FAZ 17.03.2026
06:54 Uhr

Liveblog Irankrieg: Israel greift Teheran an – Qatar fängt Rakete ab


Angriffe auch auf US-Botschaft in Bagdad +++ Merz kritisiert Trumps Kurs scharf +++  US-Präsident fordert NATO zur Entsendung von Schiffen auf +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Israel greift Teheran an – Qatar fängt Rakete ab

Weltschifffahrtsorganisation bezweifelt militärische Lösung für Handel über Straße von Hormus Militärische Eskorten zum Schutz von Tankschiffen in der Straße von Hormus sind nach Ansicht der Weltschifffahrtsorganisation (IMO) keine nachhaltige Lösung. „Es verringert das Risiko, aber das Risiko besteht weiterhin“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez der „Financial Times“. Ein militärischer Einsatz sei „keine langfristige oder nachhaltige Lösung.“Dominguez äußerte sich auch besorgt über die Schiffsbesatzungen, die im Persischen Golf feststecken. „Die Lage ist besorgniserregend, insbesondere weil Schiffe derzeit nicht in der Lage sind, sich in der Straße von Hormus oder in der Golfregion frei zu bewegen. Auch der Zugang zu Häfen ist eingeschränkt, da Hafenanlagen ins Visier genommen werden“, sagte der Chef der UN-Organisation. Irgendwann würden an Bord auch Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff knapp werden.

Hizbullah meldet Angriffe auf israelische Truppen in Südlibanon Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz haben eigenen Angaben zufolge israelische Truppen in dem Dorf Chiam in Südlibanon angegriffen. Die Ansammlung israelischer Soldaten sei „mit einem Raketenhagel“ ins Visier genommen worden, erklärte die Hizbullah am Montagabend. Zuletzt hatte die Miliz wiederholt Angriffe auf israelische Truppen in Chiam gemeldet, dem ersten Ort, in den die israelische Armee nach Beginn des Krieges vorgerückt war. 

Irans Außenminister dementiert Kontakt mit US-Sondergesandten  Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat Berichte über Kontakte zum US-Sondergesandten Steve Witkoff zurückgewiesen. Araghtschi erklärte auf X: „Mein letzter Kontakt mit Herrn Witkoff fand statt, bevor sein Arbeitgeber (US-Präsident Donald Trump) beschloss, die diplomatischen Bemühungen durch einen weiteren illegalen Militärschlag gegen Iran zunichte zu machen.“ Die nun kursierenden Behauptungen seien darauf angelegt, Ölmarktakteure und die Öffentlichkeit zu täuschen.Zuvor hatte das Portal „Axios“ unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sei. Araghtschi soll demnach Textnachrichten geschickt haben, in denen es um Wege zur Beendigung des Kriegs ging. 

Meloni zeigt sich zurückhaltend zu Einsatz in Straße von Hormus Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich zurückhaltend zu einer militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der umkämpften Straße von Hormus geäußert. Die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel sei zwar von grundlegender Bedeutung, sagte Meloni im italienischen Fernsehen. Ein Eingreifen bedeute aber objektiv, einen Schritt in Richtung einer stärkeren Beteiligung in den Krieg zu machen. 

Rund 200 US-Soldaten in sieben Ländern im Irankrieg verwundet Im Irankrieg sind nach Angaben der US-Armee bisher rund 200 Soldatinnen und Soldaten verwundet worden. Es habe zehn Schwerverletzte gegeben, teilte der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, am Montag mit. Der Großteil der Verletzungen sei aber leicht gewesen. Mehr als 180 Soldaten hätten den Dienst bereits wieder aufgenommen.Die Einsatzkräfte seien in sieben Ländern der Region verletzt worden, sagte Hawkins weiter. Dabei handele es sich um Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach vorherigen Angaben kamen im Irankrieg zudem 13 Soldatinnen und Soldaten ums Leben. 

Trump beklagt mangelnde Hilfe von Verbündeten Nach ablehnenden Reaktionen auf seine Forderung nach einem NATO-Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump eine mangelnde Hilfsbereitschaft von Verbündeten im Irankrieg beklagt. Einige der Verbündeten hätten „nicht besonders begeistert“ auf seine Forderung reagiert, konstatierte Trump am Montag. „Seit 40 Jahren beschützen wir Euch, und Ihr wollt Euch nicht beteiligen“, sagte er an deren Adresse. 

Drohnenangriff löst Feuer auf wichtigem Ölfeld der Emirate ausEin Drohnenangriff hat am Montag ein Feuer auf einem wichtigen Ölfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst. Die Behörden in Abu Dhabi teilten mit, die Löscharbeiten auf dem Ölfeld Schah dauerten weiter an. Angaben zu Verletzten machten sie nicht. Das Schah-Ölfeld liegt 230 Kilometer südlich der Stadt Abu Dhabi und fördert nach Angaben des staatlichen Energiekonzerns Adnoc pro Tag rund 70.000 Barrel Rohöl. 

Fünf westliche Staaten rufen Israel zu Verzicht auf große Bodenoffensive in Libanon auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada warnen vor einer großangelegten israelischen Bodenoffensive in Libanon.

Raketentrümmer fallen auf heilige Stätten in Jerusalem In der Jerusalemer Altstadt gehen Trümmerteile iranischer Raketen und israelischer Abfangsysteme nieder. Betroffen ist nach Polizeiangaben auch die Umgebung der Grabeskirche, die Christen als Stätte der Kreuzigung und des Grabes Jesu betrachten. Auch auf dem Tempelberg, der Juden und Muslimen als heiliger Ort gilt, werden Fragmente gefunden. Fotos der Polizei zeigen ein großes Metallteil auf einem Dach nahe der Kirche und Trümmer auf dem Platz vor dem Felsendom. Berichte über Verletzte oder größere Schäden liegen nicht vor. 

Steinmeier fordert rasches Ende des Irankriegs  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ein rasches Ende des Irankriegs gefordert und vor einer drohenden Ausweitung des Konflikts gewarnt. Zugleich betonte er, dass dieser Krieg „auf zweifelhafter völkerrechtlicher Grundlage begonnen worden ist“. Er halte die militärische Auseinandersetzung auch politisch für verhängnisvoll.„Und ebenso verhängnisvoll wäre eine weitere Ausweitung des Krieges, wofür wir ja in den letzten Tagen viele Anzeichen gesehen haben“, sagte Steinmeier in Panama-Stadt, der ersten Station seiner fünftägigen Lateinamerika-Reise. Nach den vorliegenden Informationen habe Iran sehr weitreichende Möglichkeiten, die Straße von Hormus sehr langfristig mit militärisch niedrigschwelligen Mitteln zu stören.„Wir sollten also möglichst bald zu einem Ende der Kampfhandlungen kommen und vor allen Dingen bei allen Beteiligten darauf hinwirken“, sagte Steinmeier. Er erinnerte daran, dass er als Außenminister daran mitgearbeitet habe, die Bedrohung aus Iran auf politischem Weg aus der Welt zu schaffen. Das sei mit dem Atomabkommen von 2015 gelungen gewesen. „Und dann hat Präsident (Donald) Trump dieses Abkommen in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt.“ 

Laut Trump wünscht sich früherer US-Präsident, er wäre damals gegen Iran vorgegangenLaut dem amerikanischen Präsidenten wünschte sich einer seiner Vorgänger rückblickend, er hätte damals Maßnahmen gegen den Iran ergriffen. Trump sagte, er habe mit einem früheren Präsidenten gesprochen, „den ich mag“, und der hätte sich entsprechend geäußert. „Aber sie haben es nicht getan. Ich tue es“, sagte Trump weiter. Er wolle denjenigen nicht in Verlegenheit bringen. Das wäre „sehr schlecht für seine Karriere, auch wenn er gar keine Karriere hat“. Die vier noch lebenden früheren Präsidenten sind Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama und Joe Biden. Über Clinton, Obama und Biden äußert sich Trump regelmäßig abfällig.

Trump: Wir wissen nicht, wer Iran anführtLaut Trump wissen die Vereinigten Staaten nicht, wer Iran dieser Tage führt. „Wir wissen nicht, wer ihr Anführer ist.“ Es gebe Leute, die verhandeln wollten, aber man habe „keine Ahnung, wer sie sind“. Trump sagte am Montag, niemand wisse, ob der offiziell als neuer Oberster Führer benannte Mojtaba Khamenei, Sohn des getöteten Ayatollahs Ali Khamenei, „tot ist oder nicht“, weil niemand ihn zu Gesicht bekommen habe. Einige sagten, er habe ein Bein verloren und sei schwer verletzt, andere sagten, er sei tot. „Niemand sagt, er ist hundert Prozent gesund“, sagte Trump. Verteidigungsminister Pete Hegsetzh hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, Mojtaba Khamenei sei verletzt und wahrscheinlich entstellt worden.

Trump kritisiert Starmer und gibt Macron eine „acht von zehn“Donald Trump hat seine Pressekonferenz am Montag dafür genutzt, mit Verbündeten abzurechnen, die den Vereinigten Staaten im Irankrieg seiner Meinung nach nicht entschlossen genug zur Seite stehen. Er sei „nicht glücklich“ mit dem britischen Ministerpräsidenten Keir Starmer. Das Vereinigte Königreich sei der „älteste Verbündete“ und Washington habe „viel Geld“ in die NATO und den Schutz der Ukraine gesteckt. Er finde die Lage sei „schrecklich“, sagte Trump, und sei „sehr überrascht“ von der britischen Reaktion gewesen.Starmer habe auf die Bitte nach Kriegsschiffen in der Straße von Hormus gesagt, er werde sich mit seinen Beratern besprechen. Trump will daraufhin geantwortet haben: „Du musst dich nicht mit deinem Team treffen. Du bist der Premierminister. Warum musst du dich mit deinem Team treffen, um herauszufinden, ob du Minensucherboote oder ein paar Schiffe schicken wirst oder nicht?“  Über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron sagte Trump, er sei in der Debatte über die Straße von Hormus „auf der Skala von null bis zehn“ eine Acht gewesen. „Nicht perfekt, aber es handelt sich um Frankreich.“ Er glaube, dass Macron helfen werde. Generell dränge er, Trump, die Verbündeten nicht zur Unterstützung, denn „wir brauchen niemanden“. Die Vereinigten Staaten hätten mit Abstand das stärkste Militär der Welt. Nach Aussage des Präsidenten sind jedoch „mehrere Länder mitgeteilt, dass sie auf dem Weg sind“. Was genau das bedeutet, führte er nicht aus.

Trump: Ölpreise sinken schnell nach Ende des Irankriegs Donald Trump zeigt sich abermals überzeugt, dass die Ölpreise nach einem Ende des Irankriegs „sehr, sehr schnell“ sinken, genauso wie die Inflation. Dafür brauche er nicht seine Berater fragen, gibt er auf die Frage eines Journalisten zurück. Viel wichtiger als die kurzfristigen Ölpreise sei außerdem die Tatsache, dass „das gewalttätigste, bösartigste Land der vergangenen fünfzig Jahre“ keine Atomwaffe besitzen werde.