund seiner Rolle im Irankrieg ins Visier der Islamischen Republik geraten könnte.

Israel kündigt Verstärkung der Angriffe auf Iran anDer israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat für die kommenden Tage eine weitere Verstärkung der Angriffe Israels und der USA auf Iran angekündigt. Ziele seien dabei die iranische Führung und die Infrastruktur, auf die sie sich stütze, sagte Katz nach Angaben seines Büros nach einer Beratung mit ranghohen Militärs im Armeehauptquartier in Tel Aviv.„In dieser Woche wird die Intensität der Angriffe (...) deutlich zunehmen“, sagte er. In Israel beginnt die neue Woche jeweils sonntags. Man sei entschlossen, den Kampf gegen den iranischen Machtapparat fortzusetzen, „seine Kommandeure zu enthaupten und seine strategischen Fähigkeiten zu zerstören – bis jede Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel und die Interessen der USA in der Region beseitigt ist“, sagte Katz.Mit Blick auf die israelische Zivilbevölkerung, die seit Kriegsbeginn mehrmals täglich iranischen Raketenangriffen ausgesetzt ist und teilweise Stunden in Schutzräumen ausharren muss, sagte er, die Heimatfront sei stark – wie auch die israelischen Streitkräfte. „Wir werden nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht sind“, so Katz.

Luftangriff auf iranische Urananreicherungsanlage in NatansAm Samstagmorgen hat es einen Luftangriff auf die Urananreicherungsanlage in Natans gegeben. Zunächst berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim von einem amerikanisch-israelischen Angriff. In dem Bericht heißt es: „In diesem Komplex wurden keine Leckagen radioaktiver Stoffe gemeldet, und es besteht keine Gefahr für die Bewohner der umliegenden Gebiete.“ Am späten Samstagvormittag teilte dann die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mit, Iran habe sie über Attacken auf die Anlagen in Natans informiert. Es seien keine erhöhten Strahlungswerte außerhalb des Geländes gemeldet worden, hieß es in der Mitteilung auf der Plattform X. Man prüfe den Bericht. Weiter hieß es, IAEA-Direktor Rafael Grossi bekräftige seinen Aufruf zur militärischen Zurückhaltung, um das Risiko eines Nuklearunfalls zu vermeiden.Laut dem arabischen Sender Al Jazeera bestätigte die iranische Atomenergiebehörde Angriffe, Natans sei angegriffen worden, und bezeichnete das als Teil von „kriminellen Attacken“ der USA und Israels. Das israelische Militär hingegen bestritt den Angriff, wie die „New York Times“ berichtete.Anfang März hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage bestätigt. Auch im Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr war Natans Ziel von Luftangriffen gewesen. Die rund 250 Kilometer südlich von Teheran gelegene Einrichtung besteht aus einer oberirdischen und einer unterirdischen Anlage zur Urananreicherung mit insgesamt fast 70 Kaskaden, in denen Zentrifugen hintereinander geschaltet sind. Sie ist das Herzstück der iranischen Urananreicherung, mit der – so die Sorge – Iran Atomwaffen herstellen könnte. Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln und verweist auf die zivile Nutzung.

Wohnviertel in Bagdad von Drohne getroffenInmitten des Irankrieges ist irakischen Sicherheitskreisen zufolge ein Wohnviertel in Iraks Hauptstadt Bagdad Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr, schlug eine Drohne am Samstag in einem bei der irakischen Oberschicht und ausländischen Diplomaten beliebten privaten Sportklub ein. Der Angriff einer weiteren Drohne richtete sich demnach gegen „ein „Kommunikationsgebäude“.In dem Gebäude ist den Angaben zufolge eine irakische Sicherheitsbehörde untergebracht, die im Rahmen der von den USA angeführten internationalen Koalition gegen die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ mit US-Beratern im Irak zusammenarbeitet. Weitere Angaben zu dem Drohnenangriff wurden zunächst nicht gemacht.Seit Beginn des Irankriegs beschießen proiranische Milizen immer wieder Ziele in Bagdad, darunter den Flughafen und vom US-Militär genutzte Einrichtungen. Auch die Kurdenregion im Nordirak wurde seitdem immer wieder attackiert. Auch diese Angriffe wurden proiranischen Gruppen zugeschrieben. Iraks Nachbarland Iran wird seit Ende Februar von Israel und den USA massiv aus der Luft angegriffen. Teheran reagiert seitdem mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Israel und Iran setzen gegenseitige Angriffe fortDrei Wochen nach Beginn des Irankriegs setzen Israel und Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort. In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus Iran auf Israel. Rettungskräfte seien unterwegs zu mehreren Einschlagsorten im Großraum Tel Aviv, teilte die Armee mit. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte zu Verletzten. Die israelische Armee griff in der Nacht abermals Ziele in Iran und Libanon an. Am Morgen teilte das Militär mit, israelische Bodentruppen hätten im Südlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hizbullah-Miliz beschossen. Ein Hizbullah-Mitglied sei bei einem Schusswechsel getötet worden. Drei weitere seien durch Panzerfeuer ums Leben gekommen. Auch aus der Luft sei die Gruppe beschossen worden. Am Freitag hatte es bei einem iranischen Raketenangriff erneut einen Einschlag in der Jerusalemer Altstadt gegeben. Nach Medienberichten war ein Raketenteil im jüdischen Viertel eingeschlagen, unweit auch der heiligen Stätten des Islams und des Christentums.