FAZ 13.03.2026
03:17 Uhr

Liveblog Irankrieg: Macron: Französischer Soldat bei Drohnenangriff im Irak getötet


Netanjahu verhöhnt neuen iranischen Führer als Marionette +++ US-Armee: Betankungsflugzeug über dem Westen des Irak abgestürzt +++ Saudiarabische Armee fängt dutzende Drohnen in ihrem Luftraum ab +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Macron: Französischer Soldat bei Drohnenangriff im Irak getötet

Studie: Deutschland wahrscheinlich Hauptziel von Iran-FlüchtendenSollte es im Zuge des Kriegs im Nahen Osten zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus dem Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Rockwool Foundation (RF) Berlin, die dem „Münchner Merkur“ (Freitagsausgabe) vorlag. Migrationsmuster bauten in der Regel auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern auf, sagte RF-Berlin-Direktor Christian Dustmann. „Dies unterstreicht die Bedeutung von Diaspora-Netzwerken, die die Kosten und Risiken von Migration verringern“, sagte der Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London und Mitautor der Studie. 

Australien gibt erstmals seit 2022 Benzin aus Notreserven freiAustralien greift erstmals seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 auf Teile seiner strategischen Treibstoffreserven zurück. Die Regierung stelle rund sechs Tage Benzin und etwa fünf Tage Diesel aus dem Notvorrat zur Verfügung, teilte Energieminister Chris Bowen mit.Der Schritt soll Händlern mehr Spielraum bei der Versorgung geben. Wegen der komplexen Lieferketten werde der Treibstoff jedoch nicht sofort auf den Markt kommen, sagte Bowen. Die Pflichtlagerhaltung, die genau für diesen Zweck eingeführt worden sei, sei jetzt notwendig, betonte Bowen. „Es gibt einen Krieg. Ich denke, Krieg erfüllt die Kriterien einer Krise.“ 

Iran-Krieg: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem ÖlDie US-Regierung will dem aufgrund des Iran-Kriegs stark gestiegenen Ölpreis entgegenwirken: Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Das erklärte Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können. Bessent argumentierte jedoch, Russland werde von dieser „eng gefassten“ Ausnahme nicht in bedeutender Weise finanziell profitieren. 

Konjunkturforscher: Inflation könnte auf sechs Prozent steigenDer Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, warnt vor hoher Inflation, sollte der Iran-Krieg länger als vier Wochen dauern. „Hohe Ölpreise treiben die Verbraucherpreise. Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“. „Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen.“Sollte der Krieg mehr als vier Wochen dauern und der Iran weiter Öl- und Gas-Anlagen in den Golf-Staaten zerstören, komme es zu echten Engpässen auf dem Weltmarkt. „Dann halte ich auch einen Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel für möglich“, sagte Schmidt. 

Afghanische Polizei: Vier Menschen bei pakistanischem Angriff in Kabul getötetBei einem pakistanischen Angriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind der afghanischen Polizei zufolge vier Menschen getötet worden. Bei dem Angriff auf „zivile Häuser“ in dem Viertel Gusar im Osten Kabuls seien zudem 15 weitere Menschen verletzt worden, erklärte ein Sprecher der afghanischen Polizei am Freitag im Onlinedienst X. Unter den Opfern befänden sich auch Frauen und Kinder.Der Sprecher der Taliban-Regierung in Kabul, Sabihullah Mudschahid, meldete derweil im Onlinedienst X pakistanische Angriffe in Kabul sowie in den Provinzen Kandahar, Paktia, Paktika und einigen anderen Gebieten.Ein pakistanischer Sicherheitsbeamter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die pakistanische Armee in der Nacht zum Freitag Angriffe in Afghanistan geflogen habe. Ziel der Angriffe seien die pakistanischen Taliban (TTP) gewesen.

Iranische Staatsmedien: Mehrere Explosionen in TeheranIn Irans Hauptstadt Teheran haben sich iranischen Staatsmedien zufolge mehrere Explosionen ereignet. Bewohner der betroffenen Teile von Teheran hätten berichtet, dass ihre Häuser gebebt hätten, berichtete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Fars. Bislang gebe es keine Berichte über Verletzte. Die stärksten Explosionen seien im Süden der iranischen Hauptstadt zu hören gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim.

Bericht: USA haben im Iran-Krieg bereits Munition für Jahre verbrauchtDie USA haben einem Zeitungsbericht ‌zufolge seit Beginn des Krieges mit dem Iran Munitionsvorräte für „Jahre“ verbraucht. Zu den schnell ‌zur Neige ‌gehenden Waffen zählten auch moderne Langstreckenraketen vom Typ Tomahawk, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung ​auf Insider. 

Trump empfiehlt iranischem Team Verzicht auf Fußball-WM-TeilnahmeUS-Präsident Donald Trump hat der iranischen Fußball-Nationalmannschaft den Verzicht auf die Teilnahme an der anstehenden Weltmeisterschaft in Nordamerika nahegelegt. Er begründete dies am Donnerstag auf seiner Online-Plattform Truth Social mit einer Sorge um „Leben und Sicherheit“ der Spieler. Noch vor wenigen Tagen hatte Trump laut Fifa-Präsident Gianni Infantino erklärt, dass die Fußballer trotz des Iran-Kriegs in den USA „natürlich willkommen“ seien.„Die iranische Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft willkommen“, wiederholte Trump am Donnerstag. „Aber ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist - wegen ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit“, schrieb der US-Präsident. Er gilt als „Freund“ von Fifa-Boss Infantino. Der Chef des Weltfußballverbands hatte Trump am Rande der WM-Auslosung im Dezember den erstmals vergebenen Fifa-Friedenspreis verliehen. 

Irakische Miliz: Haben US-Militärflugzeug abgeschossenEine vom Iran unterstützte Milizengruppe hat nach eigenen ‌Angaben ‌ein Tankflugzeug des US-Militärs vom Typ KC-135 im Westirak abgeschossen. ​Der Islamische ⁠Widerstand im Irak, eine Dachorganisation bewaffneter Gruppen, teilt ​mit, der Abschuss sei „zur Verteidigung ⁠der Souveränität und ‌des Luftraums unseres Landes“ erfolgt. Das US-Militär hatte ⁠zuvor den Absturz eines ⁠US-Tankflugzeugs vom Typ ⁠KC-135 im ​Westen ⁠des Iraks gemeldet. Demnach ​habe es sich ‌dabei nicht um feindlichen Beschuss oder ​Eigenbeschuss gehandelt. 

US-Armee: Betankungsflugzeug über dem Westen des Irak abgestürztEin US-Betankungsflugzeug vom Typ KC-135 ist nach Angaben der US-Armee über dem Westen des Irak abgestürzt. Der Absturz sei nicht auf „feindlichen Beschuss oder Beschuss durch eigene Truppen“ zurückzuführen, erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Donnerstag. Ein zweites, in den Vorfall verwickeltes Flugzeug sei sicher gelandet.Die US-Armee machte keine Angaben zu der Anzahl der Personen an Bord des abgestürzten Betankungsflugzeug oder zu ihrem aktuellen Zustand.Centcom bat um „Geduld“, während „zusätzliche Details zusammengetragen und Klarheit für die betroffenen Familien der Soldaten geschaffen“ werde. Die Rettungsmaßnahmen dauerten Centcom zufolge an. In der Regel besteht die Besatzung eines Flugzeugs vom Typ KC-135 der US-Armee zufolge aus drei Menschen - die Maschinen können jedoch bis zu 37 Passagiere transportieren.

Saudiarabische Armee fängt dutzende Drohnen in ihrem Luftraum abDie saudiarabische Armee hat eigenen Angaben zufolge dutzende Drohnen in ihrem Luftraum abgefangen. „Zwölf Drohnen wurden abgefangen und zerstört, nachdem sie in den saudiarabischen Luftraum eingedrungen waren“, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag im Onlinedienst X. In separaten Erklärungen meldete Riad den Abschuss von 16 weiteren Drohnen über seinem Territorium.

Netanjahu: Neuer oberster Anführer des Iran eine „Marionette“ der RevolutionsgardenDer israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den neuen obersten Anführer des Iran, Modschtaba Khamenei, als „Marionette“ der Revolutionsgarden bezeichnet. Der „neue Tyrann“ könne „sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen“, sagte Netanjahu zudem am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Das neue politische und geistliche Oberhaupt des Iran hatte am Donnerstag seine erste Botschaft veröffentlicht. Diese trug er jedoch nicht persönlich vor, sondern sie wurde von einer Journalistin im Staatsfernsehen verlesen. Modschtaba Khamenei zeigte sich darin kämpferisch und schwor „Rache“ für die Opfer der US-israelischen Angriffe im Iran. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Dabei wurden am ersten Kriegstag der damalige oberste Anführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte vier Tage nach der Tötung von Ayatollah Ali Khamenei angekündigt, jeder mögliche Nachfolger würde ebenfalls getötet. Am Sonntag wurde dann Ali Khameneis Sohn Modschtaba zum neuen obersten Anführer des Landes ernannt. 

Israel greift erneut Ziele im Zentrum Beiruts anDas israelische Militär hat erneut im Herzen der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Über Opfer war zunächst nichts bekannt. Das israelische Militär hatte zuvor einen Evakuierungsaufruf für ein Gebäude im Beiruter Stadtviertel Baschura herausgegeben. Daraufhin wurde das Gebäude zweimal aus der Luft getroffen, wie auf Live-Aufnahmen im libanesischen Fernsehen zu sehen war.Kurze Zeit später rief das israelische Militär auch zur Räumung eines Gebäudes in dem benachbarten Wohnquartier Sokak al-Blat auf. In dem Gebäude befindet sich eine Filiale des Finanzinstituts der Hizbullah. Auch dort griff das israelische Militär Augenzeugen zufolge wenig später an. Beide Wohngegenden sind dicht besiedelt und gehören nicht zum Einflussgebiet der Hizbullah. Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei einem Angriff auf die Libanesische Universität der Direktor der naturwissenschaftlichen Fakultät, Hussein Bassi, und auch der Professor Mortada Srour getötet. Das Universitätsgelände liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen. Auch in den Vororten selbst griff die israelische Armee nach libanesischen Infos erneut an. „Was heute an der Fakultät für Naturwissenschaften geschehen ist, ist ein Verbrechen, das nach allen Maßstäben zu verurteilen ist“, erklärte der libanesische Präsident Joseph Aoun. Es sei „ein neues Kapitel der gezielten Angriffe auf Zivilisten.“