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04.10.2026
10:31 Uhr
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Brücke von russischer Drohne getroffen +++ US-Denkfabrik: Russland verliert mehr Gebiete als es gewinnt +++ Regierungspartei siegt klar bei Parlamentswahl in Lettland +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Merz will sich von Drohnenalarm nicht einschüchtern lassenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich unbeeindruckt von den russischen Warnungen wenige Stunden vor seinem Besuch in Kiew und von dem Drohnenangriff während seines Aufenthalts gezeigt. Er sei trotz der Drohungen mit einer großen Regierungs- und Wirtschaftsdelegation angereist, sagte Merz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Hauptstadt. „Das zeigt: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir lassen uns auch nicht einschüchtern durch einen Dohnenangriff zum selben Zeitpunkt unseres Besuchs.“Er wisse zwar nicht, ob die Drohungen aus Moskau unmittelbar mit seinem Besuch zusammenhingen, sagte Merz. Er lasse sich davon jedenfalls nicht beeindrucken. „Ich unternehme die Reisen, die ich für richtig halte.“ Insofern sei ihm das Agieren Moskaus „offen gestanden auch relativ gleichgültig“.Er habe drei Drohnenalarme während seines Aufenthalts bewusst wahrgenommen, sei aber kein Mal in einen Schutzraum gebracht worden. Er gehe davon aus, „dass es keine persönliche Gefährdung für die Mitglieder meiner Delegation und auch für mich persönlich gibt“.
Merz fordert von Putin: „Hören Sie diesen Krieg auf!“Bundeskanzler Friedrich Merz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin von Kiew aus zu einem Ende der Angriffe und Verhandlungsbereitschaft aufgefordert. „Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander zu sprechen über das Ende dieses Krieges. Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören“, sagte der CDU-Politiker.Er nahm die bei einem Drohnenangriff getroffenen Akademie der Wissenschaften in Kiew in Augenschein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war bei dem Ortsbesuch dabei. Währenddessen lösten russische Angriffe mehrfach Drohnenalarm aus. Merz sagte an der Ruine der Akademie, bei Angriffen wie dem am letzten Montag sei die Sinnlosigkeit dieses Krieges deutlich geworden. „Ein Angriff auf die Akademie der Wissenschaften in Kiew, mitten in der Stadt, übrigens wenige 100 Meter von der deutschen Botschaft entfernt. Und heute Morgen an einem friedlichen Sonntag Luftalarm in Kiew“, sagte Merz. Und: „Das sind tägliche Kriegsverbrechen, die hier verübt werden.“Es gebe tägliche Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine, während das Land sich auf den Winter vorbereite. „Ich appelliere noch einmal an die russische Führung, an den russischen Staatspräsidenten: Hören Sie diesen Krieg auf! Wir können sprechen, aber erst, wenn die Waffen schweigen und die Waffen müssen schweigen“, sagte Merz.
Lettland: Regierungspartei siegt klar bei Parlamentswahl Bei der Parlamentswahl im EU- und Nato-Land Lettland hat sich das Wahlbündnis Vereinigte Liste des pro-ukrainischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs überraschend klar durchgesetzt. Mit 35,4 Prozent der Stimmen geht die Mitte-Rechts-Gruppierung als haushoher Sieger aus der Abstimmung hervor, wie die Daten der Wahlkommission in Riga nach Auszählung der Angaben von 94 Prozent aller Wahllokale zeigten. Damit konnte die Partei ihr Ergebnis im Vergleich zur vorigen Wahl mehr als verdreifachen.Starke Zugewinne bei der von Sorgen über die nationale Sicherheit und sozialpolitischen Problemen dominierten Wahl verzeichneten auch populistische Kräfte. Zweistärkste Kraft wird die Partei Lettland an erster Stelle (13,2 Prozent) vor Souveräne Macht (11,8 Prozent). Beiden dürften besonders bei Wählerinnen und Wählern aus der russischstämmigen Minderheit gepunktet haben. Dahinter folgen die linksgerichteten Progressiven (7,4 Prozent).Zentrale Themen im Wahlkampf des an Russland und dessen Verbündeten Belarus grenzenden Baltenstaats waren Sicherheit und Verteidigung. Darüber hinaus spielten auch sozialpolitische und wirtschaftliche Themen eine große Rolle im Wahlkampf. Da Lettland massiv in seine Sicherheit investiert, fehlt das Geld an anderer Stelle. Das Gesundheitssystem leidet, Abwanderung und Überalterung sind ein Problem. Viele Menschen klagen über hohe Preise und niedrige Gehälter, und die Wirtschaft stockt.
Kanzler Merz in Kiew eingetroffenZum zweiten Mal in seiner Amtszeit besucht der Kanzler Kiew: Der Besuch ist ein entscheidendes Puzzlestück einer diplomatischen Choreografie der Bundesregierung in den vergangenen Wochen.
US-Denkfabrik widerspricht Putin: Russland verliert Gebiete im SeptemberRussland hat laut einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) im September mehr Gelände in der Ukraine verloren als gewonnen. Der Verlust betrage rund 81 Quadratkilometer, teilte das Institut auf der Plattform X mit. Die Behauptungen von Kremlchef Wladimir Putin über russische Geländegewinne an der Front im September seien so weit von der Realität entfernt, „dass sie wie Halluzinationen anmuten“.Das ISW könne nicht beurteilen, ob Putin wisse, dass die von ihm präsentierten Zahlen falsch seien, hieß es weiter. Es könne auch sein, dass er „fiktive Angaben zur Lage an der Front“ übernehme. Die „Kultur des Lügens“ sei in der russischen Militärführung tief verwurzelt. Putin behauptete demnach, die russischen Streitkräfte hätten im September mehr als 1300 Quadratkilometer erobert.Vor wenigen Tagen hatte Putin die komplette Eroberung des ukrainischen Donbass-Gebiets in weniger als anderthalb Jahren angekündigt. Er gehe davon aus, dass dies angesichts des Vormarsches der russischen Truppen viel früher geschehen werde. Die Frontlinie ist allerdings an vielen Abschnitten seit mehreren Monaten weitgehend unverändert.
Prognose: Bündnis von Lettlands Ministerpräsident bei Wahl in Führung Bei der Parlamentswahl in Lettland ist das Bündnis des pro-ukrainischen Ministerpräsidenten Andris Kulbergs Prognosen zufolge in Führung. In ersten Nachwahlbefragungen des öffentlich-rechtlichen Senders LSM vom Samstag kam die zentristische „Vereinte Liste“ von Kulbergs auf 35,6 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgt mit 11,3 Prozent die Partei „Lettland Zuerst“. Diese hatte im Vorfeld der Abstimmung um die Unterstützung der russischen Minderheit im Land geworben. Für die Prognose waren knapp 6500 Wähler nach ihrer Stimmabgabe befragt worden. Die Ergebnisse sind aber mit Vorsicht zu genießen: Die Nachwahlbefragung hatte sich bei vergangenen Wahlen nicht immer als zuverlässig erwiesen. Erste offizielle Wahlresultate wurden für Sonntag erwartet.Die Wahl war von der Sorge vor einer möglichen russischen Aggression geprägt. Die baltischen Staaten warnen seit Monaten davor, dass Russland hybride Angriffe sowie Sabotageakte in Europa verübe, um den Rückhalt für die Ukraine zu schwächen und Angst zu schüren. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe aus dem Baltikum als unbegründet zurück.Ministerpräsident Kulbergs hatte bei seiner Stimmabgabe in der Hauptstadt Riga die sicherheitspolitische Bedeutung der Wahl betont. „Wir dürfen nicht das schwächste Glied sein. Wir müssen stark sein“, sagte der Regierungschef. Die gesamte Ostflanke müsse Einigkeit zeigen. „Das ist es, was wir anstreben. Wir sind die Außengrenze Europas, die stark sein muss.“
Ein Toter nach russischem Angriff auf Frachter im Hafen von OdessaNach einem russischen Angriff auf einen Frachter im Hafen der ukrainischen Küstenstadt Odessa ist ein Besatzungsmitglied getötet worden. Drei weitere Matrosen wurden bei dem Angriff verletzt, wie die Hafenbehörden auf Telegram mitteilten. 13 weitere Mitglieder der Besatzung des unter liberianischer Flagge fahrenden Frachters wurden demnach an einen sicheren Ort evakuiert. Der Angriff wurde als weiterer gezielter Angriff Russlands auf die zivile Schifffahrt verurteilt. Zur Nationalität der Opfer wurden keine Angaben gemacht. Das russische Militär behauptete unterdessen, einen mit militärischen Gütern beladenen Frachter in Odessa angegriffen und beschädigt zu haben.
Russland warnt Diplomaten vor weiteren Angriffen auf KiewRussland hat Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kiew abermals aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen. Eine vorherige Warnung sei nicht von allen befolgt worden, teilte das Außenministerium in Moskau am Samstag mit. Damit sei jeder, der bleibe, einer „tödlichen Gefahr“ durch „massive russische Vergeltungsschläge“ ausgesetzt.
Moldau meldet Einschläge von russischen DrohnenRussische Drohnen sind nach offiziellen Angaben auf moldauischem Staatsgebiet eingeschlagen. „Fünf russische Luftangriffswaffen, darunter Banderol-Raketen und Drohnen, haben unseren Luftraum verletzt und sind auf unserem Boden explodiert“, schrieb die moldauische Präsidentin Maia Sandu auf der Plattform X. Nach Armeeangaben waren Explosionen in Ortschaften im südöstlichen Teil Moldaus zu hören. Zu möglichen Opfern oder Schäden gab es keine Angaben. Im angrenzenden südukrainischen Odessa gab es zu den genannten Zeiten allerdings keinen Luftalarm.Moldau hat mittlerweile den russischen Botschafter einbestellt. Das Außenministerium habe Moskau aufgefordert, derartige Vorfälle zu verhindern, hieß es in einer Mitteilung. Präsidentin Sandu erklärte, die Vorfälle zeigten, dass der Krieg Russlands in der Ukraine „Moldau erreicht“. „Moskau bringt in ganz Europa Menschenleben in Gefahr und muss gestoppt werden“, erklärte sie.
Russland greift auch zweite Dnipro-Brücke in Kiew anRussland hat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew auch die Nordbrücke über den Dnipro mit Jetdrohnen attackiert. Nach offiziellen Angaben wurde die Brücke am frühen Samstagmorgen getroffen. Beschädigt wurden demnach die Fahrbahn und die Oberleitung der Trolleybusse. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, die Brücke sei nun für den Verkehr gesperrt. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.Am Donnerstag und Freitag traf Russland bei seinen Angriffen mit Jetdrohnen die Kiewer Südbrücke über den Dnipro. Dabei wurden neben der Fahrbahn für Autos auch der U-Bahn-Bereich und ein Brückenpfeiler beschädigt. Nach ukrainischen Berichten ist die Südbrücke weiterhin gesperrt. Viele Einwohner der ukrainischen Hauptstadt leben östlich des Flusses und pendeln zur Arbeit auf die Westseite. Auch am Samstag kam es nach dem Angriff auf die Nordbrücke zu Staus.Russland setzt in seinen Angriffen auf die Ukraine immer stärker auf Jetdrohnen. Modelle des Typus „Geran 4“ und „Geran 5“ erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 500 Stundenkilometern. Sie sind damit deutlich schneller als propellerbetriebene Drohnen. Der ukrainischen Flugabwehr gelingt ein Abschuss in vielen Fällen nicht. Früher konnte die Ukraine 90 Prozent der russischen Drohnen abfangen, im September waren es nur noch 55 Prozent.Warum Russland in seinem Krieg nun besonders die ukrainischen Großstädte ins Visier nimmt, lesen Sie hier:
Kallas spricht mit Leo XIV. über den UkrainekriegDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ist am Freitag zu einem Gespräch mit Papst Leo XIV. in Rom zusammengekommen. Themen waren laut Kallas der Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Lage im Nahen Osten und dringende humanitäre Bedürfnisse sowie die Gefahren einer gesellschaftlichen Polarisierung und der Künstlichen Intelligenz.Wie Kallas weiter über den Online-Dienst Bluesky mitteilte, dankte sie dem Papst für dessen Eintreten für internationales Recht, Multilateralismus und seine „klare Stimme zur Verteidigung der Menschenwürde“.Leo XIV. hatte am Montag bei einem Besuch im französischen Metz für ein geeintes und friedliches Europa geworben und zugleich vor einem Verfall der regelbasierten internationalen Ordnung gewarnt. Europa könne dieser Abwärtsspirale ein Ende setzen, sagte der Papst. Dabei hob er den Pluralismus innerhalb der EU hervor und nannte Völkerrecht und Multilateralismus als geeignete Mittel, um Konflikte aus Vormachtstreben zu unterbinden.
Für Ende der Getreideblockade: Wadephul fordert mehr Druck auf Russland Außenminister Johann Wadephul (CDU) fordert mehr Druck auf Russland für ein Ende der Blockade der ukrainischen Getreideexporte über das Schwarze Meer. Man müsse dafür sorgen, „dass Europa hier lauter wird bei diesem Thema, und zweitens, dass die Staaten des Globalen Südens hier auch noch klarer ihre Interessen formulieren“, sagte Wadephul am Freitag nach Gesprächen im Vatikan. „Ich glaube, dann gibt es eine ernsthafte Chance, noch zu einer Lösung zu kommen“. „Die Zeit drängt, der Hunger naht bedauerlicherweise“, sagte der Außenminister. Das Getreide drohe zu verderben, „und das dürfen wir nicht geschehen lassen“, so Wadephul weiter. „Es wäre eine weitere völlig unnötige Katastrophe. Und deswegen werde ich nicht müde werden, dieses Thema weiter zu bearbeiten.“Wadephul hatte sich mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der Nummer zwei im Vatikan, und dem Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher, zu Gesprächen getroffen. Auch in seinem Gespräch mit seinem russischen Außenminister Sergej Lawrow am vergangenen Samstag am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York hatte Wadephul über das Thema drohender Hungersnöte gesprochen. Greifbare Ergebnisse brachte das damalige Treffen nicht.Schon am Donnerstag hatte Wadephul eine „partielle Waffenruhe“ für den Getreideexport gefordert. Die Beziehungen zum globalen Süden könne Russland eigentlich nicht aufs Spiel setzen wollen. „Ich glaube daher, das Problem der Getreideexporte kann gelöst werden\", sagte der Außenminister dem Portal Web.de.
Putin: Ukrainische Angriffe kosten Russland ein Prozent des BIPRusslands Herrscher Wladimir Putin hat zugegeben, dass die Ukraine mit ihren gezielten Angriffen auf die Ölindustrie in Russland der russischen Wirtschaft schadet. In seiner Rede auf dem jährlichen „Waldai“-Forum bezeichnete er das als Ziel der ukrainischen Kriegsführung. „Wurde das Ziel erreicht? Teilweise “, sagte Putin in seiner Ansprache am Donnerstag in Moskau. Der Moskauer Kriegsherr sagte, die ukrainischen Angriffe auf russische Ölanlagen hätten zum Verlust von rund einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts Russlands geführt.Im September mussten aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe mehrere Raffinerien in Russland ihre Produktion einstellen oder stark drosseln. Die Internationale Energieagentur verzeichnete schon in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 durchschnittlich alle drei Tage einen erfolgreichen Angriff auf eine russische Raffinerie.Als Reaktion auf die ukrainischen Gegenangriffe kündigte Putin an, Ziele in der Ukraine anzugreifen, die seiner Einschätzung nach für die ukrainische Wirtschaft von Bedeutung sind. Putin lehnte in seiner Rede auch den Vorschlag des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ab, die gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen einzustellen.
Bürgermeister: Russische Luftangriffe treffen erneut Brücke in KiewRussische Luftangriffe haben nach ukrainischen Angaben erneut die Südbrücke in Kiew getroffen. Dies teilt der Bürgermeister Witali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Bereits am Vortag hatten russische Drohnenangriffe auf eine Schule und die Brücke über den Fluss Dnipro Brände in der Hauptstadt ausgelöst.