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31.05.2026
18:55 Uhr
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IAEA fordert Zugang zu AKW Saporischschja +++ Nach angeblichem Drohnenangriff Loch in Turbinenhalle +++ Russland meldet Tote und Schäden nach ukrainischen Drohnenangriffen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

EVP-Chef Weber: EU-Sonderstatus für Ukraine ist RiesengewinnDer Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat sich hinter den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz für einen EU-Sonderstatus der Ukraine gestellt. Dies sei ein kreativer und guter Vorstoß, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht vom Montag zufolge. Die Ukraine werde mit ihrer erfahrenen Armee und Verteidigungstechnik ein echter Sicherheitsgewinn für Europa sein. „Wir können unsere Ostflanke dauerhaft gemeinsam sichern“, erklärte Weber. Merz hatte zuvor eine vorübergehende Teilmitgliedschaft ins Spiel gebracht, um die Annäherung an die Europäische Union zu beschleunigen. Dem Kanzler schwebt vor, dass das Land ohne Stimmrecht an EU-Ratstreffen teilnimmt und einen Vertreter in die EU-Kommission entsendet. Zudem sollen bestehende Beistandsgarantien auf die Ukraine übertragen werden.Mit Blick auf mögliche Friedensverhandlungen mit Russland betonte Weber, Europa solle sich darauf vorbereiten, eigenständig Gespräche zu führen. Er sehe in Moskau derzeit jedoch weder den Willen noch den richtigen Zeitpunkt dafür. Den von Russlands Präsident Wladimir Putin als Vermittler ins Spiel gebrachten Altkanzler Gerhard Schröder lehnte der EVP-Chef strikt ab. „Schröder kann gern den Pressesprecher von Putin machen, aber er kann kein ehrlicher Makler sein. Das ist völlig ausgeschlossen“, so Weber. Diplomatie stoße bei dem russischen Präsidenten an ihre Grenzen. Frieden lasse sich nur sichern, wenn Europa stark sei und zusammenhalte.
Kind bei ukrainischem Drohnenangriff in Region Cherson getötet Im von Russland besetzten Teil der Ukraine ist nach russischen Angaben ein Kind bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur in der besetzten Region Cherson, Wladimir Saldo, teilte am Sonntag mit, dass eine ukrainische Drohne ein „Mehrfamilienhaus“ in der Schwarzmeerstadt Genitschesk nahe der Halbinsel Krim getroffen habe. Dabei sei ein 2020 geborener Junge ums Leben gekommen. Fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt.Derweil meldeten ukrainische Behörden eine Tote bei russischen Angriffen in der Region Dnipropetrowsk. Der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha erklärte, dass eine 50-jährige Frau im Bezirk Nikopol bei einem Angriff getötet worden sei. Zudem seien vier weitere Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer.
Rumäniens Staatschef: In Grenzgebiet eingeschlagene Drohne stammte aus Russland Rumänien hat die russische Herkunft der nahe der rumänisch-ukrainischen Grenze in ein Wohnhaus eingeschlagenen Drohne bestätigt. Es handele sich um eine russische Drohne vom Typ Geran-2, die am Donnerstagabend in der Stadt Galati eingeschlagen sei, erklärte Rumäniens Präsident Nicusor Dan am Sonntag im Onlinedienst X. Dies sei die „eindeutige Schlussfolgerung“ von Bukarests „Expertenbericht“. Das umfassende technische Gutachten belege die „alleinige Verantwortung“ Moskaus.Durch den Drohnen-Einschlag in der Nacht zum Freitag waren in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein 14-Jähriger und eine 53 Jahre alte Frau verletzt und ein Feuer ausgelöst worden. Es war der erste Drohneneinschlag in einem Wohnhaus außerhalb der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022.
Selenskyj: Russland verliert Initiative auf dem Schlachtfeld Russland verliert im Krieg gegen die Ukraine die Initiative auf dem Schlachtfeld und eröffnet damit nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Weg zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts. Seit Ende Dezember des Vorjahres gerate die russische Armee immer mehr in die Rückhand bei hohen Verlusten an Soldaten, erklärte Selenskyj in einem Interview des Senders CBS News, das er in Teilen auch auf X und Telegram veröffentlichte. Russland könne nicht mehr Territorium besetzen als die Ukraine zurückerobere.„Daher denke ich, dass wir einen diplomatischen Weg finden müssen – hinsetzen und verhandeln – bis Anbruch des nächsten Winters“, sagte Selenskyj. Allerdings sei dazu innerer Druck auf Kremlchef Wladimir Putin ebenso nötig wie mehr Sanktionsdruck durch die USA und Europa. Auch Europa müsse mit am Verhandlungstisch sitzen, möglicherweise in einem Dreierformat von Großbritannien, Frankreich und Deutschland.
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach einem Drohnenangriff Schäden an der Außenseite eines Turbinengebäudes des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja festgestellt. Das vor Ort befindliche IAEA-Team an dem von Russland besetzten Kraftwerk bestätigte jedoch normale Strahlungswerte auf dem Gelände, wie die Organisation mitteilte.
Ukraine attackiert russische Ölanlagen mit DrohnenDie Ukraine hat in der Nacht abermals Ölanlagen in Russland mit Drohnen angegriffen. Unter Beschuss geraten seien ein Öllager nahe der Stadt Taganrog am Asowschen Meer und eine Raffinerie in Saratow an der Wolga, berichtete die Internetzeitung „Ukrajinska Prawda“. Russische Behörden haben die Treffer teilweise bestätigt. Vor allem in Saratow hat die Attacke wohl schwere Folgen, den im Netz kursierenden Bildern nach zu urteilen.„Vorläufigen Informationen nach gibt es Schäden an Objekten der zivilen Infrastruktur“, schrieb auch der Gouverneur von Saratow, Roman Bussargin, auf Telegram. Details nannte er nicht. Die Raffinerie in Saratow gehört zum staatlichen Ölkonzern Rosneft, der unter der Leitung von Igor Setschin steht, einem engen Vertrauten von Kremlchef Wladimir Putin. Bereits in der Vergangenheit war die Anlage Ziel ukrainischer Angriffe.
IAEA fordert Zugang zu AKW Saporischschja nach angeblichem DrohnenangriffDie Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fordert Zugang zu der angeblich von einer Drohne getroffenen Turbinenhalle im Kernkraftwerk Saporischschja. Die Behörde sei über einen Angriff informiert worden, bei dem ein Loch in die Wand der Halle gerissen worden sei, teilt die IAEA auf der Plattform X mit und ergänzte, das es der erste Drohnenangriff innerhalb des Kraftwerksgeländes seit April 2024 wäre. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi zeigt sich ernsthaft besorgt über den Vorfall. Angriffe auf Atomanlagen seien wie ein Spiel mit dem Feuer, erklärt er.Nach Angaben des russischen staatlichen Atomkonzerns Rosatom ist eine ukrainische Kampfdrohne im von Russland kontrollierten Kernkraftwerk Saporischschja eingeschlagen. Wichtige Anlagen seien bei der Explosion nicht beschädigt worden, es sei jedoch ein Loch in die Wand einer Turbinenhalle gerissen worden, erklärt Rosatom-Chef Alexej Lichatschow. Das ukrainische Militär weist die russische Behauptung zurück, eine ukrainische Drohne habe die Turbinenhalle von Block 6 angegriffen, und bezeichnet diese als „Propagandatrick“.
Russland meldet Tote und Schäden nach ukrainischen DrohnenangriffenRussische Behörden haben nach ukrainischen Drohnenangriffen Tote und Schäden gemeldet. In der Grenzregion Belgorod kamen nach Angaben des regionalen Krisenstabs drei Männer ums Leben. Sie wurden demnach in der Ortschaft Oktjabrski nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt bei zwei Angriffen getötet.In Armawir im südrussischen Gebiet Krasnodar brach laut Behörden ein Feuer auf dem Gelände eines Öllagers aus. Verletzte gebe es nicht. Das Öllager war schon in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Auf dem Gelände des Hafens von Taganrog in der ebenfalls im Süden Russlands gelegenen Region Rostow kam es laut Gouverneur Juri Sljussar zu einem Brand eines Tankers, eines Treibstofftanks und eines Verwaltungsgebäudes. Zwei Menschen seien verletzt worden.Das russische Verteidigungsministerium teilte am Morgen mit, dass 127 ukrainische Drohnen in der Nacht über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim abgeschossen worden seien. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar. Zu Schäden macht das Ministerium in der Regel keine Angaben.
NATO hält in Rumänien eingeschlagene Drohne für definitiv russischDie in ein Wohnhaus in Rumänien eingeschlagene Drohne ist Nato-Angaben zufolge aus Russland. Der Sprecher des Nato-Oberkommandos der Alliierten Streitkräfte in Europa (Shape), Martin O'Donnell, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, die Drohne sei „russisch“.Durch den nächtlichen Drohnen-Einschlag wurden in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine zwei Menschen verletzt und ein Feuer ausgelöst. Rumänien machte vollumfänglich Moskau für den Vorfall verantwortlich. Der rumänische Verteidigungsminister Radu-Dinel Miruta sagte vor Journalisten, die Seriennummern auf der Rakete wiesen darauf hin, dass es sich „zweifellos“ um eine russische Rakete handele.
ISW: Ukraine schneidet russische Versorgungsrouten abDas ukrainische Militär hat in den vergangenen Wochen nach Angaben von Forschern und Militärbloggern verstärkt Versorgungsrouten der russischen Armee mit Drohnen attackiert. Die „erfolgreichen Angriffe“ schränkten Russlands Fähigkeit ein, „Personal an die Front zu transportieren und die Positionen zu versorgen und zu halten“, heißt es in einer Analyse des in den USA ansässigen Institute for the Study of War (ISW). Zu den attackierten Routen im Hinterland der Front gehörte demnach die Autobahn M-14, die den Süden Russlands mit den besetzten Städten Melitopol und Mariupol verbindet. Angegriffen wurden dem ISW-Bericht vom Mittwoch zufolge auch Straßenverbindungen zu der Stadt Donezk. Bewohner der von Russland besetzten Gebiete bestätigten den zunehmenden Drohnenbeschuss auf Straßen. So sagte ein Paar in der Stadt Debaltseve in der besetzten Region Donezk der Nachrichtenagentur AFP, es benutze das Auto aus Angst vor Attacken aus der Luft seltener. Auch der prorussische Militärblogger „1.infantry“ berichtete von „täglichen, massenhaften Angriffen“ auf Straßen. Diese „eskalieren immer mehr“.
Putin: Vorwurf zu Drohneneinschlag in Rumänien nicht bewiesenRusslands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf zurückgewiesen, russische Drohnen hätten Rumänien beschossen. „Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde“, sagte Putin vor russischen Journalisten in Kasachstans Hauptstadt Astana. Wahrscheinlich sei eher eine ukrainische Drohne vom Kurs abgekommen, behauptete er. In der Vergangenheit seien auch in Finnland, dem Baltikum und Polen verirrte ukrainische Drohnen heruntergekommen – und jedes Mal sei zunächst Russland beschuldigt worden. Moskau sei aber zur Aufklärung des Falls bereit, fügte Putin hinzu.Dazu forderte der Kremlchef die Übergabe der Drohnentrümmer. Erst dann könne Moskau objektiv zu dem Fall Stellung nehmen, sagte er am Rande eines Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsunion in Astana.
Ukrainische Gegenangriffe: Russland meldet einen Toten und eine VerletzteIn Russland haben nach den von der Ukraine angedrohten Drohnenangriffen mehrere Regionen Brände, Schäden und einen Toten gemeldet. In Wolschski im Gebiet Wolgograd starb ein 60 Jahre alter Mann in einer Kunststofffaserfabrik, wie Gouverneur Andrej Botscharow mitteilte. Eine 55 Jahre alte Frau sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Im Süden von Wolgograd (früher Stalingrad) kam es demnach auch zu einem Brand in einem nicht näher benannten Energieobjekt. Auch ein Wohnhaus sei in der Region beschädigt worden.Im Gebiet Jaroslawl gab es nach Behördenangaben ebenfalls einen massiven ukrainischen Drohnenangriff. Industrieobjekte für die Lagerung von Treibstoffen seien getroffen worden, sagte Gouverneur Michail Jewrajew. Ein Brand werde gelöscht. Verletzte gebe es nicht. Zeitweilig habe die Straße nach Moskau gesperrt werden müssen.Auch in der Hafenstadt Temrjuk brach laut Behörden nach dem Absturz von Trümmern einer abgeschossenen Drohne ein Feuer aus. Verletzte gebe es in dem Kurort am Asowschen Meer, dem nördlichen Nebenmeer des Schwarzen Meeres, nicht, hieß es.
Medwedjew droht Europa mit weiteren DrohneneinschlägenDer stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedjew, warnt die europäischen Staaten vor weiteren Drohnen-Vorfällen. Es herrsche Krieg, und die Bürger der EU-Staaten würden nicht mehr ruhig schlafen können, erklärt der ehemalige russische Präsident. Es müsse zwar noch geklärt werden, wem die in Rumänien abgestürzte Drohne gehöre. Die europäischen Politiker sollten sich jedoch nicht empören, da sie sich direkt an einem Krieg gegen Russland beteiligten. Solche Vorfälle würden sich weiter ereignen, insbesondere dort, wo Drohnen für die Ukraine hergestellt werden, so Medwedjew. Zudem kündigt das russische Außenministerium eine rasche Reaktion auf die Schließung des russischen Konsulats im rumänischen Constanța durch die Regierung in Bukarest an.
Merz: Brauchen starke NATO-Präsenz an der OstflankeBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilte auf X mit, der Drohneneinschlag zeige abermals Russlands Bereitschaft zur Eskalation. „Deutschland steht an der Seite unserer NATO-Verbündeten“, betonte Merz zugleich. „Der Vorfall zeigt erneut: Wir brauchen eine starke NATO-Präsenz an der Ostflanke. Wir sind bereit, das Bündnisgebiet zu verteidigen.“Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte das russische Vorgehen. „Russlands rücksichtsloses Verhalten gefährdet weiterhin unsere kollektive Sicherheit“, schrieb Wadephul am Freitag im Internetdienst X. „Wir stehen zu Rumänien“, fügte er in dem auf Englisch verfassten Text hinzu. „Unsere Antwort ist Einigkeit“, schrieb Wadephul weiter. Er kündigte zusätzliche Anstrengungen an, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine und die europäische Verteidigung im Rahmen der NATO zu stärken.