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14.03.2026
16:29 Uhr
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Belgiens Regierungschef: Es bleibt nur, einen Deal zu erzielen +++ Merz fordert EU-Einreiseverbot für russische Soldaten +++ Grünen-Chefin Brantner: russische Schattentanker stoppen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Mindestens fünf Tote bei russischen Angriffen auf UkraineIn der Ukraine sind bei massiven russischen Luftangriffen mindestens fünf Menschen getötet worden. Hauptziel der Angriffe sei die Energieinfrastruktur in der Region Kiew gewesen, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Es seien jedoch auch Wohngebäude, Schulen und Unternehmen beschädigt worden. Selenskyj zufolge richtete sich der Angriff mit rund 430 Drohnen und 68 Raketen auch gegen die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro und Mykolajiw. Die meisten Geschosse seien von der Flugabwehr abgefangen worden. Der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilte mit, dass ein Wohngebiet der gleichnamigen Stadt getroffen worden sei. Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen, drei seien verletzt worden.„Russland wird versuchen, den Krieg im Nahen Osten auszunutzen, um hier in Europa, in der Ukraine, noch größere Zerstörung anzurichten“, schrieb Selenskyj auf X. Selenskyj rief die Verbündeten seines Landes auf, die Produktion wichtiger Flugabwehrwaffen zu erhöhen.
Ukrainischer Geheimdienst: Zwei russische Kriegsschiffe getroffenDer ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat eigenen Angaben nach zwei vom russischen Militär genutzte Schiffe angegriffen und beschädigt. Die Eisenbahnfähre „Slawjanin“ sei außer Betrieb gesetzt, die „Avantgarde“ beschädigt worden, teilte HUR bei Telegram mit. Beide Schiffe seien vorrangig im Pendelverkehr zwischen dem russischen Festland und der bereits seit 2014 von Moskau annektierten Halbinsel Krim eingesetzt worden und Teil der Militärlogistik gewesen, hieß es. Nach Angaben des HUR wurden mit den Schiffen Waffen, Militärtechnik und Munition transportiert.Demnach wurden die Schiffe im Rahmen eines Angriffs gegen den Schwarzmeerhafen Port Kawkas beschossen. Auch die Infrastruktur des Hafens selbst sei bei der Aktion beschädigt worden. Die vom HUR veröffentlichten Bilder deuten auf einen Drohnenangriff hin. Tatsächlich hatten am Morgen russische Behörden Schäden am Hafen und an einem Schiff eingeräumt, ohne Details zu nennen. Bei der Attacke wurden drei Personen verletzt.
Merz will EU-Einreiseverbot für russische Kämpfer Der Bundeskanzler und sieben weitere Staats- und Regierungschefs fordern die Prüfung eines EU-Einreiseverbots für russische Soldaten, die am Krieg gegen die Ukraine beteiligt sind oder waren. Die mögliche Einreise von Kämpfern in den Schengen-Raum stelle ein schwerwiegendes Risiko für die innere Sicherheit dar, heißt es in einem Brief der Politiker an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa. Die Personen könnten demnach etwa Gewaltdelikte verüben, in kriminellen Netzwerken oder extremistischen Bewegungen tätig werden oder feindliche Aktivitäten Russlands unterstützen.Als besonders groß wird die Gefahr angesehen, weil sich unter den Ukraine-Kämpfern mehr als 180.000 verurteilte Straftäter befinden, die aus russischen Gefängnissen rekrutiert und an die Front geschickt wurden.Nach Ansicht der Unterzeichner des Briefs ist das Thema so ernst, dass es politische Aufmerksamkeit auf höchster Ebene und eine koordinierte europäische Reaktion braucht. Merz sowie die Staats- und Regierungschefs aus Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Schweden wollen es deshalb auch beim EU-Gipfel am kommenden Donnerstag auf die Tagesordnung setzen.
Ukraine: Mindestens vier Tote bei russischem Angriff nahe KiewBei einem russischen Luftangriff in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Samstag mindestens vier Menschen getötet worden. 15 Menschen seien verletzt worden, teilt der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Mykola Kalaschnyk, mit. Der Angriff habe Wohngebäuden, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und kritischer Infrastruktur in vier Bezirken der gleichnamigen Region Kiew gegolten. Die Zahl der Opfer könne noch steigen. Russische Streitkräfte greifen in dem seit über vier Jahren andauernden Krieg immer wieder auch ukrainische Ortschaften aus der Luft an, die weit hinter der Frontlinie liegen.
Grünen-Chefin Brantner: russische Schattentanker stoppenNach der Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl verlangt Grünen-Chefin Franziska Brantner ein härteres europäisches Vorgehen gegen russische Tanker. Russland exportiere einen Großteil seines Öls auf Schiffen seiner Schattenflotte, die täglich Nord- und Ostsee passierten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn Kanzler Friedrich Merz (CDU) es ernst meine mit seiner Kritik an der Lockerung der Aktionen, müsse er jetzt aktiv werden, forderte Brantner. „Deutschland und Europa müssen jetzt die eigenen Hebel gegen Putins Kriegskasse bedienen und die Durchfahrt der Schattentanker durch unsere Gewässer stoppen.\"
Behörden: Tote bei Angriffen in der Ukraine und RusslandBei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens eine Person getötet und zehn weitere verletzt worden. Der Gouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Ganscha, schreibt auf Telegram, eine Person sei getötet und sechs weitere verletzt worden. Der Gouverneur der Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilt zudem mit, vier Menschen seien bei einem russischen Angriff verletzt worden. Gleichzeitig meldet der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, bei einem ukrainischen Angriff auf ein Dorf sei ein Bewohner getötet worden.
Ukraine: USA verschieben Dreiergespräche mit RusslandDie USA wollen nach ukrainischen Angaben die nächste Runde der Dreiergespräche zum Konflikt verschieben. Die US-Vertreter dürften wegen der Lage im Nahen Osten derzeit nicht reisen, zitieren ukrainische Medien Präsident Wolodymyr Selenskyj zum Abschluss seines Frankreich-Besuchs. Die Suche nach einem Verhandlungsort gleiche einer Seifenoper, sagt Selenskyj demnach. Die Ukraine sei zu Treffen in Miami, Washington, der Schweiz, der Türkei oder den Emiraten bereit. Russland lehne jedoch die USA als Ort ab und bevorzuge die Türkei oder die Schweiz – was Washington wiederum zurückweise. Die Entscheidung liege nun bei den USA. Seit Jahresbeginn fanden bereits zwei von den USA vermittelte Gesprächsrunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und eine weitere in Genf statt. Hauptstreitpunkt bleiben die Gebietsansprüche im Donbass.
Schweden entern Tanker: Russischer Kapitän festgenommenZum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit haben schwedische Behörden ein Schiff geentert, das unter dem Verdacht steht, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Der russische Kapitän des vor der Küste von Trelleborg durchsuchten Tankers „Sea Owl I“ sei festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Abend mit. Zuvor hatte sie Ermittlungen wegen des „Verdachts auf Urkundenfälschung, schwerer Straftaten sowie Verstößen gegen das Seerecht“ eingeleitet.
Kanzler Merz bei „Cold Response“: Bereit zur Verteidigung des hohen NordensDie Regierungschefs Deutschlands, Norwegens und Kanadas haben beim Besuch eines Nato-Großmanövers in Norwegen ihre Bereitschaft zur militärischen Verteidigung der Nordregionen bekräftigt. „Wir sind bereit, (...) das zu verteidigen, was wir den Hohen Norden nennen“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gekleidet in einer Tarnjacke am Freitag auf Englisch.Auch der kanadische Premierminister Mark Carney sagte auf dem Stützpunkt Bardufoss im Norden Norwegens: „Wir sind bestens darauf vorbereitet - einzeln und gemeinsam -, die Arktis und den hohen Norden zu verteidigen.“ Ziel des Manövers „Cold Response“ sei es, „diese Fähigkeiten angesichts Russlands und jeder externen Bedrohung weiter zu stärken“, sagte Carney an der Seite von Merz und dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Störe.
Macron: USA müssen Lockerung der Sanktionen rechtfertigenDer französische Präsident Emmanuel Macron hat dazu aufgerufen, den Druck auf Russland zu erhöhen. Bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Elysée-Palast übte er am Freitagmittag indirekt Kritik an den Vereinigten Staaten. Die G-7-Gruppe habe sich darauf verständigt, die Sanktionspolitik gegenüber Russland „unter keinen Umständen“ zu lockern. Macron sprach die G-7-Erklärung an, die von Washington unterzeichnet worden war. „Es ist an den Vereinigten Staaten, die zeitlich begrenzte Lockerung der Sanktionen zu rechtfertigen“, sagte Macron. Selenskyj sagte, die vorübergehende Aufhebung der Ölsanktionen durch die USA seien eine Hilfe für Russland, da sie mehr Geld in die russische Kriegskasse spülten. Der ukrainische Präsident zweifelte die „Logik“ des amerikanischen Präsidenten Donald Trump an, der Russland zu einem Friedensschluss bringen wolle, aber zugleich dazu beitrage, dass Moskau finanziell profitiere. Macron wies darauf hin, dass Russland ein strategischer Partner des Iran sei und iranische Drohnen auf russischem Boden produziere und diese im Ukraine-Krieg getestet habe. Nichts werde Frankreich davon abbringen, die Ukraine weiterhin entschlossen zu unterstützen. Macron appellierte an die europäischen Partner, auch weiterhin gegen die russische Schattenflotte vorzugehen. Damit sind die häufig veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe gemeint, mit denen Russland die internationalen Sanktionen umgeht. Frankreich hat wiederholt Tanker festgesetzt. Selenskyj wollte am Freitagnachmittag an der Pariser Hochschule Sciences Po eine Rede vor Studenten halten. Es war bereits der zwölfte Besuch des Ukrainers in Paris.
Kreml lobt Entscheidung der US-Regierung: Interessen stimmen „situativ“ übereinIn Russland wurde der amerikanische Schritt gutgeheißen, zugleich aber die Erwartung geäußert, dass es nicht bei einer solchen, auf 30 Tage sowie auf Öl und Ölprodukte, die auf dem Seeweg exportiert werden, begrenzten Sanktionslockerung bleiben werde. Präsident Wladimir Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte am Freitag amerikanische und russische Interessen stimmten „situativ“ überein, hob aber hervor, dass die USA erklärt hätten, keine weiteren Sanktionen gegen den russischen Ölsektor zu streichen. Doch sei es „ohne bedeutende Mengen russischen Öls unmöglich, den Markt zu stabilisieren“, sagte Peskow.
Europäer kritisieren Lockerung von US-SanktionenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Lockerung von Sanktionen gegen Russland deutlich kritisiert. „Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“, sagte Merz am Freitag bei einem Besuch im norwegischen Andöya. Die USA hatten zuvor bekannt gegeben, dass sie wegen der steigenden Ölpreise infolge des Irankrieges vorübergehend bis zum 11. April den Verkauf russischen Erdöls wieder erlauben. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich zurückhaltend zu den von den USA gelockerten Russland-Sanktionen geäußert. Die Lockerungen seien „auf wenige Mengen beschränkt und auch zeitlich beschränkt“, sagte Reiche am Freitag in Berlin. Dennoch mache sie sich Sorgen, „dass wir Putins Kriegskassen nicht noch weiter füllen“. „Jeder Schritt, der Russland in die Lage versetzen würde, seine Einnahmen und Ölverkäufe zu steigern, wäre angesichts der größeren Ziele, die wir verfolgen, problematisch\", sagte auch ein EU-Diplomat zu der amerikanischen Ausnahmeregelung am Freitag der F.A.Z. in Brüssel.
US-Regierung erlaubt vorübergehend Verkauf von russischem ErdölAngesichts der infolge des Iran-Krieges stark angestiegenen Energiepreise erlaubt die US-Regierung vorübergehend den Verkauf von russischem Erdöl. Das US-Finanzministerium erteilte am Donnerstag (Ortszeit) eine Lizenz, die den Verkauf von russischem Rohöl und russischen Erdölprodukten, die vor dem 12. März um 0.01 Uhr auf Schiffe verladen wurden, bis zum 11. April erlaubt. Am Mittwoch hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron noch erklärt, die G7-Staaten, denen die USA angehören, hätte eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland ausgeschlossen.US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag angesichts der gestiegenen Ölpreise im Iran-Krieg angekündigt, einige Ölsanktionen aussetzen zu wollen. Trump äußerte sich nicht dazu, welches Land oder welche Länder von dem Schritt profitieren könnten - der US-Präsident machte seine Aussagen aber nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.